Fünf Wochen vor der Ironman-WM auf Hawaii wird es ernst: Im wöchentlichen ALOHA FRIDAY sprechen Frank Wechsel und Age-Group-Weltmeister Lars Wichert über den kniffligsten Abschnitt der Radstrecke – den langen Zug hinauf nach Hawi. Dazu: ein heftiger Trainingssturz, ein ungewöhnlicher Wundheilungs-Tipp, die schnellste Altersklasse des Feldes und das größte Outrigger-Kanu-Rennen der Welt.

Es sind nur noch gut fünf Wochen bis zum Ironman Hawaii am 10. Oktober – und beim TEAM GERMANY KONA26 powered by ROUVY laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: 181 Athletinnen und Athleten sind inzwischen registriert, beim ersten gemeinsamen Live-Ride auf der virtuellen Kona-Strecke waren 136 dabei. Doch die aktuelle Podcastfolge beginnt mit einem Schreckmoment.
Vom Motorrad touchiert: Lars Wicherts Schutzengel
Das hawaiianische Wort der Woche heißt „Kokua“: Hilfe. Und die hat Lars zuletzt tatsächlich gebraucht: Beim Radtraining wurde er von einem eng überholenden Motorrad touchiert und stürzte bei rund 55 Kilometern pro Stunde. Die Bilanz: großflächige Schürfwunden und ordentliche Prellungen im Hüft- und Gesäßbereich – aber nichts gebrochen, keine inneren Verletzungen. „Wenn ich mir ausmale, wie das passiert ist, bin ich wirklich sehr glücklich, dass nur ein bisschen Tapete ab ist“, sagt der Titelverteidiger sinngemäß. Schwimmen geht vorerst nicht, das Laufen ist fraglich, auf der Rolle sitzt er aber schon wieder. Die WM-Vorbereitung wird damit zum Balanceakt – abgesagt hat Wichert seinen Start aber nicht.
Nebenbei verrät er einen erstaunlich praktischen Tipp aus leidvoller Erfahrung: Die beim Sturz zerrissene Radhose nicht wegwerfen! Sie ist die erste Hose, mit der man wieder schmerzfrei fahren kann – weil der Stoff genau dort ein Loch hat, wo sonst jede Naht auf der heilenden Wunde reiben würde.
28,5 Kilometer bergauf: der Weg nach Hawi
Sportlich steht in dieser Folge der wohl meistdiskutierte Abschnitt der WM-Radstrecke im Mittelpunkt: der Weg von Kawaihae hinauf zum Wendepunkt in Hawi. Knapp 28,5 Kilometer sind es – und Wichert, auf Hawaii einer der schnellsten Age-Group-Radfahrer aller Zeiten, teilt den Anstieg in zwei Hälften: Auf den ersten rund 18 Kilometern wartet ein welliges Sägezahnprofil, erst danach beginnt der eigentliche Anstieg, der sich mit durchschnittlich 2,5 bis 3 Prozent Steigung bis kurz vor den Wendepunkt zieht.
Die eigentliche Prüfung ist aber nicht die Steigung, sondern der Wind: Auf der Abfahrt können vom Pazifik heftige Böen von der Seite hereinbrechen – es gab Jahre, in denen selbst Profis nicht mehr in den Aerobars fuhren, sondern sicherheitshalber an den Basebar griffen. Wie schnell es dort trotzdem zugehen kann, zeigt der im Podcast zitierte Bestwert für das Segment von Hawi hinunter: 26:41 Minuten, im Schnitt 51,9 km/h – trotz mehrerer Gegenanstiege, von denen der längste rund 2,5 bis 3 Kilometer misst.
„Nehmt mein Fahrrad, ich will nur noch zurück nach Kona“
Wie brutal dieser Streckenteil sein kann, weiß Lars aus eigener Erfahrung: Bei seiner ersten Teilnahme 2022 verließen ihn genau dort die Kräfte. Er musste sich auf dem Rad mehrfach übergeben, stellte sein Arbeitsgerät an einer Verpflegungsstation ab und wollte es bereits in einen Werkzeugwagen der Organisation laden: „Nehmt mein Fahrrad, ich möchte nur noch zurück nach Kona“, so schilderte er seine Verfassung. Doch der Wagen durfte keine Athleten mitnehmen. Nach einer Pause auf der Leitplanke fuhr Lars weiter, fand die Kräfte wieder – und beendete den Ironman doch noch. Heute ist er Agegroup-Weltmeister von Nizza 2025.
Die M30–34: die Altersklasse, die den Kona-Standard setzt
Im Altersklassen-Porträt geht es diesmal um die Männer zwischen 30 und 34 – laut Podcast die im Schnitt schnellste Altersklasse der vergangenen fünf WM-Austragungen. Zehn deutsche Qualifizierte stehen auf der Liste. Einer von ihnen: Vincent Bartscher aus dem TEAM GERMANY KONA26 – powered by ROUVY, der sich schon vor fast einem Jahr in Chattanooga qualifiziert hat, in Roth in diesem Jahr 9:09 Stunden gefinisht hat und auf Hawaii seine Bestzeit von 9:46 Stunden angreifen will. Für ihn ist Kona „die Einlösung für all die harte Arbeit“ – und er möchte gemeinsam mit Frank Wechsel das deutschsprachige Wettkampfbriefing auf Hawaii leiten.
Ebenfalls dabei: ein Athlet mit Sub9-Ambitionen, der bei seinem Qualifikationsrennen in Hamburg trotz Plattens und Reparaturstopps noch auf Altersklassenrang vier nach vorn fuhr und sich mit 8:49:31 Stunden das Kona-Ticket sicherte, sowie Lennart Rüdel, der sich beim Ironman Cozumel qualifizierte und aktuell im Höhentrainingslager bei Silvaplana trainiert.
Hilo, Regen und 2.500 Paddler
Den Blick über den Tellerrand gibt es auch: Hilo, die regenreichste Stadt der USA und Hauptstadt von Big Island, ist Ausgangspunkt für Vulkan-Nationalpark, Wasserfälle und eine spektakulär zugewachsene Küstenstraße. Und mit dem Queen-Liliuokalani-Kanu-Race stellen die beiden das größte Outrigger-Kanu-Rennen der Welt vor: Seit 1972 wird es rund um den Geburtstag der letzten hawaiianischen Königin ausgetragen, über 18 Meilen, mit rund 170 bis 180 Booten und etwa 2.500 Paddlerinnen und Paddlern – gestartet wird genau dort, wo auch der Ironman beginnt, in der Bucht von Kailua-Kona. Passend dazu hat Lars gerade nebenbei einen weiteren Titel eingesammelt: Er wurde deutscher Meister im Coastal Rowing, dessen Beach-Sprint-Variante 2028 in Los Angeles olympisch wird.
Und das Wetter? Die Hurrikan-Saison ist außergewöhnlich aktiv, zudem baut sich ein El-Niño-Ereignis auf – das brachte etwa 2015 windstillere, dafür deutlich heißere und schwülere Bedingungen. Eine ausführliche Analyse, wie hart der Ironman Hawaii 2026 werden könnte, erscheint am Sonntagabend auf tri-mag.de.
Die ganze Folge mit allen Anekdoten, dem Altersklassen-Check und den Hawaii-Tipps: ALOHA FRIDAY, der wöchentliche Kona-Podcast von tri-mag.de – jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt.
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Presenter: ROUVY – Die originale Kona-WM-Strecke und über 75 Ironman-Strecken virtuell fahren unter rouvy.com.


















