Wie sieht ein effektiver Tretzyklus aus?

Die Vorstellung, dass der Tritt beim Radfahren möglichst "rund" sein muss, hält sich immer noch hartnäckig. Wir verraten Ihnen, wie Sie am meisten aus dem Tretzyklus herausholen.

Von > | 7. März 2018 | Aus: TRAINING

Die Druckphase sollte im Tretzyklus so lang wie möglich ausgeübt werden.

Die Druckphase sollte im Tretzyklus so lang wie möglich ausgeübt werden.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Trettechnik üben

Auf jeder Radrunde können Sie sich einen oder mehrere Momente abstecken, in denen Sie sich auf Ihre Trettechnik konzentrieren. Setzen Sie dabei die Ratschläge „Schieben“ und „Ferse tief“ um. Manche Athleten haben dafür einen Zettel aufs Oberrohr geklebt, auf dem diese Befehle stehen – smart! „Schieben“ statt drücken ist die oben besprochene Horizontalbewegung am oberen Totpunkt, die die Druckphase verlängert. Bis 80 U/min können Sie dieses Element gut trainieren, auch wenn beide Beine eingeklickt sind. Schalten Sie also zwischendurch einen Gang hoch und üben Sie! Versuchen Sie, mit beiden Beinen etwa gleich viel Kraft zu erzeugen.

Einbeiniges Fahren

Diese Übung ist ein bisschen old school, aber dennoch hilfreich: Fahren Sie einbeinig. Am besten und sichersten trainieren Sie das einbeinige Fahren auf der Rolle – im Straßenverkehr haben solche Experimente wenig zu suchen. Klicken Sie für das einbeinige Pedalieren einen Fuß aus und halten Sie das Bein auf Höhe des Hinterrads – weg von der Kurbel. Mit dem anderen Fuß treten Sie nun zunächst bei einer etwas niedrigeren Trittfrequenz als gewohnt los. Später, wenn Sie sich an eine gleichmäßige Bewegung herangetastet haben und die Totpunkte geschmeidig überwinden können, steigern Sie sich auf Ihre Wohlfühlfrequenz und variieren dann immer mal wieder. Wechseln Sie nach einer Minute das Bein. Für eine entschärfte Variante, die Sie auch beim normalen Straßentraining immer mal wieder einbauen können, lassen Sie beide Füße eingeklickt und belasten einfach nur ein Bein beim hochfrequenten Treten, das andere bleibt passiv. Das einbeinige Pedalieren schult eine kräftige Druckphase und kräftigt die Beugemuskeln.