Von München nach München – und zwar einmal um Kontinentaleuropa herum. Jonas Deichmann und Josefine Rukowski haben ihr Projekt Around Europe abgeschlossen. Nach 127 Tagen im Sattel bleiben unterschiedliche Erkenntnisse. Und das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern.

Was bleibt nach 127 Tagen im Sattel? 24.000 Kilometer und 250.000 Höhenmeter nach ihrem Aufbruch zum Projekt Around Europe sind Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski zum Ausgangspunkt München zurückgekehrt. Dazwischen stand die Umrundung Kontinentaleuropas mit dem Rad. Selbst für Jonas Deichmann, mehrfacher Bike-Touren-Weltrekordhalter, beinhaltete das Projekt die längste Strecke, die er jemals gefahren ist. „Jeden Tag neun Stunden im Sattel, über einen so langen Zeitraum ohne Ruhetag, zehrt an den Reserven, zumal die Versorgungsmöglichkeiten speziell in Osteuropa, sehr schwierig waren“, erklärte der Abenteurer. Neben der Erkenntnis, dass körperliche, mentale und logistische Grenzen verschiebbar sind, stand am Ende vor allem ein positives Fazit: „Die Vielfältigkeit der Landschaften in 27 Ländern, die Gastfreundschaft und die vielen schönen Begegnungen quer durch Europa haben uns sehr begeistert.“
Nicht nur die Küste entlang
Der Start war am 25. April in München. Von dort aus ging es zunächst rund um Italien, bevor die beiden Abenteurer Europa im Uhrzeigersinn umrundeten. Anders als bei früheren Projekten stand dieses Mal nicht die schnellstmögliche Strecke im Fokus, sondern eine bewusst gewählte Route über kleine Straßen und Wege durch das Hinterland. Wie bei vorherigen Expeditionen waren die beiden ohne Begleitteam unterwegs und transportierten ihre gesamte Ausrüstung selbst auf den Fahrrädern. Die Strecke führte nicht ausschließlich entlang der Küsten, sondern häufig durch hügeliges Hinterland und anspruchsvolle Offroad-Passagen. Russland und die Ukraine umfuhren Deichmann und Rutkowski aufgrund des Krieges.
Eine Tour der Extreme
Das Projekt wurde eine Tour der Extreme. Während im Süden und später in Osteuropa extreme Hitze auf die Abenteurer warteten, hatten sie es in Skandinavien mit drei Wochen Dauerregen und eisiger Kälte zu tun. Vorbereitet hatten sich Deichmann und Rutkowski darauf bereits im mitteleuropäischen Hochsommer, als sie ihre Ausrüstung bei der Durchfahrt durch Deutschland in der Nähe Hamburgs bei Temperaturen von rund 30 Grad Celsius bereits mit Daunenjacken und Handschuhen ergänzten.
Flexibilität gefragt
Neben der guten Planung war von beiden auf ihrer Route aber vor allem eines gefragt: Flexibilität. Unsichere Fährverbindungen, gesperrte Tunnel, nicht mehr existierende Straßenabschnitte oder zuletzt Waldbrände in Osteuropa zwangen Deichmann und Rutkowski immer wieder dazu, ihre Strecke neu anzupassen. Am Samstagnachmittag kehrten sie schließlich nach 127 Tagen zurück zum Ausgangspunkt ihrer Reise: München.
Neues Projekt startet im September
Damit hat Jonas Deichmann jetzt drei Wochen Zeit, um sich auf sein nächstes Projekt vorzubereiten. Im Rahmen der Charity-Initiative „Move it! Gemeinsam mehr bewegen“ wird er ab dem 24. September 30 Marathons an 30 aufeinanderfolgenden Tagen quer durch Baden-Württemberg laufen.











