136 Fahrerinnen und Fahrer, 25 Kilometer Richtung Hawi und eine Stunde Kona-Gespräche auf der Rolle: Am Donnerstagabend hat sich das TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY zum ersten gemeinsamen Live-Ride auf der Original-Radstrecke des Ironman Hawaii getroffen. Ein Abend mit Höhenmetern, Insider-Wissen und einem verlorenen Schlussspurt.

„Aloha zusammen“ – so beginnt am Donnerstag um 20 Uhr ein etwas anderer Gruppenausflug. Statt sich an einer Tankstelle zu treffen, rollen die Athletinnen und Athleten des TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY in ihren Kellern, Wohnzimmern und Garagen auf den Smart-Trainer und klinken sich parallel in eine Videokonferenz ein. Auf dem Bildschirm: Kilometerpunkt 85 der Ironman-Radstrecke, dort, wo es auf Richtung Hawi geht. Genau den Abschnitt hatte unser Partner ROUVY als offenes Event in seinen Kalender gestellt – und neben dem deutschen Kona-Team fanden sich noch reichlich Rouvy-Nutzer aus aller Welt ein. Am Ende fanden sich 136 Teilnehmende auf der Strecke.
Die Strecke, wie man sie nie sehen wird
Team-Koordinator Frank Wechsel, der als Publisher von tri-mag.de und triathlon seit vielen Jahren am Renntag auf dem Motorrad die Strecke abfährt, hatte für die Gruppe gleich die erste Einordnung parat: „So leer, wie die Strecke jetzt ist, werdet ihr sie nie sehen.“ Ansonsten unterscheidet sich der Trainer-Eindruck an einer entscheidenden Stelle von der Realität: „Auf der Rolle bekommt ihr den Eindruck, dass es ein bisschen bergig ist. In Wirklichkeit ist es auf dem Weg nach Hawi oft richtig hart windig von vorn“, so Frank. Umgekehrt gilt: Der Rückweg mit Rückenwind und Gefälle ist das Stück, auf dem man richtig schnell Kilometer gutmacht. Auch der Asphalt sorgte für Erleichterung bei den Rookies im Team: „Da braucht ihr euch keine Sorgen machen. Der ist inzwischen durchgehend richtig gut – es sei denn, es gibt vorher mal wieder ein Erdbeben.“
Bei Kilometer 15 der virtuellen Runde folgte dann der Hinweis, den sich alle Starterinnen und Starter merken sollten: Links das alte Kino von Hawi, auf der Wiese davor steht die Ausgabe der Eigenverpflegung. Kurz darauf folgt der Wendepunkt – und dort an Nicht-Renntagen laut Franks langjähriger Erfahrung: das leckerste Sandwich der Insel.
Fragen, die sonst niemand beantwortet
Der Live-Ride war vor allem ein Format zum Fragen. Wie warm ist es wirklich? Offiziell stabil zwischen 26 und 29 Grad, gemessen im Schatten – „draußen auf der Lava, wo die Straße die Hitze speichert und wieder abgibt, ist es sicher deutlich, deutlich wärmer, und die Luftfeuchtigkeit lässt es noch heißer wirken.“ Kann man beim Schwimmen den Grund sehen? „Da kannst du alles sehen: Korallen, Delfine, manchmal auch Haie. Irgendwann wird es dann ein bisschen tiefer.“ Und wie ist das mit dem Vulkan? Frank Wechsel hat den Kilauea dreimal aktiv erlebt und empfiehlt allen Interessierten die Seiten des United States Geological Survey (USGS) und des Volcanoes National Park. Weil die Ausbrüche derzeit episodisch verlaufen und im Schnitt nur wenige Stunden dauern, überlegt das Team, die Alerts in der Rennwoche über eine WhatsApp-Gruppe weiterzugeben. Sein Wunschtermin für den nächsten Ausbruch steht übrigens auch schon fest: ein ruhiger Donnerstag in der Woche vor der Rennwoche.
Der Kaffee geht auf Frank – oder auf Carmen?
Sportlich war der Ride in etwa das, was angekündigt war: locker – mit Ausnahme des Finales. Während sich Frank in der Abfahrt zurück Richtung Kawaihae in die Top 100 des Feldes kämpfte, zog auf den letzten Metern ausgerechnet Carmen vorbei, die sich selbst als „absoluter Rookie“ bezeichnet und noch am Nachmittag einen Speichensensor für ihren klassischen Rollentrainer besorgt hatte. „Ich geb mich geschlagen. Carmen, das kostet aber einen Kaffee auf Hawaii, oder?“ – „Ich sehe gar nichts“, war die Antwort aus dem Wohnzimmer. Der Kaffee ist dennoch verabredet. Und der Lohn des Abends verdient: das virtuelle Radtrikot von Frederic Funk.

Wer im Team richtig ernst gemacht hat, war ein anderer Frank: Er hatte den ROUVY-Zugang bereits am vergangenen Sonntag bei Hamburger Nieselwetter genutzt und die komplette Radstrecke abgefahren – fünf Stunden am Stück. „Meine Familie hat mir ein bisschen den Vogel gezeigt.“ Sein Tipp für alle, die es ihm nachmachen wollen: Wer den Originalkurs komplett fährt, bekommt auch den Wechsel in Hawi und die Verpflegungsstationen zu sehen, die im 25-Kilometer-Ausschnitt fehlen.
Was jetzt kommt
Und dann ist es auch nicht mehr lang: Die meisten im Meeting steigen am 28. September in den Flieger, andere Anfang Oktober. Toralf verabschiedete sich nach gut einer halben Stunde aus der Konferenz mit dem Satz, der die Stimmung des Abends ganz gut zusammenfasst: „Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Ride – und wir sehen uns auf Hawaii.“
Wer die Strecke selbst fahren möchte: Die komplette Original-Radstrecke des Ironman Hawaii gibt es bei ROUVY, die 25 Kilometer nach Hawi als eigene Route.


















