Überraschungssieg: Nicolas Mann gewinnt Ironman 70.3 Mallorca vor Jan Stratmann | Laura Philipp hinter Pallant-Browne auf Platz zwei

Getty Images for IRONMAN Nach direktem Laufduell mit Jan Stratmann gewinnt Nicolas Mann den Ironman 70.3 Mallorca mit wenigen Sekunden Vorsprung.

Aus der Rolle des Underdogs ist Nicolas Mann beim stark besetzten Ironman 70.3 Mallorca der große Coup gelungen: Der 24-Jährige konnte das erste europäische Rennen der Ironman Pro Series 2024 in Alcúdia nach einem direkten Laufduell am Ende knapp für sich entscheiden. Mann kam nach 3:49:19 Stunden nur acht Sekunden vor Jan Stratmann ins Ziel. Komplettiert wurde das Podium von Italiener Gregory Barnaby (3:49:42 h). Patrick Lange beendete die Mitteldistanz nur zwei Wochen nach seinem zweiten Platz beim Ironman Texas auf Platz 17, Gustav Iden musste sein Comeback vorzeitig auf der Radstrecken beenden. Bei den Frauen führte Laura Philipp das Rennen lang an und musste sich am Ende knapp Emma Pallant-Browne geschlagen geben. Die britische Top-Läuferin kam nach 4:14:21 Stunden ins Ziel und blieb damit 14 Sekunden vor Philipp. Bronze ging an die Schwedin Sara Svensk (4:23:47 h).

Margirier nach Radstreckenrekord allein in Führung, Lange lässt früh reißen, Iden mit DNF

Nach 21:57 Minuten war es zunächst der Italiener Mattia Ceccarelli, der als Führender aus dem Wasser stieg. Unmittelbar hinter ihm folgten Johannes Vogel, Jannik Schaufler und Jan Stratmann. In T1 war das Feld noch dicht beisammen: Innerhalb von rund 30 Sekunden wechselten insgesamt zwölf Athleten aufs Rad, darunter auch Mathis Margirier, Gregory Barnaby, Paul Schuster, Matthias Petersen, Kristian Høgenhaug, Nicolas Mann und Marc Eggeling. Patrick Lange, der nach seinem zweiten Platz beim Ironman Texas zwei Wochen zuvor mit etwas Unsicherheit bezüglich seiner Form ins Rennen ging, beendete die erste Disziplin auf Platz 13 mit 50 Sekunden Rückstand.

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Wenige Meter vor Lange kam der Ironman-Weltmeister von 2022, Gustav Iden, aus dem Wasser. Für den Norweger war es nach seiner hartnäckigen Achillessehnenverletzung der erste Wettkampf seit knapp einem Jahr. Der 28-Jährige gab vor dem Rennen an, dass seine Verletzung immer noch nicht vollständig abgeheilt sei und er ohne sportliche Erwartungshaltung auf Mallorca starte. Es gehe ihm lediglich um eine Standortbestimmung für den weiteren Trainings- und Saisonverlauf.

Beim Radfahren war es auf der ersten Hälfte zunächst der Däne Kristian Høgenhaug, der die Initiative ergriff und sich zwischenzeitlich eine halbe Minute von der dahinter formierten Gruppe absetzte. Die Führung war jedoch nicht von langer Dauer: Die Gruppe um Margirier, Stratmann, Barnaby und Mann schloss wenig später auf. Auf dem letzten Drittel war es der Franzose Margirier, der sich bis zur zweiten Wechselzone absetzen konnte. Dahinter verlor Patrick Lange bereits auf dem ersten Drittel der zweiten Disziplin mehr als fünf Minuten und es wurde frühzeitig deutlich, dass der zweifache Ironman-Weltmeister mit dem Rennausgang nichts zu tun haben wurde. Gustav Iden beendete sein Comeback bereits auf der ersten Hälfte der Radstrecke. Ob ein technischer Defekt oder die akuten Verletzungsprobleme dafür ursächlich waren, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Auch Mitfavorit und Gewinner des PTO-Rennens in Singapur, Youri Keulen, strich vorzeitig die Segel. Der Niederländer bekam eine fünfminütige Zeitstrafe auf dem Rad und stieg daraufhin aus.

