Soll ich? Warum du die Hawaii-Quali (nicht) angehen solltest

Es gibt Fragen, die ein Athletenleben verändern können. Sie kommen selten plötzlich, eher leise, fast schüchtern. Aber wenn sie auftauchen, lassen sie einen nicht mehr los. Soll ich? Soll ich wirklich versuchen, mich für Hawaii zu qualifizieren?

Nils Flieshardt / spomedis Viele Triathletinnen und Triathleten träumen davon, einmal am berühmten Dig Me Beach in den Pazifik zu steigen – bestenfalls auch im Rahmen einer Teilnahme an der Ironman-WM.

Soll ich? Diese Frage stellen sich nicht nur diejenigen, die beim Ironman Frankfurt oder Hamburg zu den Top-­Agegroupern gehören und realistische Chancen haben, sich für ­größere Aufgaben zu qualifizieren. Sie taucht auch bei denen auf, die davon noch ein gutes Stück entfernt sind, aber etwas in sich ­tragen, das größer ist als ihre ­aktuelle Leistungsfähigkeit: eine Sehnsucht. Ein Traum. Etwas, das oft seit Jahren im Verborgenen schlummert oder arbeitet. Und genau deshalb ist „Soll ich?“ nicht nur eine sportliche Frage. Sondern auch eine Frage hinsichtlich einer weitreichenden Veränderung.

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Der Mythos

Kona ist nicht einfach nur ein Rennen. Kona ist ein Ort, der Triathleten anders atmen lässt. Es ist dieses unbeschwerte Gefühl, am Morgen den Alii Drive entlangzuschlendern, geplagt vom Jetlag. Die Flipflops klatschen rhythmisch im Takt auf den Boden, der besondere Duft der pazifischen Meeresbrise liegt in der Luft, und man ist bereit für das morgendliche Schwimmen mit Gleichgesinnten und bunten Fischen. Danach geht es vom vermeintlich kleinsten Strandabschnitt der Welt, dem Dig Me Beach, hinüber zur Hamakua ­Macadamia Nut ­Company, um einen ­Latte oder einen Smoothie zu genießen. Und dann ist sie da, die Raceweek. Der Spirit auf der Insel ist so intensiv, dass man ihn selbst dann spürt, wenn man gar nicht startet. 

Die Ironman-Weltmeisterschaft ist und bleibt das Größte, was der Langdistanztriathlon zu bieten hat. 2026 stehen Männer und Frauen wieder gemeinsam an der Startlinie. Ein Umstand, den viele vermisst haben und der den besonderen Zauber des Rennens zurückbringt. Wer einmal dort war, sagt oft, dass er den Sport danach nicht mehr so erlebt hat wie vorher. Und niemand, wirklich niemand, der auf Hawaii gestartet ist, spricht von „einem weiteren Rennen“. Es ist immer noch der Mythos. Kona bleibt der Sehnsuchtsort einer ganzen Sportart. Der Spirit vor Ort trägt jeden, der ihn einmal erlebt hat.

Nils Flieshardt / spomedis

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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