Ich habe mich in Kalmar auch für die WM in Nizza qualifiziert. Aber für mich ging es von Anfang an nur um Kona.
Kona ist für mich der Kern dieses Sports. Der Ort, an dem alles entstanden ist, wo Geschichte geschrieben wurde und wo sich bis heute entscheidet, wer diesem Sport wirklich gerecht wird.
1978 fiel dort der Satz: „Whoever finishes first, we’ll call him the Iron Man.“
Genau das beschreibt für mich, worum es geht.
Kona ist kein Vergleich, kein Alternativrennen. Es ist der Maßstab. Die Herausforderung, die über allem steht.
Deshalb war für mich immer klar: Wenn ich die Chance bekomme, dann gehe ich nach Kona.
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Meine Story
Motivation
Wenn ich ehrlich bin, war die Idee, mich für Hawaii zu qualifizieren, am Anfang eher eine Schnapsidee. Ich komme nicht aus dem Ausdauersport – ich war Torwart, habe viel gefeiert, Bier getrunken und geraucht. Meine erste Sprintdistanz habe ich erst 2022 gemacht.
Nach meiner ersten Langdistanz beim Ironman Barcelona in 10:41 Stunden habe ich mir eigentlich geschworen: Nie wieder. Und ein paar Monate später war sie plötzlich da – diese Idee.
Ich wusste aber auch: Wenn ich das ernsthaft angehen will, dann brauche ich jemanden, der weiß, was er tut. Für mich kam da nur ein Coach in Frage – Nils Goerke. Also habe ich ihn angefragt.
Seit dem 01.12.2024 arbeiten wir zusammen. Und ab diesem Zeitpunkt hat sich etwas verändert. Fokus, Struktur, Konsequenz. Bis Kalmar habe ich genau eine Einheit verpasst – und das auch nur, weil das Schwimmbad zu hatte.
Diese Reise zeigt für mich vor allem eins: Es ist egal, wo du herkommst. Entscheidend ist, wie konsequent du bereit bist, deinen Weg zu gehen.
Stolzester Moment
Mein stolzester Moment kam nicht direkt im Ziel, sondern etwas später. Ich lag auf der Massageliege, völlig leer, aber gleichzeitig voller Emotionen. Zufällig hatte ich eine deutsche Masseurin, wir haben viel gesprochen, ich habe ihr mein Rennen erzählt – und ich konnte selbst noch nicht richtig greifen, was da gerade passiert war.
Und dann wieder dieser Blick auf das pinke Armband meiner Tochter an meinem Handgelenk. In dem Moment ist alles hochgekommen. Die Tränen kamen einfach.
Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, ob es mit Kona wirklich geklappt hat – der neue Qualimodus war ja noch komplett unklar. Aber das war in dem Moment auch egal.
Dieser Stolz, es durchgezogen zu haben. Ihnen gezeigt zu haben, warum Papa morgens um 5 Uhr aufsteht, abends noch eine zweite Einheit macht und am Wochenende stundenlang unterwegs ist – auf dem Rad oder beim Laufen - Ich glaube, mein kleiner Sohn ist bis heute überzeugt, dass Sport einfach mein Beruf ist.
Und gleichzeitig die Vorstellung, dass wir das vielleicht gemeinsam erleben dürfen – im Oktober 2026 auf Hawaii.
Das war für mich der Moment, der alles bedeutet hat.
Christoph goes Hawaii: Meine Kona-Quali
Ich war vom ersten Meter an im Rennen. So klar, so präsent, wie ich es selten erlebt habe. Ich weiß heute noch jeden Meter, den ich geschwommen bin, jeden Kilometer auf dem Rad und jeden Schritt im Marathon.
Neun Monate Vorbereitung – gemeinsam mit meinem Coach Nils Goerke. Alles darauf ausgerichtet, an diesem einen Tag abzuliefern.
Schon beim Schwimmen habe ich gemerkt: Heute ist etwas anders. Ich habe mich überragend gefühlt – aber was dann auf der Uhr stand, war komplett außerhalb von allem, was wir vorher überhaupt in Betracht gezogen hatten.
Auf dem Rad konnte ich genau mein Rennen fahren. Ruhig, kontrolliert, an die Vorgaben gehalten. In der zweiten Wechselzone war es plötzlich ungewohnt leer – ich dachte kurz: Hä, habe ich mich verfahren? Ein Moment, der mir gezeigt hat, dass ich genau da bin, wo ich sein will.
Der Marathon wurde dann das, was ein Ironman ausmacht. Bis Kilometer 22 lief alles rund, dann kamen Magenprobleme. Ab da ging es nicht mehr um schön laufen, sondern ums Durchkommen – Verpflegungsstation für Verpflegungsstation.
Und genau da wurde es persönlich. Als es nur noch weh tat, habe ich immer wieder auf das pinke Band an meinem Handgelenk geschaut – ein Glücksbringer von meiner kleinen Tochter. In diesen Momenten habe ich mir gesagt: Ich ziehe das jetzt durch – für meine Familie.
Gleichzeitig hatte ich immer wieder die Stimme von Coach Nils Goerke im Kopf: „Pundti, bleib am Ball. Du kannst das.“ Diese beiden Dinge haben mich getragen, als es eigentlich nicht mehr ging.
Bei Kilometer 37 habe ich zum ersten Mal gerechnet: Das könnte für eine Sub 9 reichen. Ab da gab es nur noch eins – laufen.
Ich dachte, es passt. Aber dann war die Strecke länger als meine Uhr angezeigt hat. Noch einmal alles raus. All-out. Zehn Meter vor dem Ziel springt meine Uhr auf 9:00:00.
Dieser eine Moment: Schade.
Und dann laufe ich ins Stadion. Der Moderator schreit meine Zeit, das Publikum explodiert, die Stimmung kippt komplett.
8:59:59. Ich konnte es nicht glauben.
Die Quali für die Ironman World Championship bedeutet mir extrem viel – weil sie genau das widerspiegelt: Fokus, Vertrauen und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment alles zu geben.
Mein Profil
Mein Sport & Training
Weitere Rennen
| Jahr | Rennen | AG | Overall | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 2025 | Ironman Emilia Romagna M40-44 | DNF | – | – |
| 2025 | Ironman Kalmar M40-44 | 6 | 39 | 8:59:59 |
| 2023 | Ironman Barcelona M40-44 | 49 | 229 | 10:41:22 |
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Weitere Athleten der Agegroup M40–44
| Name | Ort | Qualifikation | WM-Teilnahmen | |
|---|---|---|---|---|
| Florian Deibl | Obertaufkirchen | IRONMAN Switzerland, Thun | 2x | |
FF | Florian Faulhaber | IRONMAN Hamburg | – | |
JG | Jan-Ole Gerschefski | IRONMAN Switzerland | – | |
| Sebastian Häge | Zaisenhausen | IRONMAN Italy Emilia-Romagna | 2x | |
| David Neidl | IRONMAN Calella-Barcelona | – | ||
| Dirk Oswald | Rauenberg | IRONMAN Italy Emilia-Romagna | 2x | |
| Stephan Schwarz | Ditzingen | IRONMAN Chattanooga | 1x | |
| Jan Seewald | Essen | IRONMAN Malaysia | 2x | |
JT | Jan Talaszka | IRONMAN Calella-Barcelona | – | |
| Daniel Thiel | Schafstedt | IRONMAN South Africa | – | |
| Marc Wenzel | Sebnitz | IRONMAN South Africa | 2x | |
| Lars Wichert | Asendorf | Titelverteidigung | 3x |
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