Warum sich Yoga für Triathleten lohnt

Warum Yoga der ideale Ausgleich zu den intensiven Belastungen im Triathlontraining und Wettkampf ist, erfahren Sie von unserer Expertin.

Von > | 26. September 2017 | Aus: TRAINING

Yoga für Triathleten | Yoga schult triathlonspezifische Anforderungen wie die Fähigkeit zur Konzentration und Fokussierung sowie Flexibilität, Koordination und Rumpfstabilität.

Yoga schult triathlonspezifische Anforderungen wie die Fähigkeit zur Konzentration und Fokussierung sowie Flexibilität, Koordination und Rumpfstabilität.

Foto >Silke Insel und Frank Wechsel

Yoga soll nicht in Konkurrenz zu den anderen Einheiten in Ihrem Trainingsplan stehen und Sie nicht in Zeitstress bringen. Betrachten Sie Yoga nicht als eine weitere Pflichtveranstaltung, sondern als Belohnung, die Sie sich selbst nach dem Sport gönnen, als Ausgleich, Ergänzung oder Unterstützung Ihres Trainings.

Yoga als Ausgleich

Im Trainingsplan werden die verschiedenen Einheiten im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel festgelegt und Belastungsreize und Erholungsphasen sinnvoll miteinander kombiniert, wobei verschiedene Trainingsarten und -methoden zum Einsatz kommen. Der Organismus darf dabei weder unterfordert noch überlastet werden. Yoga kann als ausgleichende Maßnahme eingesetzt werden, und zwar sowohl in den Belastungsphasen nach den Einheiten als auch während der Regeneration. Nach einem Training möchte man oft intuitiv bestimmte (Ausgleichs-)Bewegungen ausführen: Nach einer Radeinheit ist es wohltuend, die Vorderseite des Körpers zu öffnen, um sich wieder auszubalancieren – das Kinn auf die Brust zu senken und so den Nacken zu dehnen, die Schultern zurückzunehmen und so weiter. Diese Impulse werden in der Yoga-Praxis aufgegriffen. Die eingeengte Haltung beim Rennradfahren etwa wird durch öffnende, aufrichtende Übungen und Außenrotationen ausgeglichen, eine stauchende Bewegung wie etwa das Laufen durch Aufrichtung und Länge schaffende Streckungen. Häufig besteht die Befürchtung, Yoga würde ermüdend und abschlaffend wirken. Es ist jedoch vielmehr zu erwarten, dass Sie sich danach wacher, erfrischter und ausgeglichener fühlen werden und anstehende Aufgaben leichter bewältigen können.

Yoga als Ergänzung

Neben der ausgleichenden Funktion im Anschluss an eine  Trainingseinheit kann Yoga das Trainingsprogramm auch ergänzen. Besonders die Verbesserung von sekundären Leistungsfaktoren wie Flexibilität oder auch von mentalen Fähigkeiten wie Konzentration und Selbstwahrnehmung kommt im klassischen Triathlontraining häufig zu kurz. Im Yoga werden viele dieser Fähigkeiten quasi nebenbei entwickelt. Mit Schwerpunktprogrammen kann das Augenmerk daneben auch gezielt auf eine spezifische Fähigkeit, zum Beispiel auf die Koordination, gelegt werden.

Yoga zur Unterstützung der Trainingsziele

Durch Yoga werden in begrenztem Maß Ausdauer und Kraftentwicklung gefördert. Auch wenn diese Effekte nicht im Vordergrund stehen oder explizit angestrebt werden, ist jede Yoga-Einheit immer auch eine Mobilisierung, eine Rumpfstabilisation und ein Mini-Krafttraining. Für die meisten Yoga-Haltungen brauchen Sie eine stabile Körpermitte. Die Wirbelsäule steht deshalb im Mittelpunkt. Sie soll lang aufgerichtet sein, der Rücken in seiner natürlichen Position. Erst dann richten Sie die anderen  Körperteile aus. Dieses Vorgehen erfordert Bauchmuskeln und vor allem Kraft im Rücken. Der Wechsel von einer Haltung in die nächste erfolgt in einer  langsamen und gleichmäßigen Bewegung. Auch hier wird der Rücken meist gerade gehalten. Parallel dazu entwickeln Sie mehr Kraft in den Gliedmaßen, die auf unterschiedliche Weise das Körpergewicht tragen müssen.