Vier Siege hat Merle Brunnée beim Powerman Zofingen bereits gefeiert. Mit ihrem fünften Titel könnte sie Emma Pooley überholen und zur alleinigen Rekordhalterin der modernen WM-Ära werden. Im Interview spricht die Titelverteidigerin über ihre Form, die besondere Renntaktik im Duathlon und ihren gewagten Doppelstart in Zofingen und Wales.

Merle Brunnée blickt auf eine lange Saison zurück. Zuletzt belegte sie beim Alpe d’Huez Triathlon Anfang August den fünften Platz, anschließend verbrachte sie eine Trainingswoche in St. Moritz. Eine spezielle Vorbereitung auf die Duathlon-WM über 10 Kilometer Laufen, 150 Kilometer Radfahren und weitere 30 Kilometer Laufen gab es dennoch nicht. Denn nur sieben Tage nach dem Powerman Zofingen wartet auf die 32-Jährige beim Ironman Wales bereits die nächste anspruchsvolle Langdistanz.
Merle, du bist Anfang August beim Alpe d’Huez Triathlon gestartet und hast anschließend noch eine Trainingswoche in St. Moritz absolviert. Wie schätzt du deine Form vor Zofingen ein?
Ich bin fit, motiviert und denke, dass meine Form gerade ganz gut ist. Ich konnte sie über den Sommer hinweg eigentlich gut aufrechterhalten. Mit der Arbeit (Brunnée ist hauptberuflich Ärztin in der Neuroradiologie des Uniklinikums Heidelberg, Anm. d. Red.) ist es immer etwas schwierig, alles unterzubekommen. Insgesamt fühle ich mich aber gut vorbereitet.
In Alpe d’Huez gibt es neben dem Triathlon auch einen Duathlon. Ich hatte tatsächlich überlegt, zwei Tage vor dem Langdistanztriathlon zusätzlich dort zu starten. Irgendwann habe ich mich gefragt, wie vernünftig das wäre, und mich schließlich für den prestigeträchtigen Triathlon entschieden. Ein bisschen Wehmut war trotzdem dabei, als ich die Duathleten starten sah. Vielleicht mache ich im nächsten Jahr beide Rennen oder entscheide mich dann für den Duathlon.
Die Woche in St. Moritz war anschließend noch einmal sehr wertvoll. Es war kein klassisches Höhentrainingslager, dafür war der Aufenthalt zu kurz. Einen guten Trainingsreiz hat die Höhe sicherlich trotzdem gesetzt. Vor allem konnte ich die freien Tage genießen und mich den ganzen Tag auf das Training konzentrieren. St. Moritz ist einer meiner absoluten Lieblingsorte. Ich hatte mein Zeitfahrrad dabei und habe einige intensive Trainingstage absolviert. Außerdem konnte ich das Fahren auf Pässen und die technischen Abfahrten noch einmal auffrischen. Das wird bei meinen kommenden Rennen durchaus relevant.
Nur sieben Tage nach Zofingen willst du beim Ironman Wales starten. Warum hast du dich für diese Kombination entschieden?


