Mit einem neuen Radstreckenrekord von 2:08:25 Stunden kam Mathis Margirier als Führender in die zweite Wechselzone. Das Quartett um Mann, Stratmann, Barnaby und Høgenhaug folgte mit einer guten Minute Rückstand. Gut viereinhalb Minuten dahinter wechselte die Verfolgergruppe mit Matthias Petersen, Bradley Weiss, Christophe De Keyser, Mattia Ceccarelli und den drei Deutschen Paul Schuster, Johannes Vogel und Jannik Schaufler in die Laufschuhe. Schaufler musste in T2 eine fünfminütige Zeitstrafe verbüßen und beendete das Rennen nach einer von drei Laufrunden vorzeitig.

Mann gewinnt Laufduell gegen Stratmann, Schuster läuft auf Rang acht

Im Halbmarathon hielt Margirier seine Führung auf der ersten Hälfte zunächst aufrecht. Auf der dritten Laufrunde musste der Franzose seinem Anfangstempo und dem harten Radfahren jedoch etwas Tribut zollen. Das Verfolgertrio um Mann, Stratmann und Barnaby lief zwischenzeitlich zehn bis 15 Sekunden pro Kilometer schneller und holte rasant auf. Nach dem Führungswechsel zwischen Kilometer 17 und 18 war es schließlich Mann, der sich wenige Meter von Stratmann absetzen konnte und den kleinen Vorsprung mit einem langgezogenen Endsprint ins Ziel retten konnte. Mit einer Halbmarathon-Zeit von 1:12:17 Stunden machte Mann den Überraschungssieg perfekt und blieb acht Sekunden vor Stratmann und 23 Sekunden vor Barnaby. Mathis Margirier kam nach seinem beherzten Rennen mit 2:06 Minuten Rückstand auf Platz vier ins Ziel, Kristian Høgenhaug (+ 2:55 min) komplettierte die Top 5.

Getty Images for IRONMAN Glückliche Gesichter: Nicolas Mann, Jan Stratmann und Greogory Barnaby landen beim ersten europäischen Rennen der Ironman Pro Series 2024 auf dem Podium.

Der Brite James Teagle erreichte mit der schnellsten Laufzeit des Tages von 1:09:36 Stunden noch auf Position sechs, gefolgt von Südafrikaner Bradley Weiss. Paul Schuster, der sich erst vor zwei Wochen beim Ironman Texas für die Ironman-WM auf Hawaii qualifizierte, arbeitete sich in einem erneut starken Rennen noch auf Position acht vor. Andreas Dreitz kam auf Rang 13 ins Ziel, die weitere Deutschen Marc Eggeling, Patrick Lange, Johannes Vogel, Yannick Fischbach und Sebastian Guhr landeten auf den Plätze 15, 17, 19, 26 und 29.

Laura Philipp spielt Radstärke aus, Zeitstrafe beendet Rennen für Meissner

Im Frauenrennen konnte Laura Philipp ihrer Rolle als eine der Top-Favoritinnen über lange Strecken den Stempel aufdrücken. Die 37-Jährige ergriff beim Radfahren unmittelbar die Flucht nach vorn. Nach den 1,9 Kilometern der Auftaktdisziplin war es zunächst eine Sechsergruppe, die nach 24:13 Minuten gemeinsam an der Spitze aus dem Wasser kam. Darin befanden sich unter anderem auch die beiden Deutschen Lena Meissner und Bianca Bogen. Laura Philipp erreichte gemeinsam mit Emma Pallant-Browne und Sabrina Roth rund 1:20 Minuten später die erste Wechselzone.

