Laura Philipp wird Zweite bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2026 auf Hawaii. Und wie erging es den sechs anderen deutschen Starterinnen? Wir haben den Überblick.
2. Platz: Laura Philipp (8:39:34 Stunden)
Ein schwieriger Start, eine beeindruckende Aufholjagd und schließlich der Vizeweltmeistertitel: Laura Philipp hat nach einer von gesundheitlichen Rückschlägen geprägten Saison einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Die 39-Jährige kam nach 1:00:03 Stunden aus dem Wasser, arbeitete sich auf dem Rad nach vorn und begann den Marathon auf Rang zehn. Mit der schnellsten Laufzeit des Tages von 2:50:42 Stunden kämpfte sie sich noch bis auf Platz zwei.
Dabei hatte ihr Tag alles andere als optimal begonnen. Schon vor dem Schwimmstart kämpfte sie mit einem Fußkrampf, im Wasser wurde sie seekrank. Auf dem Rad war Philipp über weite Strecken allein unterwegs. Dass die Abstände nach vorn anders als im Vorjahr nicht kontinuierlich anwuchsen, gab ihr Zuversicht. Auch den Marathon gestaltete sie bewusst konservativer als bei früheren Hawaii-Rennen. Mit konsequenter Kühlung und einem kontrollierten Beginn fand sie einen Rhythmus, den sie auf der Insel bislang vermisst hatte.
„Auch mir wurde natürlich warm und es war nicht einfach, aber es war trotzdem mein bestes Gefühl bisher“, erklärte sie. Besonders schwer fiel ihr der Moment, in dem sie an der entkräfteten Titelverteidigerin Solveig Løvseth vorbeilief. Mit Rang zwei und dem Gesamtsieg in der Ironman Pro Series, der mit 200.000 US-Dollar honoriert wurde, beendete Philipp dennoch ein Jahr, das sportlich kaum turbulenter hätte verlaufen können.
16. Platz: Jenny Jendryschik (9:15:40 Stunden)
56 Sekunden fehlten Jenny Jendryschik am Ende zu Rang 15 und damit zu einer Platzierung in den Preisgeldrängen. Trotzdem überwog bei der Hamburgerin die Freude über eine Leistung, die ihre eigenen Erwartungen deutlich übertraf. „Platz 16 ist mehr, als ich mir in dem Starterfeld bei der WM erträumt hätte“, schrieb Jendryschik nach dem Rennen auf Instagram. Dabei lief keineswegs alles nach Plan. Besonders mit ihrer Radleistung haderte die Deutsche. Das Radfahren sei „echt unterirdisch“ gewesen, während sich das Schwimmen und der Marathon dagegen sehr flüssig angefühlt hätten.
Nach 9:15:40 Stunden erreichte sie das Ziel und verbesserte sich gegenüber ihrer WM-Platzierung aus dem Vorjahr um einen Rang. Ihr Fazit fiel entsprechend positiv aus: Schritt für Schritt nach vorn.
20. Platz: Jana Uderstadt (9:21:22 Stunden)
„Es war ein richtig, richtig harter Tag“, sagte Jana Uderstadt unmittelbar nach ihrem Zieleinlauf. Besonders mit dem Schwimmen war die Deutsche unzufrieden. Schon im vergangenen Jahr hatte sie auf Hawaii Schwierigkeiten im Wasser gehabt. Die Hoffnung auf eine Verbesserung erfüllte sich nicht. Nach 1:04:47 Stunden erreichte sie die erste Wechselzone.
Auch über ihre anschließende Leistung wollte Uderstadt noch kein abschließendes Urteil fällen. Die Auswertung von Radfahren und Marathon stand zum Zeitpunkt des Interviews aus. „Ich glaube, schnell war heute bei mir gar nichts“, sagte sie. Worauf sie dagegen stolz sein konnte, war ihr Durchhaltevermögen: „Ich habe wirklich den ganzen Tag lang gekämpft.“
26. Platz: Leonie Konczalla (9:35:33 Stunden)
Nach ihrem neunten Platz im Vorjahr hatte sich Leonie Konczalla für die Ironman-WM 2026 einiges vorgenommen. Stattdessen erlebte die Deutsche einen Tag voller körperlicher Probleme, der sie beinahe zur Aufgabe zwang. „Ich bin ehrlich, es war mega schrecklich. Die Insel hat mir Demut gelehrt“, sagte Konczalla im Ziel. Schon nach dem Schwimmen hat ihre Körperkerntemperatur nach eigenen Angaben bei fast 40 Grad gelegen. Ab dem ersten Kilometer auf dem Rad kämpfte sie mit Kopfschmerzen und konnte keine Verpflegung aufnehmen.
