Jeder Freitag ist ab sofort Aloha Friday: In ihrem neuen Podcast-Format nehmen Weltmeister Lars Wichert und Frank Wechsel, der Initiator des TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY, Kurs auf die Ironman-Weltmeisterschaft am 10. Oktober auf Hawaii. In der ersten Folge geht es um die ganz besonderen Stunden vor dem Schwimmstart in Kailua-Kona, einen Vulkan, der verlässlich in Episoden ausbricht – und zwei bemerkenswerte Athletinnen aus der jüngsten Altersklasse.

Aloha und willkommen zu einem neuen Ritual: Bis zur Ironman-WM auf Big Island melden sich Lars Wichert und Frank Wechsel jeden Freitag mit dem „Aloha Friday“ aus dem Triathlon-House. Der Anlass ist beachtlich: 148 Deutsche haben sich inzwischen im TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY zusammengefunden, wo sich qualifizierte Athletinnen und Athleten weiterhin anmelden können. Und weil man auf der Insel nicht sprachlos dastehen will, lernen die beiden in jeder Folge ein wenig Hawaiianisch. Lektion eins: „Mahalo“ – danke. Wicherts Selbsteinschätzung zu seinen Sprachkenntnissen: ungefähr so fließend wie Brad Pitts Französisch in „Inglourious Basterds“.
Enge Gassen, Startnummern-Sticker und 3.000 Räder auf dem Pier
Das erste große Thema der Folge: Was passiert eigentlich am Rennmorgen in Kailua-Kona, bevor überhaupt ein Meter geschwommen ist? Lars, der die WM auf Hawaii mehrfach erlebt hat, beschreibt ein Treiben der Menschenmassen, die im Dunkeln von den Hotels Richtung Pier ziehen – mit Stirnlampe oder Handylicht. Die Startzone sei extrem eng, ausweichen könne man kaum. Eine Besonderheit, die viele unterschätzen: Die Startnummer muss – wie etwa bei der Challenge Roth – vor dem Betreten der Wechselzone auf den Arm geklebt werden. Lars erzählt dazu eine Anekdote von seinem ersten Hawaii-Start: Sticker nass gemacht, vom Arm gezogen – und nichts zu sehen, weil die Schutzfolie noch dazwischen war. Halb so wild, sagt er: Am Eingang wird kontrolliert, notfalls schreiben die Helfer die Nummer mit dem Stift auf den Arm.
Dazu kommen kuriose Details wie der Ordner, der darauf bestand, dass wirklich alles – bis hin zu den Radflaschen – in den einen kleinen Wechselbeutel gequetscht werden musste. Auf dem Pier selbst stehen die gut 2.500 bis 3.000 Räder nicht wie sonst eingehängt, sondern in Plastikständern, die sich auf die Reifenbreite einstellen lassen. Und dann kommt dieser eine Moment, den Lars so beschreibt: tief durchatmen, den Pazifik rauschen hören, Nationalhymne, Muschelbläser in alle vier Himmelsrichtungen, Trommeln – und schließlich der Kanonenschlag, „der wirklich ordentlich Wumms hat“.
Spannend für alle Kona-Starter 2026: Ob die Wechselzone in diesem Jahr wieder genauso aufgebaut wird, ist offen. Frank hat bei Ironman nachgefragt – die Antwort: „Wir arbeiten dran.“ Denn es wird der größte Eintages-Ironman auf Hawaii aller Zeiten, möglicherweise muss die Wechselzone aus Kapazitätsgründen auf den großen Parkplatz ausweichen. Der Wunsch der beiden Podcaster an den Veranstalter: nicht mehr Menschen ins Rennen nehmen, als auf den Pier passen.
