So werden Sie Ihr eigener Coach

Nicht jeder Athlet kann und will sich einen Coach leisten. Wer trotzdem strukturiert trainieren will, sollte ein paar Grundregeln beachten. Wir nennen Ihnen 12 Bausteine zur Erstellung eines eigenen Trainingsplans.

Von > | 13. Dezember 2017 | Aus: Tipps für Triathlon-Einsteiger

Vollgas voraus: Wer mit System trainiert, wird erfolgreicher.

Vollgas voraus: Wer mit System trainiert, wird erfolgreicher.

Foto >Frank Wechsel

So werden Sie Ihr eigener Coach

Je mehr Sie über Training, Trainingssteuerung und Regeneration erfahren, desto mehr „Werkzeug“ haben Sie in der Hand, um Ihr Training effektiv zu gestalten und mit Ihren sonstigen Lebensbedingungen sinnvoll zu vereinen. All das Wissen will angewandt werden, sonst ist es nutzlos! Leider ist die durchdachte Strukturierung des Trainingsprozesses und dessen Umsetzung bei den meisten Sportlern ein vernachlässigtes Feld. Zwei Faktoren sind hierfür hauptverantwortlich.

Unzureichende Trainingssteuerung

Die unzureichende Trainingssteuerung. Viele Sportler wissen zwar, in welchem Bereich sie sich belasten sollten, sie kontrollieren eventuell sogar mit einem Herzfrequenzmesser, aber im Eifer des täglichen Trainingsgefechts wird dieser Ratgeber ignoriert. Man fragt sich als Trainer mitunter, wozu einige Sportler den Pulsmesser einsetzen, wenn sie doch immer schneller laufen, als es ihre Trainingsbereiche vorsehen? Es gehört natürlich Vertrauen in die Trainingssteuerung dazu, um sich auch bei vermeintlich niedrigem Trainingstempo sicher zu sein, einen guten Effekt zu erzielen. Falls Sie damit Probleme haben sollten, so vergegenwärtigen Sie sich: Das Wissen, das man über die Intensitätsbereiche hat, ist im Hochleistungsbereich jahrzehntelang auf die Probe gestellt worden. Ein Leistungsaufbau vollzieht sich langsam, und Geduld gehört dazu. Vertrauen Sie auf das bewährte Wissen der Elitetrainer und darauf, dass die Gesetze der Trainingslehre auch bei Ihnen greifen werden.

Zu kurze Ruhephasen

Es scheint, als müssten Sportler von ihren Trainern zu Ruhetagen mitunter fast gezwungen werden. Und wer, wie sicher die meisten von Ihnen, keinen Trainer hat, der kennt dieses bohrende schlechte Gewissen an den Tagen, wo eigentlich kein Training stattfinden sollte. Werde ich jetzt nicht schlechter? Verliere ich nicht die mühsam aufgebaute Form? Ein bisschen kann ich ja noch trainieren! Die Kollegen trainieren ja auch! Auch wenn Sie nach Lektüre der Trainings- und Regenerationskapitel eigentlich wissen, dass Ihnen ein solches Verhalten nicht hilft – alle Sportler sind immer wieder anfällig dafür, ihre Regenerationszeiten zu missachten. Was können Sie also tun? Ein Trainingsplan als Leitfaden, an dem Sie sich entlanghangeln und der Ihnen den nötigen Rückhalt gibt, auch einmal nicht zu trainieren, ist hier das beste Mittel, um sich selbst zu überlisten. Wenn Sie dann erst einmal die Erfolge sehen, dann werden Sie eines Tages die Ruhetage wirklich genießen können. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Übernehmen Sie selbst die Regie

Ihr Trainingsplan wird Ihnen also ein Gerüst für Ihr Training bieten. Nun sind Sie aber kein Profiathlet, der sein gesamtes Leben dem Trainingsplan unterordnen kann. Familie, ein Termin bei der Arbeit, der unvorhergesehen dazwischenkommt, eine Erkältung, die das Training für eine Woche plötzlich unmöglich macht – all diese Dinge werden auf Sie und Ihr Training in der einen oder anderen Form jeden Tag einwirken. Insofern ist es sicher erstrebenswert, wenn Sie selbst die Regie über Ihre Tages- und Trainingsplanung übernehmen.

Auf den folgenden Seiten verraten wir Ihnen die Bausteine zur Erstellung eines eigenen Trainingsplans.