NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 06:02 Uhr · 0:49 Min · Kurzfassung

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„Around Europe“: Action statt Eintönigkeit für Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski in Norwegen

Topfebene Strecke? War gestern. Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski sind auf ihrer Radtour rund um Europa in Norwegen angekommen. Skandinavien enttäuscht nicht: Fantastische Landschaften treffen auf Wetterkapriolen. „Wir sind froh, hier zu sein“, jubelt Deichmann.

Privat Hoch und runter: Norwegen begeistert Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski mit seiner abwechslungsreichen Landschaft.

Das ging schnell: Zwei Tage mit ordentlich Rückenwind haben Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski förmlich durch Dänemark gepustet. 500 Kilometer, Nachtfähre von Hirtshals nach Larvik, schon waren beide in dem Land, nach dem sie sich schon mehrere Tage sehnten: Norwegen. „Hier ist es spektakulärer und mehr Action als in den vergangenen Wochen“, frohlockt Deichmann. „Dänemark war ereignislos, flach, mit 30 km/h viel am Deich entlang.“ Die vergangenen Tage dagegen: Höhenmeter, Baustellen, beeindruckende Landschaften, Wetterkapriolen. Das volle Programm.

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Wild campen am Meer

Als die beiden Abenteurer um 2 Uhr nachts in Norwegen ankamen, erwartete sie bereits die Morgendämmerung. Grund genug, noch ein wenig Strecke zu machen und das Licht zu nutzen. „Wir sind noch ein Stündchen weitergefahren und haben uns einen Schlafplatz gesucht. Nach dem Aufstehen sind wir nach Kristiansand gefahren, in den Schärengarten.“ Was die beiden Extremsportler in Norwegen besonders genießen: Sie brauchen sich abends nicht mehr zu verstecken. „Es ist schön, dass wir wieder überall legal zelten können. Wir haben einen Schlafplatz am Meer gefunden, dort konnten wir sogar noch reinhüpfen und uns erfrischen“, so Deichmann.

Privat Zeltplatz mit Aussicht: In Norwegen können Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski ohne Skrupel wild campen.

Denn: Die ersten Tage im hohen Norden waren alles andere als eine Abkühlung. Daunenjacke und Handschuhe, die wir von tri-mag Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski bei ihrer Durchreise durch Norddeutschland übergeben hatten, blieben vorerst verstaut. „Wir hatten die ersten vier Tage Traumwetter mit 25 bis 28 Grad Celsius und Sonne pur. Für das Fahrradfahren super, für Norwegen aber viel zu heiß.“ Von Kristiansand ging es ins Landesinnere in Richtung Fjorde. „Eine Wahnsinnsnatur. Wildnis, wenige Menschen, richtig Höhenmeter“, jubelt Deichmann, der mit seiner Partnerin am Dienstag vor der Kulisse von Wasserfällen, Seen, schneebedeckten Bergen und Gletschern 1.100 Meter hohe Pässe erklommen hat, mit Steigungen von teilweise 18 Prozent. Bereits am Mittwoch warnte der Wetterradar, dass die Bedingungen umschwenken würden. Norwegen sollte sich von seiner erwarteten Seite zeigen.

Wetterumschwung und Zwangspause

Donnerstagmorgen ging es schließlich los – und die wetterfeste Ausrüstung kam zu ihrem ersten Einsatz. „Wir hatten den ganzen Tag über heftigen Regen.“ Eine unerwartete Zwangspause sorgte für ein bisschen Erholung. Vier Stunden lang wurden beide ausgebremst, weil eine Baustelle die geplante Route unpassierbar machte. Eine Alternativstrecke? Ausgeschlossen. „Durch Fjorde und Berge wäre der Umweg 130 Kilometer mit richtig Höhenmetern gewesen“, so Deichmann. „Es konnte uns auch keiner sagen, wann es weitergeht. Einfach nur: ‚Soon‘. Wir haben Unterschlupf in einem Tunnel gesucht. Als die Baustelle wieder offen war, sind wir im strömenden Regen weitergefahren.“

Privat Wasserfälle und Höhenmeter: Die Natur entschädigt für die widrigen Bedingungen.

Am Donnerstagabend waren die Abenteurer bereits 100 Kilometer nördlich von Bergen. Die Strecke entlang eines Fjordes entschädigt für die widrigen Begleitumstände. Der Regen soll in den kommenden Tagen anhalten. „Trotz des Wetters läuft alles“, bilanziert Deichmann. „Wir sind froh, hier zu sein.“

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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