NEU! triathlon-News Ausgabe vom 12. Oktober, 13:46 Uhr · 0:48 Min · Kurzfassung

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So erging es den 7 deutschen Profi-Männern bei der Ironman-WM 2026

Jonas Schomburg wird Siebter, Patrick Lange scheidet aus – das sind die auffälligsten Ergebnisse der Deutschen bei der Ironman-WM 2026 auf Hawaii. Doch wo landeten die fünf anderen Profis im Männerfeld? Unser Überblick.

7. Platz: Jonas Schomburg (7:56:42 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

Es hätte der ganz große Tag von Jonas Schomburg werden können. Der 32-Jährige gehörte von Beginn an zu den offensivsten Athleten des Rennens und setzte sich nach einem starken Schwimmen früh allein an die Spitze. Auf dem Queen Kaahumanu Highway baute er seinen Vorsprung zeitweise auf rund zwei Minuten aus. Doch bei Hawi begann sein Rennen zu kippen. Schomburg bekam muskuläre Probleme und musste sein Tempo drastisch reduzieren. Innerhalb kurzer Zeit verlor er seinen gesamten Vorsprung und wurde von zahlreichen Konkurrenten überholt. Als er die zweite Wechselzone erreichte, lag er mit rund zwölf Minuten Rückstand nur noch auf Rang 19.

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Was folgte, war eine bemerkenswerte Aufholjagd. Trotz des schwierigen Radfahrens fand Schomburg beim Marathon zurück zu seiner Stärke. Mit einer Laufzeit von 2:41:45 Stunden, der fünftschnellsten des Tages, arbeitete er sich Platz um Platz nach vorn. Nach 7:56:42 Stunden erreichte er als Siebter das Ziel und war damit erneut bester Deutscher bei einer Ironman-Weltmeisterschaft. Nach Platz sechs in Nizza 2025 gelang ihm somit auch auf Hawaii ein Top-Ten-Ergebnis. Dass er zwischenzeitlich sogar um den Weltmeistertitel mitkämpfte, machte den Ausgang dennoch etwas bitter.


15. Platz: Jan Stratmann (8:07:19 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

„Ich bin tausendmal gestorben, tausendmal wiedergekommen und ich kann mir nichts vorwerfen. Ich habe alles rausgehauen“, sagte Jan Stratmann nach seinem ersten WM-Rennen auf Hawaii. Für den 31-Jährigen war es ein Tag voller Höhen und Tiefen, an dessen Ende mit Platz 15 ein Ergebnis stand, über das er sich aufrichtig freute. Schon beim Schwimmen investierte Stratmann viel Energie, als er versuchte, eine Lücke zur Gruppe vor ihm zu schließen. Auf dem Rad wollte er anschließend Positionen gutmachen, überzog dabei jedoch früh und verpasste auch noch die erste Verpflegungsstation. „Dann musste ich wirklich eine Stunde lang taktieren und super viel rausnehmen“, erklärte er.

Später fand Stratmann seinen Rhythmus wieder, kämpfte allerdings mit den heftigen Seitenwinden auf dem Weg nach Hawi. Mehrfach habe ihn der Wind beinahe von der Straße gedrückt, sagte er. Trotzdem blieb er überzeugt, dass das Rennen noch nicht entschieden war. Beim Marathon konzentrierte er sich vor allem auf Kühlung und Flüssigkeitsaufnahme. Das Tempo entsprach zwar nicht seinen ursprünglichen Vorstellungen, doch auf den letzten Kilometern mobilisierte er noch einmal sämtliche Reserven. Als er erfuhr, dass Platz 15 möglich war, beschleunigte er deutlich. Die letzten Kilometer absolvierte er nach eigenen Angaben teilweise in einem Tempo von rund 3:25 Minuten pro Kilometer. Nach 8:07:19 Stunden war das Ziel erreicht. „Ich kann mir nichts vorwerfen“, lautete sein Fazit. „Ich bin echt happy.“

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23. Platz: Frederic Funk (8:17:29 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

Bei seiner ersten Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii musste Frederic Funk vor allem beim Marathon kämpfen. Nach einem soliden Schwimmen zeigte der 29-Jährige auf dem Rad seine Stärke und absolvierte die 180 Kilometer in 4:16:29 Stunden. Mit zunehmender Renndauer machten sich jedoch Beschwerden an der Fußsohle bemerkbar.

„Leider hat mich eine zunehmend schmerzhafte Plantarfasziitis daran gehindert, mein volles Laufpotenzial abzurufen“, erklärte Funk anschließend auf Instagram. Die Entzündung beziehungsweise Reizung der Plantarfaszie schränkte ihn beim abschließenden Marathon deutlich ein. Nach 3:02:07 Stunden für die Laufstrecke erreichte er als 23. das Ziel. Seine Gesamtzeit betrug 8:17:29 Stunden.

Trotzdem zog Funk ein positives Fazit. Er sei stolz darauf, sich durchgekämpft zu haben. Neben einigen guten Ansätzen nehme er vor allem viele Erkenntnisse für die kommenden Jahre mit. Seine Motivation für eine Rückkehr ist bereits groß: Er wolle stärker zurückkommen und seine Leistung auf Hawaii verbessern.


25. Platz: Dominik Sowieja (8:22:22 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

„Ein Ironman ist niemals nur ein Rennen. Es ist ein brutaler, wunderschöner Kampf voller Höhen und Tiefen“, schrieb Dominik Sowieja nach seiner zweiten Ironman-Weltmeisterschaft auf Instagram. Bereits das Schwimmen verlief für ihn mit 58:54 Minuten nicht optimal. Auf dem Rad konnte er anschließend Boden gutmachen und absolvierte die Strecke in 4:25:37 Stunden. Den Marathon brachte er trotz der anspruchsvollen Bedingungen in 2:51:57 Stunden hinter sich.