Ein Vulkan mit Fahrplan: Der Kilauea bricht in Episoden aus
Wer schon einmal auf Hawaii ist, will auch etwas erleben – und 2026 könnte das Timing kaum besser sein. Der Kilauea im Süden von Big Island bricht aktuell aus, allerdings nicht dauerhaft, sondern in Episoden: seit dem 23. Dezember 2024 bereits 52 Mal, mit erstaunlicher Verlässlichkeit. Die Episoden dauern derzeit im Schnitt rund 8,5 Stunden – und in dieser Zeit werden 5 bis 10 Millionen Kubikmeter flüssiges Gestein herausgeschleudert, bis zu 300 Meter hoch, Größenordnung Eiffelturm. Zur Einordnung rechnen die beiden vor: Ein olympisches Schwimmbecken fasst 2.500 Kubikmeter – es fliegen also tausende Pools in die Luft. Gemessen wird die „Aufblähung“ des Vulkans übrigens mit sogenannten Tiltmetern an der Flanke. Rechnet man den Rhythmus hoch, stünde Anfang Oktober ungefähr Episode 57 an, kurz nach dem Ironman Episode 58. Bei rund drei Stunden Anfahrt aus Kailua-Kona heißt es dann: im richtigen Moment losfahren – und auf Madame Pele hoffen, die hawaiianische Göttin des Feuers.
Die Stars der F18–24: Erster Ironman gleich auf Hawaii
Herzstück des neuen Formats sind die Mitglieder des TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY. Und den Anfang macht die jüngste Frauen-Altersklasse, die F18–24, mit gleich zwei Athletinnen. Maja Falkiewicz hat sich beim Ironman 70.3 Hawaii qualifiziert, etwas nördlich von Kailua-Kona – und startet in Kona bei ihrem allerersten Ironman überhaupt. Ihre Rookie-Erfahrung auf Mittel- und Langdistanz sammelt sie damit beide Male auf Big Island. Sie kennt die Insel gut und ist auch als Guide in Trainingscamps von Team-Partner Hannes Hawaii Tours unterwegs.
Die zweite Athletin, Lena Sang aus Essen, hat sich beim Ironman Hamburg als Zweite ihrer Altersklasse in 10:16 Stunden qualifiziert. Ihre Trainingszahlen lassen aufhorchen: 400 Kilometer Schwimmen, 14.000 Kilometer auf dem Rad und 2.000 Laufkilometer im Jahr. Selbst die beiden Podcaster geben zu: Das schaffen sie zusammen nicht. Dabei sieht Lena das Laufen als ihre stärkste Disziplin – und das Schwimmen trotz des großen Umfangs noch als ausbaufähig. Ihr Rennen in Hamburg war alles andere als perfekt: chaotischer Schwimmstart, harte Momente auf dem Rad, ein Marathon wie ein Kampf. Genau deshalb, sagt sie sinngemäß, fühle sich die Quali so besonders an – sie stehe nicht für ein perfektes Rennen, sondern dafür, auch in den Tiefs dranzubleiben.
Über den Tellerrand: Marathon auf dem Ali’i Drive
Zum Abschluss geht der Blick zu einem anderen Sportevent in Kailua-Kona: dem Kona-Marathon, der seit 28 Jahren ausgetragen wird und größtenteils über den Ali’i Drive führt – jenen Streckenabschnitt, den Triathlonfans vom Auftakt des WM-Marathons kennen. Lars erinnert sich dabei an eine legendäre Szene: Sebastian Kienle und Jan Frodeno, die gemeinsam im 3:30er-Schnitt auf den Ali’i Drive einbiegen und dabei Smalltalk halten. Der Ali’i Drive wirke harmloser, als er sei, warnt er – das ständige Auf und Ab habe es in sich. Beim diesjährigen Marathon blieb bei den Frauen mit Rachael Sullivan aus Texas in 3:41 Stunden nur eine Läuferin unter vier Stunden, bei den Männern siegte ein Einheimischer in 2:53 Stunden Jarrett Gulden.
Dazu gibt es in der Folge die erste Stimme aus dem Team: Selçuk Yıldırım aus Berlin erzählt, was Kona für ihn bedeutet – das Ziel einer langen, intensiven Triathlon-Karriere neben Beruf und Familie, und der Wunsch, die Insel endlich nicht mehr nur am Bildschirm zu erleben. Nächste Woche geht es dann ins Wasser: Dann sprechen Lars und Frank über das, was nach dem Kanonenschlag passiert – und über „etwas richtig Extremes auf ganz besondere Art“.
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Mehr InformationenAloha Friday ist Teil von Carbon & Laktat, dem Podcast von tri-mag.de und der Zeitschrift triathlon – jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt.











