triathlon+
Zahl des Tages
6

Bei der diesjährigen Auflage der Challenge Roth am 5. Juli

Weiterlesen mit triathlon+ Jetzt triathlon+ abschließen

Mission Titelverteidigung: Meißner und Kraft vor EM-Härtetest in Jönköping

Lena Meißner und Fabian Kraft kehren als Titelverteidiger zum Ironman 70.3 Jönköping zurück. Bei der Ironman-70.3-Europameisterschaft in Schweden wartet auf beide ein stark besetztes Feld.

Getty Images for IRONMAN Gelingt Fabian Kraft die Titelverteidigung in Jönköping?

Zwischen Seeufer, Innenstadt und den Straßen rund um Jönköping wird am Sonntag um EM-Titel gekämpft. Der Ironman 70.3 in Schweden ist schon wie im vergangenen Jahr gleichzeitig das Europameisterschaftsrennen über die Mitteldistanz des amerikanischen Veranstalters – und aus deutscher Sicht besonders spannend besetzt.

- Anzeige -

Mit Lena Meißner und Fabian Kraft stehen gleich zwei Titelverteidiger an der Startlinie. Beide gewannen im vergangenen Jahr in Jönköping, beide treffen nun auf Felder, die kaum Raum für Fehler lassen. Während die 1,9 Kilometer im Munksjön den ersten Maßstab setzen, dürfte vor allem die wellige 90-Kilometer-Radstrecke darüber entscheiden, wer mit realistischen Titelchancen auf den abschließenden Halbmarathon geht.

Lena Meißner: Titelverteidigung mit besonderer Vorgeschichte

Für Lena Meißner ist die Rückkehr nach Jönköping auch eine Rückkehr an den Ort eines ungewöhnlichen EM-Titels. 2025 entschied sie das Rennen nach einem extrem engen Finale gegen Caroline Pohle zunächst für sich. Nach einem Protest wurde das Ergebnis zwischenzeitlich geändert, später aber nach einem Einspruch wieder zugunsten von Meißner korrigiert. Die Schwedische Triathlon-Föderation stellte am Ende fest, dass die Disqualifikation beziehungsweise Rückversetzung nicht regelkonform gewesen war.

Sportlich reist Meißner mit einem kleinen Fragezeichen nach Schweden. In dieser Saison stand sie bereits mehrfach auf dem Podium: Rang drei beim Ironman 70.3 Valencia, Platz zwei bei The Championship in Samorin, Rang drei beim Ironman 70.3 Kraichgau und zuletzt ebenfalls Platz drei beim Ironman 70.3 Elsinore. Doch für den Sprung nach ganz vorn reichte es bisher noch nicht. Auch in den sozialen Medien äußerte sie sich eher verwirrt als zufrieden über ihren bisherigen Saisonverlauf. Viele Fragen seien zu klären. Vielleicht gibt es ja in Jönköping nun eine Antwort.

Die Titelverteidigung wird allerdings deutlich schwerer als ein Blick auf die Startnummer F1 vermuten lässt. Marjolaine Pierré bringt in diesem Jahr bereits einen Sieg beim Ironman 70.3 Pays d’Aix mit und zeigte dort vor allem auf dem Halbmarathon ihre Qualität. Auch in Valencia war die Französin als Vierte nah am Podium.

Aus deutscher Sicht ist neben Meißner vor allem Bianca Bogen interessant. Sie gehört zu den Athletinnen, die das Rennen früh mitprägen können: stark im Wasser, solide auf dem Rad und durch ihre Entwicklung auf der Mitteldistanz längst mehr als nur eine Kandidatin für eine gute Platzierung. Ihr 13. Platz bei der Ironman-70.3-WM 2025 und ihre bisherigen Saisonergebnisse unterstreichen diese Rolle.

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf den starken Athletinnen mit klaren Einzelqualitäten. Sara Perez Sala zählt zu den besten Schwimmerinnen im Feld und kann die erste Gruppe im Wasser entscheidend sortieren. Nikki Bartlett bringt viel Erfahrung, Radstärke und einen gefährlichen Lauf mit. Sara Svensk hat als Schwedin den Heimvorteil auf ihrer Seite und ist mit ihrer Power auf dem Rad und beim Lauf besonders dann gut, wenn das Rennen hart und selektiv wird.

