Julie Derron siegt in Vancouver, T100-Weltmeisterin Kate Waugh gibt hervorragendes Comeback und Bianca Bogen sichert sich die nächste Top-Ten-Platzierung.

20 Athletinnen gingen bei der T100 Vancouver ins Rennen und nahmen zunächst die zwei Schwimmrunden über insgesamt zwei Kilometer in Angriff. Von Beginn an bestimmten Taylor Spivey und Kate Waugh das Tempo. Vor allem für Waugh war Vancouver ein besonderes Rennen. Die Britin ist amtierende T100-Weltmeisterin, hatte den zweiten Saisonlauf in Spanien aufgrund einer Wadenverletzung verpasst und griff nun beim dritten Frauenrennen der Saison wieder ins Geschehen ein. Gemeinsam mit Spivey stieg sie nach 23:59 beziehungsweise 24:01 Minuten aus dem Wasser. In der fünfköpfigen Führungsgruppe befand sich mit Lena Meißner auch eine der beiden deutschen Starterinnen.
Waugh und Spivey machen im Wasser das Tempo
Hinter der ersten Gruppe formierte sich schnell die Verfolgung. Bianca Bogen erreichte den ersten Wechsel mit 42 Sekunden Rückstand und befand sich unter anderem in Gesellschaft von Georgia Taylor-Brown und Hannah Berry. Deutlich mehr Arbeit vor sich hatte dagegen die spätere Siegerin Julie Derron. Die Schweizerin verlor im Wasser rund eineinhalb Minuten auf die Spitze und ging gemeinsam mit Alanis Siffert und der kanadischen Lokalmatadorin Paula Findlay in einer dritten Gruppe auf die 80 Radkilometer.
Für Derron war diese Ausgangslage allerdings alles andere als neu. Die Olympiazweite von Paris zählt zu den stärksten Läuferinnen im T100-Feld und hatte bereits beim Saisonrennen in Spanien gezeigt, wie gefährlich sie auch nach einem Rückstand sein kann. Dort war sie hinter Georgia Taylor-Brown Zweite geworden. In Vancouver musste sie zunächst allerdings Geduld beweisen, denn auf dem Rad übernahm erst einmal eine andere Athletin die Rolle der großen Aufholjägerin.
Paula Findlay fliegt auf dem Rad nach vorn
Paula Findlay nutzte auf der 80 Kilometer langen Radstrecke ihre große Stärke und machte Gruppe um Gruppe Boden gut. Die Kanadierin erhöhte das Tempo früh und schloss schließlich sogar die Lücke bis ganz an die Spitze. Zwischenzeitlich übernahm Findlay selbst die Führung und sorgte dafür, dass das zuvor auseinandergezogene Feld etwas enger zusammenrückte. Ihre Klasse auf dem Rad kam dabei wenig überraschend: Findlay gehört seit Jahren zu den stärksten Zeitfahrerinnen im Triathlon und war bereits mehrfach auf höchstem internationalen Niveau auf dem Rad bei der Weltmeisterschaft der Spezialistinnen unterwegs.
Doch Kate Waugh ließ sich die Kontrolle über das Rennen nicht dauerhaft nehmen. Die Britin konterte Findlays Vorstoß, setzte sich in der Schlussphase noch einmal ab und erreichte die zweite Wechselzone schließlich mit 45 Sekunden Vorsprung vor Derron und Simmonds. Paula Findlay, die den schnellsten Radsplit des Tages in 2:01:13 Stunden fuhr folgte auf Platz vier mit 55 Sekunden Rückstand.
Bianca Bogen in starker Ausgangsposition
Auch die beiden deutschen Athletinnen blieben lange mitten im Geschehen. Bianca Bogen behauptete sich auf dem Rad in der erweiterten Spitzengruppe und erreichte den zweiten Wechsel auf Rang sechs. Damit war für die Deutsche vor den abschließenden 18 Kilometern weiterhin eine starke Top-Ten-Platzierung möglich. Lena Meißner konnte ihre hervorragende Ausgangsposition aus dem Schwimmen dagegen nicht ganz halten. Sie büßte auf dem Rad einige Positionen ein und kam mit 2:29 Minuten Rückstand auf Waugh auf Rang neun in die Wechselzone.
Georgia Taylor-Brown befand sich zu diesem Zeitpunkt noch auf Rang sieben. Schon beim Schwimmen hatte die Britin 44 Sekunden auf die Spitze verloren, auf dem Rad kamen gegenüber Waugh weitere Sekunden hinzu. Doch wer Taylor-Browns bisherige Saison verfolgt hatte, wusste: Das Rennen war für sie damit noch lange nicht vorbei. Beim T100 Spain hatte sie bereits mit einem starken Lauf die Entscheidung herbeigeführt und Julie Derron auf Rang zwei verwiesen.
Auf den abschließenden 18 Kilometern sollte sich das Klassement dann tatsächlich noch einmal komplett neu sortieren.
