Rasiermesserscharfe Aero-Kurbeln, riesige Kettenblätter, neue Highspeed-Reifen oder Kühl-Gadgets für den Kopf: Manche Teile sparen Watt, andere sorgen vor allem für offene Münder. Langweilig ist hier garantiert nichts.
Carbon Ti / Digirit Kettenblätter
Die carbonschwarzen, pizzatellergroßen Kettenblätter sind nicht mehr ganz neu im Profizirkus, doch sie lassen sich an immer mehr Rädern finden. Mit Größen von 58 bis mehr als 60 Zähnen sind sie auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und auch als Zweifach-Variante erhältlich. Neben der Gewichtsersparnis überzeugen die Blätter durch ihre hohe Steifigkeit und die markante, aggressive Optik, die jedes Zeitfahrrad aufwertet.
- Größen: 58 bis mehr als 60 Zähne
- Auch als Zweifach-Variante erhältlich
Pirelli P Zero Race TLR SL-R
Neue Schlappen, die überzeugen. Der Reifen mit dem langen Namen „P Zero Race TLR SL-R“ zählt aktuell zu den schnellsten auf dem Markt. Mit seinem geringen Rollwiderstand bewegt er sich der Pirelli-Pneu auf Augenhöhe mit dem Continental „GP 5000 TT TR“ und ist deshalb auch bei Profis wie Sam Laidlow und Kristian Blummenfelt im Einsatz. Trotz eines höheren Gewichts von circa 40 Gramm pro Reifen gegenüber dem Conti überzeugt der Italiener mit seiner Geschwindigkeit und einem direkten Fahrgefühl.
- Mehrgewicht: circa 40 Gramm pro Reifen gegenüber dem Continental „GP 5000 TT TR“
- Im Einsatz bei: Sam Laidlow, Kristian Blummenfelt
Overfast Aero Crank
Mit der Kurbel von Overfast rückt die aerodynamische Optimierung dieses Bauteils stärker in den Fokus. Statt lediglich Gewicht einzusparen, soll die markante, klingenförmige Carbon-Kurbel vor allem den Luftwiderstand reduzieren. Gleichzeitig bietet sie gegenüber klassischen Aluminiumkurbeln eine deutliche Gewichtsersparnis (circa 330 Gramm), ohne dabei Kompromisse bei der Steifigkeit einzugehen. Erhältlich ist die Overfast-Kurbel in Längen von 155 bis 172 Millimetern. Zum Einsatz kam sie unter anderem bei der Challenge Roth am Rad von Sam Laidlow. Der Franzose setzte dort auf eine Vielzahl neuer technischer und aerodynamischer Optimierungen, um auf der Radstrecke noch effizienter und schneller unterwegs zu sein.
- Gewichtsersparnis und verbesserte Aerodynamik
- Kurbellängen: 155 bis 172 Millimeter
- Im Einsatz bei: Sam Laidlow (Challenge Roth)
Shimano Scheibe / C99
Ob Shimano das Rad neu erfunden hat, können wir nicht sagen. Zumindest präsentiert die japanische Firma mit dem C99-Vorderrad und der Dura-Ace-Scheibe ihren bislang schnellsten Laufradsatz für den Triathlon. Die Kombination setzt konsequent auf maximale Aerodynamik: Das 99 Millimeter hohe Vorderrad mit Carbon-Speichen harmoniert perfekt mit dem neu entwickelten Vollscheibenrad und soll den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten minimieren. Dass der Laufradsatz von Profis wie Jonas Schomburg und Katrina Matthews sowie im Radsport von mehreren WorldTour-Teams eingesetzt wird, unterstreicht den hohen Anspruch. Trotz der aerodynamischen Auslegung bleiben die Laufräder mit 792 Gramm vorn und 987 Gramm hinten erstaunlich leicht.
- Felgenhöhe Vorderrad: 99 Millimeter, mit Carbon-Speichen
- Gewicht: 792 Gramm (vorn), 987 Gramm (hinten)
- Im Einsatz bei: Jonas Schomburg, Katrina Matthews
Wove Bottle Retention Loop
Halt mal! Über dieses kleine Gadget wird zunächst kaum nachgedacht – bis man es einmal genutzt hat. Das speziell geformte Gummiband hält die Trinkflasche sicher im Flaschenhalter und verhindert zuverlässig, dass sie auf holprigen Strecken verloren geht. Die Lösung von Wove ist so durchdacht, dass inzwischen Canyon dieses Modell am neuen „Speedmax“ einsetzt. Im Vergleich zu einfachen Gummibändern sitzt die Flasche sicherer und ist optimal greifbar.
- Im Einsatz bei: Canyon am neuen „Speedmax“
EZ Gains Hydro-Glide
Neugierige Blicke an der Startlinie sind mit dem „Hydro-Glide“ garantiert. Der kleine Einsatz, der aktuell stolze 224,95 Euro kostet, wird unter der Badekappe auf der Stirn platziert und soll dabei helfen, die Temperatur im Kopfbereich bei kaltem wie warmem Wasser besser zu regulieren. Ziel ist es, den Kälteschock oder die Hitzebelastung zu reduzieren und so für ein kontrollierteres Atemgefühl im Freiwasser zu sorgen. Ferner soll durch die hydrodynamische Form der Wasserwiderstand reduziert werden. Über den zweiten Punkt wird jedoch nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen.
- Preis: 224,95 Euro
Purpose Glacier Hat
Keep cool, Digga! Der „Glacier Hat“ gehört spätestens seit der vergangenen Saison zu den beliebtesten Hitze-Gadgets im Triathlon und ist bei vielen Profis im Wettkampf zu sehen. Im vorderen Bereich befindet sich eine kleine Tasche, die mit Eiswürfeln befüllt werden kann und so für eine anhaltende Kühlung sorgt. Zusätzlich verstärkt das feuchte Material in Kombination mit dem Laufwind den Kühleffekt durch Verdunstung. Im Vergleich zur Kühlung mit einem „Steinband“ ist die Cap wesentlich weniger anfällig für Schäden.
- Tasche für Eiswürfel
- Kühlung durch Laufwind
Aero-Helme von Ekoï und Uvex
Kaum ein Ausrüstungsmarkt entwickelt sich derzeit so rasant wie der für Aero-Helme. Bei der Challenge Roth sorgten vorrangig Ekoï mit einem neuen Prototypen und Uvex für Aufsehen. Ekois überarbeiteten „Pure Aero“ trugen unter anderem Sam Laidlow und Patrick Lange. Ebenfalls spannend ist der neue Uvex „Ultimate Race X“, dessen am Helm befestigtes, verstellbares Visier je nach Situation mehr Belüftung oder eine bessere Sicht ermöglicht. Die Entwicklung zeigt, dass neben den aktuell verbreiteten Helmen unter den Profis von Abus und Rudy Project weitere Marken um den schnellsten Kopfschutz buhlen.
- Ekoï „Pure Aero“: getragen von Sam Laidlow und Patrick Lange
- Uvex „Ultimate Race X“: verstellbares, am Helm befestigtes Visier
Dieser Artikel ist zuerst in triathlon Nr. 243 (September/Oktober 2026) erschienen.