Nach 8:22:22 Stunden überquerte Sowieja als 25. die Ziellinie. Gegenüber seinem 30. Platz bei der WM 2025 in Nizza bedeutete das eine Verbesserung um fünf Positionen. In seinem persönlichen Fazit stellte er weniger die Platzierung als vielmehr den Umgang mit den Herausforderungen in den Mittelpunkt. Man könne nie vorhersehen, wie viele Höhen und Tiefen ein Ironman bereithalte. Entscheidend sei aber, wie man darauf reagiere und was man aus den körperlichen und mentalen Möglichkeiten des jeweiligen Tages heraushole. Seine abschließende Botschaft: „Wir sehen uns 2027.“


28. Platz: Wilhelm Hirsch (8:28:17 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

„Humbled by the island“ – mit diesen wenigen Worten fasste Wilhelm Hirsch seinen Auftritt bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii zusammen. Nach Platz 23 in Nizza im Vorjahr reichte es für den Deutschen diesmal nur zu Rang 28. Dabei hatte sein Rennen vielversprechend begonnen. Mit einer Schwimmzeit von 48:21 Minuten stieg Hirsch als Dritter aus dem Pazifik. Auf dem Rad konnte er seine Position in der Spitzengruppe jedoch nicht halten und verlor mit einer Fahrzeit von 4:25:34 Stunden zunehmend an Boden.

Auch der abschließende Marathon entwickelte sich zu einem schwierigen Unterfangen. Für die 42,195 Kilometer benötigte Hirsch 3:09:13 Stunden. Nach insgesamt 8:28:17 Stunden erreichte er das Ziel.


30. Platz: Florian Angert (8:29:40 Stunden)

Frank Wechsel / spomedis

Für Florian Angert war es die dritte Teilnahme an einer Ironman-Weltmeisterschaft. Nach schwierigen Jahren wollte er auf Hawaii vor allem wieder eine Leistung zeigen, mit der er selbst zufrieden sein konnte. Doch auch für den 34-Jährigen wurde der Wettkampf zu einem Kampf. „Es war ein harter Tag bei meiner dritten Weltmeisterschaft“, schrieb Angert auf Instagram. Beim Schwimmen hielt er in 48:35 Minuten den Anschluss an die Spitze. Doch auf dem letzten Drittel der Radstrecke bekam er Probleme, seine angestrebte Leistung aufrechtzuerhalten.

Zwischenzeitlich dachte er sogar darüber nach, den Marathon gar nicht erst zu beginnen. Weil die Abstände zu den Konkurrenten noch überschaubar waren und sich seine Laufbeine zunächst gut anfühlten, entschied er sich jedoch fürs Weitermachen. Bis Kilometer 33 lief es nach eigenen Angaben einigermaßen ordentlich. Dann zwangen ihn Magenprobleme zu einem Toilettenstopp. Die verbleibenden Kilometer bis ins Ziel wurden zum Kampf.

Nach 8:29:40 Stunden belegte Angert Platz 30. „Ich bin wirklich glücklich, dass ich das Rennen beendet habe. Nach dieser gesamten Saison bedeutet mir das sehr viel“, erklärte er anschließend. Besonders bedankte er sich bei den Menschen, die auch in den schwierigen Monaten an ihn geglaubt hatten.


DNF: Patrick Lange

Frank Wechsel / spomedis

Es sollte der große Abschied von der Insel werden, auf der Patrick Lange dreimal Weltmeister geworden war. Stattdessen endete sein letztes Profirennen auf Hawaii vorzeitig. Der 40-Jährige musste die Ironman-WM aufgrund anhaltender muskulärer Probleme auf der Radstrecke aufgeben. Dabei hatte Lange einen starken Auftakt erwischt. Nach 48:29 Minuten verließ er das Wasser in der Spitzengruppe. Auf dem Queen Kaahumanu Highway machten sich allerdings früh Schmerzen und Krämpfe bemerkbar. Er habe versucht, die Beschwerden durch eine hohe Flüssigkeitsaufnahme in den Griff zu bekommen. Nach eigenen Angaben trank er rund sechs Liter, ohne dass sich die Situation entscheidend verbesserte.

Nach einem ersten Stopp versuchte Lange weiterzufahren. Doch auf dem Weg nach Hawi fehlte ihm zunehmend die Kraft. Zeitweise konnte er nach eigener Aussage nur noch 160 bis 180 Watt treten. „Bei der Vorstellung, mit diesen Krämpfen in den Marathon zu laufen, war das einfach so weit weg“, sagte er über die Entscheidung zur Aufgabe. Anstatt sich zurückzuziehen, wechselte Lange anschließend die Seiten. Er verteilte an der Palani Road Eis an die vorbeikommenden Athletinnen und Athleten.

„Wenn ich die Ziellinie nicht respektieren kann, dann möchte ich es wenigstens denjenigen, die die Ziellinie hoffentlich erreichen, ein bisschen einfacher machen“, erklärte Lange. Es sei sein letzter Auftritt als Profi auf Hawaii gewesen und für ihn der richtige Weg, der Insel etwas zurückzugeben. Ein bitterer Abschied nach drei Weltmeistertiteln auf Big Island. Sein endgültiges Karriereende ist für die Challenge Roth 2027 geplant.

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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