Julie Derron startet die Jagd
Kate Waugh ging als Führende auf die Laufstrecke und durfte zunächst hoffen, ihr Comeback gleich mit einem Sieg zu krönen. Doch hinter ihr begann Julie Derron sofort damit, Sekunden zurückzuholen. Die Schweizerin schlug ein Tempo an, dem an diesem Tag keine Konkurrentin folgen konnte. Kilometer für Kilometer schrumpfte Waughs Vorsprung, während Derron gleichzeitig an den weiteren Athletinnen vor ihr vorbeizog.
Rund sechs Kilometer vor dem Ziel war es schließlich so weit. Derron erreichte die bis dahin führende Waugh, ging vorbei und machte anschließend unmissverständlich klar, dass sie sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen würde. Mit 1:04:19 Stunden für die 18 Kilometer erzielte sie den schnellsten Laufsplit des Tages und entschied das Rennen auf ihrer Paradedisziplin für sich.
Kate Waugh meldet sich direkt auf dem Podium zurück
Für Kate Waugh blieb trotz des verlorenen Duells um den Sieg ein äußerst gelungenes Comeback. Nach ihrer verletzungsbedingten Pause zeigte die amtierende T100-Weltmeisterin bereits beim Schwimmen, dass sie nichts von ihrer Stärke eingebüßt hat, bestimmte das Radrennen über weite Strecken mit und verteidigte auf der Laufstrecke souverän Rang zwei. Dass sie beim ersten T100-Start seit dem WM-Titel von Qatar direkt wieder auf dem Podium stand, dürfte mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf ein starkes Signal sein. Waugh hatte beim Finale 2025 in Qatar nicht nur das Rennen, sondern auch den T100-Weltmeistertitel gewonnen.
Hinter Waugh folgte die nächste starke Laufleistung des Tages. Georgia Taylor-Brown machte von Rang acht kommend Position um Position gut und benötigte für die 18 Kilometer lediglich 1:06:08 Stunden. Nur Derron war schneller. Damit arbeitete sich die Britin noch bis auf den dritten Rang vor und komplettierte das schweizerisch-britische Podium.
Drittes T100-Podium in Folge für Georgia Taylor-Brown
Taylor-Brown setzt damit ihre beeindruckende Serie fort. Beim T100-Finale in Qatar Ende 2025 war sie hinter Kate Waugh Zweite geworden. Beim T100 Spain im Mai folgte ihr erster Sieg auf der T100 Tour, vor Julie Derron und Taylor Spivey. Nun steht sie in Vancouver als Dritte erneut auf dem Podium. Drei T100-Rennen, drei Podestplätze in Folge: Die Britin gehört damit endgültig zu den konstantesten Athletinnen der Serie.
Auch Julie Derron bestätigt mit dem Sieg ihre starke Form. Beim T100 Spain hatte sie sich noch mit Rang zwei hinter Taylor-Brown begnügen müssen. In Vancouver drehte sie das Ergebnis nun um und bewies einmal mehr, welche Waffe ihr Laufvermögen über die 18 Kilometer darstellt. Bereits in der vergangenen Saison hatte die Olympiazweite mehrfach gezeigt, dass sie auf der Laufstrecke selbst größere Rückstände noch schließen kann. Mit dem Sieg übernimmt Derron auch die Führung der T100-Serie von ihrer Landsfrau Imogen Simmonds. Auf Rang drei folgt Georgia Taylor-Brown.
Bianca Bogen beste Deutsche auf Rang sechs
Auch aus deutscher Sicht gab es ein starkes Ergebnis. Bianca Bogen behauptete sich nach ihrem guten Schwimmen und einem kontrollierten Radabschnitt auch auf der Laufstrecke und erreichte das Ziel als Sechste. Damit lag sie unmittelbar vor Alanis Siffert, die Rang sieben belegte. Lena Meißner konnte ihre Position aus der ersten Rennhälfte auf den abschließenden Kilometern dagegen nicht verteidigen. Nach ihrem starken Schwimmen und Rang neun beim zweiten Wechsel verlor sie beim Laufen noch einige Plätze und erreichte das Ziel schließlich als 13.