Schon nach rund 15 Kilometer konnte Phillipp diesen Rückstand egalisieren und holte die Gruppe ein. Nachdem sie im Anschluss ein Führungsduo mit Pallant-Browne an der Spitze bildete, konnte sie sich wenig später auch von der Britin absetzen und bestritt das Rennen etwa nach der Hälfte der Radstrecke allein von vorn. Im Wissen um Pallant-Brownes herausragende Lauffähigkeiten versuchte Philipp den Vorsprung so weit wie möglich auszubauen. Mit der schnellsten Radzeit des Tages von 2:23:57 Stunden erreichte sie die zweite Wechselzone 2:21 Minuten vor der ehemaligen Laufspezialistin Emma Pallant-Browne.

Die Dänin Sif Bendix Madsen wechselte mit knapp vier Minuten in die Laufschuhe. Dahinter folgten Bianca Bogen (+6:41 min), Sara Svensk (+7:22 min), Stephanie Clutterbuck (GBR / + 7:27 min), Lizzie Rayner (GBR / + 7:29 min) und Julie Lemmolo (FRA / + 7:30 min). Das Rennen der Kurzdistanz-Spezialistin Lena Meissner, die zuletzt bei ihrem Ironman-70.3-Debüt in Valencia einen starken zweiten Platz belegte, endete unglücklich. Meissner bekam in vielversprechender Position beim Radfahren eine fünfminütige Zeitstrafe und wurde wenig später disqualifiziert, weil sie am nächsten Zelt für Zeitstrafen nicht stoppte, sondern weiterfuhr.

Pallant-Browne mit Weltklasse-Halbmarathon in 1:17 Stunden, Bianca Bogen wird Vierte

Beim abschließenden Halbmarathon konnte Laura Philipp ihre Führung lang behaupten. Dennoch schrumpfte der Rückstand von Pallant-Browne stetig: Bei Kilometer 15 zog die entfesselt laufende Britin an ihr vorbei und lief dem Gesamtsieg entgegen. Mit einem Weltklasse-Laufsplit von 1:17:00 Stunden über den Halbmarathon erreichte sie nach einer Gesamtzeit von 4:14:21 Stunden das Ziel. Laura Philipp, die mit einem Halbmarathon in 1:19:31 Stunden ebenfalls eine starke Laufleistung hinlegte, lief nur 14 Sekunden später ein.

Der große Abstand auf den dritten Platz stellte eindrucksvoll unter Beweis, wie hoch die Leistungen von Pallant-Browne und Philipp zu bewerten sind. Sara Svensk sicherte sich mit einem Rückstand von 9:25 Minuten nach 4:23:47 Stunden Bronze. Bianca Bogen beendete das Rennen nach starker Gesamtleistung auf Platz vier (4:26:28 h), nur drei Sekunden vor Lizzie Rayner. Die sechs weitere deutschen Athletinnen Sabrina Roth, Hannah Arlom, Carolin Meyer, Elena Illeditsch, Kristin Liepold und Annika Timm kamen auf den Plätzen 13, 15, 16, 17, 18 und 20 ins Ziel.

Getty Images for IRONMAN Nach herausragender Laufleistung gewinnt Emma Pallant-Browne den Ironman 70.3 Mallorca knapp vor Laura Philipp.
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Simon Müller
Simon Müller
Simon Müller ist selbst als ambitionierter Athlet unterwegs. 2022 wurde er Deutscher Meister auf der Kurzdistanz, 2019 qualifizierte sich bei seinem ersten Ironman in Mexiko mit einem AK-Sieg in 8:45 Stunden für den Ironman Hawaii. In seiner Brust schlägt neben dem Triathleten- auch ganz besonders ein Läuferherz. Simons Bestzeite über 10 Kilometer liegt bei unglaublichen 30:29 Minuten.

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