Dahinter ist das Feld breit: Anna Büttner hat mit Rang zwei beim Ironman 70.3 Eagleman in diesem Jahr ein Ausrufezeichen gesetzt, Sara Svensk und Anne-Sophie Pierre bringen genug Qualität mit, um Ausreißversuche zu starten. Für Meißner dürfte deshalb entscheidend sein, im Schwimmen keine Lücke zu den stärksten Athletinnen aufgehen zu lassen und auf dem Rad nicht in eine passive Rolle zu geraten.

Fabian Kraft: Der Titelverteidiger kommt mit Rückenwind

Auch Fabian Kraft kehrt als Europameister nach Jönköping zurück. 2025 gewann er das Rennen in 3:35:37 Stunden und setzte sich nach einem schnellen Halbmarathon gegen Sam Dickinson, Gabriel Sandör und Harry Palmer durch. Sein Lauf von 1:08:27 Stunden war damals der Schlüssel zum Sieg.

In dieser Saison hat Kraft bereits gezeigt, dass mit ihm erneut zu rechnen ist. Beim Ironman 70.3 Valencia wurde er Dritter, Ende Juni gewann er die Challenge Walchsee. Besonders auffällig: Kraft kann Rennen aus einer guten Schwimmposition heraus kontrollieren und besitzt auf der Mitteldistanz die Laufstärke, um auch gegen sehr starke Konkurrenz spät zu entscheiden.

Der größte Herausforderer könnte aus dem eigenen Land kommen. Lasse Nygaard Priester ist in dieser Saison auf der Mitteldistanz einer der konstantesten deutschen Profis. In Valencia wurde er Zweiter hinter Sam Laidlow, beim Ironman 70.3 Pays d’Aix Dritter. Seine Laufleistungen um 1:07 Stunden machen ihn auf einem flachen Halbmarathon besonders gefährlich. Kommt Priester in Jönköping mit Kontakt zur Spitze vom Rad, gehört er zu den Topfavoriten auf den EM-Titel.

Harry Palmer ist ein weiterer Name, den Kraft nicht aus den Augen lassen darf. Der Brite gewann in diesem Jahr The Championship in Samorin und war bereits 2025 in Jönköping als Vierter nah am Podium. Dazu kommen mehrere Profis, die das Rennen auf unterschiedliche Weise beeinflussen können. Marc Dubrick zählt zu den starken Schwimmern und kann früh für Tempo sorgen. Valdemar Solok gewann in dieser Saison die Challenge Cesenatico und wurde Zweiter bei The Championship – ein Hinweis auf seine Stärke über die Mitteldistanz. Leonard Arnold, Johannes Vogel, Jannik Schaufler, Cedric Osterholt sowie die weiteren deutschen Starter können die Dynamik des Rennens beeinflussen.

Keine Live-Übertragung

Eine vollständige Liveübertragung der Profirennen ist nach aktuellem Stand nicht angekündigt. Verfolgen lässt sich das Rennen dennoch über die Ironman Athlete Tracker App, die Zwischenzeiten, Live-Leaderboard und geschätzte Positionen auf der Strecke liefert. Die Profimänner starten um 8:55 Uhr, die Profifrauen fünf Minuten später um 9:00 Uhr.

Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

9,95 -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

94,95 -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

Verwandte Artikel

Challenge Walchsee: Fabian Kraft siegt souverän, Derron muss zittern

Große Hitze, starke Aufholjagden und ein packendes Finale: Die Challenge Walchsee bot auf anspruchsvollem Kurs spannende Rennen bis zum Schluss.

Lena Meißner schnuppert am Triumph, doch Katrina Matthews gewinnt Ironman 70.3 Elsinore mit überragendem Halbmarathon

Mit einer starken Laufperformance ist Katrina Matthews beim Ironman 70.3 Elsinore zum Sieg gestürmt. Lena Meißner gelang bei dem Pro-Series-Rennen in Dänemark der Sprung aufs Podest.

triathlon+
Jetzt neu: Print und online!

94,95 - pro Jahr
  • monatliche Zeitschrift
  • alle Online-Inhalte
  • 30.000 Seiten Archiv
  • Trainingspläne
  • Webinare & Co.

Monatsabo

9,95 - pro Monat
  • ganz flexibel

Unser Newsletter

Newsletter triathlon