Immer wieder dachte sie darüber nach, das Rennen vorzeitig zu beenden. Erst beim abschließenden Marathon kam die Wende. Die Zuschauer am Alii Drive gaben ihr neue Motivation. „Ich will das irgendwie bis ins Finish schaffen und einfach genießen, so gut es geht“, habe sie sich schließlich gesagt. Nach 9:35:33 Stunden überquerte Konczalla als 26. Frau die Ziellinie. Sportlich war das Ergebnis eine Enttäuschung, emotional dagegen ein besonderer Moment. „Es war schon ein Gewinn, hier an der Startlinie zu stehen und das jetzt auch geschafft zu haben“, erklärte sie.
34. Platz: Antonia Milowsky (10:10:04 Stunden)
Für Antonia Milowsky stand die erste Teilnahme an einer Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii an. Ihre Qualifikation hatte sich die 28-Jährige erst im August beim Ironman Kalmar mit Platz sieben gesichert. In Kona kam Milowsky nach knapp einer Stunde aus dem Wasser. Auf dem Rad verlor sie mit einer Fahrzeit von 5:32:58 Stunden deutlich an Boden. Den abschließenden Marathon absolvierte sie in 3:30:04 Stunden. Nach insgesamt 10:10:04 Stunden erreichte die Deutsche auf Platz 34 das Ziel und brachte damit ihr WM-Debüt erfolgreich zu Ende.
36. Platz: Henrike Güber (10:36:14 Stunden)
So gut vorbereitet wie noch nie sei sie in die Weltmeisterschaft gegangen, schrieb Henrike Güber nach dem Rennen auf Instagram. Gesund, fit und voller Vorfreude. Doch daraus wurde ein Tag, der die Deutsche körperlich und mental an ihre Grenzen brachte. Nach einem schwierigen Schwimmen fühlte sich Güber auf dem Rad zunächst stark. Kontrolliert und geduldig absolvierte sie die 180 Kilometer in 4:51:42 Stunden. Auch den Marathon begann sie mit einem positiven Gefühl. Dann überhitzte ihr Körper und an normales Laufen war nicht mehr zu denken.
Trotzdem entschied sie sich, weiterzumachen. Aus Respekt vor dem Rennen, ihrer Vorbereitung und sich selbst wollte sie die Ziellinie erreichen, unabhängig davon, wie lange es dauern würde. Es wurde ein langer Fußmarsch. Für den Marathon benötigte Güber schließlich mehr als viereinhalb Stunden. Nach 10:36:14 Stunden erreichte sie als 36. und letzte gewertete Profi-Frau das Ziel.
In ihrem Instagram-Beitrag beschrieb sie anschließend widersprüchliche Gefühle. Stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben, und gleichzeitig tief enttäuscht, dass sie nicht zeigen konnte, wofür sie trainiert hatte. Zunächst brauche sie eine Pause und Zeit, um ihre Gedanken zu sortieren.
DNF: Franziska Hofmann
Für Franzi Hofmann endete das Hawaii-Debüt ohne Zieleinlauf. Nach 59:54 Minuten verließ sie das Wasser, konnte das Rennen anschließend jedoch nicht erfolgreich beenden. Trotz des sportlichen Rückschlags meldete sich Hofmann am Abend mit einer positiven Erkenntnis auf Instagram. Sie habe erstmals seit Mai wieder ein Rennen beziehungsweise eine Drucksituation bewältigt, ohne in ein „problematisches Atemmuster“ zurückzufallen.
Dieses Thema habe sie über Monate stark beschäftigt. Umso bedeutender sei es nun für sie, wieder Vertrauen in die eigene mentale Stärke gewonnen zu haben. Sie fühle sich endlich bereit, erneut Rennen zu bestreiten, ohne befürchten zu müssen, dass ihr Kopf ihr einen Strich durch die Rechnung mache.