In der Brust schlägt eine Hochleistungsmaschine, die ein Leben lang unaufhörlich Blut durch den Körper pumpt: das Herz. Bei Sportlerinnen und Sportlern muss es besonders viel leisten und passt sich entsprechend an. Die Besonderheiten eines Sportherzens und mögliche Risiken, die es mit sich bringen kann.

„Ich wusste nicht, wie mein Leben weitergehen würde.“ Mit dieser Aussage hat Lasse Priester in triathlon 230 auf den Sommer 2024 zurückgeblickt. Ein Herzinfarkt stellte alles auf den Kopf, an Leistungssport war zunächst nicht zu denken – und das bei einem topfitten Athleten im Alter von 29 Jahren. Er ist nicht der einzige Profisportler, bei dem das Herz den Gesundheitszustand auf die Probe gestellt hat. Der Südafrikaner Richard Murray etwa musste sich wegen Vorhofflimmern einer Operation unterziehen. Simon Henseleit hat wegen einer angeborenen Verengung der Aortenklappe die Karriere an den Nagel gehängt – die hohen Belastungen des Profisports wären ein zu hohes Risiko. Wie passt sich ein Herz an sportliche Betätigung an? Was muss es leisten und welchen Risiken ist es möglicherweise ausgesetzt?
Das Herz wächst mit seinen Aufgaben
„Im Vergleich zur Normalbevölkerung können Sportlerherzen nahezu doppelt so groß sein“, sagt Dr. Amaar Ujeyl, Facharzt für Kardiologie am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf. Er grenzt dieses Phänomen auf Ausdauersport im Spitzenbereich ein, beispielsweise auf Radsport- oder Triathlonprofis. Doch auch bei ambitionierten Hobbyathleten könne sich eine Vergrößerung zeigen, wenngleich nicht ganz so extrem. „Es handelt sich um eine Vergrößerung meist aller Herzhöhlen, ebenso nimmt das Volumen um bis zu 80 Prozent zu“, so der Mediziner. Damit geht eine Zunahme der Muskelmasse des Herzens einher. Es wird größer, die Herzwand behält dabei ihre Dicke. Diese Veränderungen seien meist eine „Reaktion auf jahrelang erhöhte Volumen- und Druckbelastung des Herzens“. Ausdauersport steigert vor allem das Herzminutenvolumen: Das Organ pumpt pro Minute mehr sauerstoffreiches Blut durch den Körper. Um dem gerecht zu werden, muss sich das Herz vergrößern, vorwiegend durch ein größeres Fassungsvermögen der Herzhöhlen.