Ergebnisse: 2026 T100 Triathlon World Tour Vancouver
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Profis
Frauen
| Platz | Name | Land | Gesamt | 2 km Swim | 80 km Bike | 18 km Run |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 🇨🇭SUI | 3:33:26 | 25:27 | 2 2:01:40 | 1 1:04:19 | |
| 2 | 🇬🇧GBR | 3:35:06 | 2 24:01 | 3 2:02:14 | 3 1:06:45 | |
| 3 | 🇬🇧GBR | 3:36:27 | 24:42 | 2:03:18 | 2 1:06:08 | |
| 4 | 🇨🇦CAN | 3:36:55 | 25:35 | 1 2:01:13 | 1:07:40 | |
| 5 | Imogen Simmonds | 🇨🇭SUI | 3:38:10 | 24:07 | 2:02:28 | 1:09:03 |
| 6 | 🇩🇪GER | 3:38:54 | 24:40 | 2:03:18 | 1:08:38 | |
| 7 | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI | 3:39:16 | 25:23 | 2:02:34 | 1:09:08 |
| 8 | 🇺🇸USA | 3:40:16 | 1 23:59 | 2:07:08 | 1:06:56 | |
| 9 | Hannah Berry | 🇳🇿NZL | 3:40:30 | 24:44 | 2:03:05 | 1:10:07 |
| 10 | 🇳🇿NZL | 3:42:04 | 24:39 | 2:06:33 | 1:08:41 | |
| 11 | 🇪🇸ESP | 3:42:34 | 3 24:04 | 2:05:15 | 1:10:52 | |
| 12 | 🇫🇷FRA | 3:44:06 | 25:43 | 2:05:48 | 1:10:17 | |
| 13 | 🇩🇪GER | 3:44:51 | 24:04 | 2:04:41 | 1:13:53 | |
| 14 | Daisy Davies | 🇬🇧GBR | 3:45:33 | 25:29 | 2:06:08 | 1:11:36 |
| 15 | 🇳🇱NED | 3:46:04 | 25:58 | 2:07:37 | 1:09:43 | |
| 16 | 🇺🇸USA | 3:46:15 | 26:01 | 2:10:25 | 1:06:46 | |
| 17 | Lizzie Rayner | 🇬🇧GBR | 3:48:32 | 26:26 | 2:09:01 | 1:10:07 |
| 18 | Rebecca Anderbury | 🇬🇧GBR | 3:50:28 | 29:48 | 2:06:55 | 1:11:01 |
| 19 | 🇦🇺AUS | 3:52:19 | 25:55 | 2:11:54 | 1:11:57 | |
| Lucy Byram | 🇬🇧GBR | DNF | 26:24 | 0:00 | 0:00 |
Splits Profis
Frauen
Top 10 Schwimmen
| Platz | Name | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | 🇺🇸USA | 23:59 | |
| 2 | 🇬🇧GBR | 24:01 | |
| 3 | 🇩🇪GER | 24:04 | |
| 4 | 🇪🇸ESP | 24:04 | |
| 5 | Imogen Simmonds | 🇨🇭SUI | 24:07 |
| 6 | 🇳🇿NZL | 24:39 | |
| 7 | 🇩🇪GER | 24:40 | |
| 8 | 🇬🇧GBR | 24:42 | |
| 9 | Hannah Berry | 🇳🇿NZL | 24:44 |
| 10 | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI | 25:23 |
Top 10 Rad
| Platz | Name | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | 🇨🇦CAN | 2:01:13 | |
| 2 | 🇨🇭SUI | 2:01:40 | |
| 3 | 🇬🇧GBR | 2:02:14 | |
| 4 | Imogen Simmonds | 🇨🇭SUI | 2:02:28 |
| 5 | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI | 2:02:34 |
| 6 | Hannah Berry | 🇳🇿NZL | 2:03:05 |
| 7 | 🇬🇧GBR | 2:03:18 | |
| 8 | 🇩🇪GER | 2:03:18 | |
| 9 | 🇩🇪GER | 2:04:41 | |
| 10 | 🇪🇸ESP | 2:05:15 |
Top 10 Laufen
| Platz | Name | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | 🇨🇭SUI | 1:04:19 | |
| 2 | 🇬🇧GBR | 1:06:08 | |
| 3 | 🇬🇧GBR | 1:06:45 | |
| 4 | 🇺🇸USA | 1:06:46 | |
| 5 | 🇺🇸USA | 1:06:56 | |
| 6 | 🇨🇦CAN | 1:07:40 | |
| 7 | 🇩🇪GER | 1:08:38 | |
| 8 | 🇳🇿NZL | 1:08:41 | |
| 9 | Imogen Simmonds | 🇨🇭SUI | 1:09:03 |
| 10 | Alanis Siffert | 🇨🇭SUI | 1:09:08 |
Teilnehmerstärkste Nationen
| # | Land | Verteilung | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 1. | 🇬🇧 Großbritannien (GBR) | 6 | |
| 2. | 🇨🇭 Schweiz (SUI) | 3 | |
| 3. | 🇩🇪 Deutschland (GER) | 2 | |
| 4. | 🇺🇸 USA (USA) | 2 | |
| 5. | 🇳🇿 Neuseeland (NZL) | 2 | |
| 6. | 🇨🇦 Kanada (CAN) | 1 | |
| 7. | 🇪🇸 Spanien (ESP) | 1 | |
| 8. | 🇫🇷 Frankreich (FRA) | 1 | |
| 9. | 🇳🇱 Niederlande (NED) | 1 | |
| 10. | 🇦🇺 Australien (AUS) | 1 |
Männer Frauen











