Das einzige deutsche Podium bei der Xterra-WM geht auf das Konto einer Agegrouperin: Johanna Schmitt gewinnt erneut ihre Altersklasse. Bei den Profis triumphieren Sullivan Middaugh und Alizée Patiès.
Die Xterra-Weltmeisterschaft hat zum 30. Jubiläum ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach 25 Jahren auf Maui (Hawaii) und vier Austragungen im italienischen Molveno wurde das Offroad-Triathlon-Highlight erstmals auf dem US-amerikanischen Festland ausgetragen. Der Höhepunkt aus deutscher Sicht in Ruidoso, New Mexico: Johanna Schmitt sicherte sich den Sieg in der Altersklasse 35–39 und verteidigte ihren Titel, den sie letztes Jahr in Italien errungen hatte.
Topzeiten auf dem Mountainbike und beim Laufen
Die Würzburgerin machte den Sieg mit Topzeiten auf dem Mountainbike und beim Laufen perfekt. Im Ranking aller Agegrouperinnen kam Schmitt auf Platz vier. Zusammen mit den Elite-Starterinnen belegte sie in 3:07:48 Stunden Platz 13. Auf der Xterra-Tour ist Schmitt keine Unbekannte. Dieses Jahr konnte sie bereits bei den Rennen in Tschechien und Belgien ihre Altersklasse für sich entscheiden. Seit 2022 steht sie jetzt bei zehn AK-Siegen und zwei WM‑Titeln. Bei der O-See Challenge im sächsischen Zittau, die ebenfalls zur Serie gehört, war sie im August Sechste geworden.
Profis kassieren 20.000 US-Dollar Preisgeld
Bei den Profis holten am Samstag Sullivan Middaugh und Alizée Patiès die Titel über 1,5 Kilometer Schwimmen, 27 Kilometer Mountainbike und zehn Kilometer Trailrunning. Für ihren Erfolg kassierten sie jeweils ein Preisgeld von 20.000 US-Dollar. Unter den 19 Elite-Startern belegte der einzige deutsche Teilnehmer Martin Gebhard Platz 15.
Middaugh lässt der Konkurrenz keine Chance
Im Männerrennen setzte Sullivan Middaugh früh ein Ausrufezeichen. Mit der Spitzengruppe, der auch der Spanier José Ignacio Gálvez Ponce angehörte, wechselte er aufs Mountainbike. Doch bereits kurz nach Beginn der technisch anspruchsvollen Radstrecke stürzte Gálvez Ponce. Middaugh nutzte die Gelegenheit, setzte sich ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 2:06:50 Stunden erreichte der US-Amerikaner das Ziel mit 5:56 Minuten Vorsprung auf Gálvez Ponce. Der Däne Jens Emil Sloth Nielsen komplettierte das Podium nach 2:14:53 Stunden.
Bemerkenswert war Middaughs Erfolg aus familiärer Sicht: Sein 48 Jahre alter Vater Josiah und sein jüngerer Bruder Porter waren ebenfalls am Start und belegten die Plätze sechs und sieben. Für den US-Amerikaner ist es der erste WM-Titel über die volle Xterra-Distanz.
Patiès macht auf dem Rad den Unterschied
Bei den Frauen übernahmen zunächst die starken Schwimmerinnen Raquel Solis und Emma Ducreux das Kommando. Die Französin Alizée Patiès lag nach dem Schwimmen etwas zurück, spielte ihre Mountainbike-Stärke anschließend aber eindrucksvoll aus. Sie setzte sich an die Spitze und erreichte den zweiten Wechsel mit rund vier Minuten Vorsprung auf Ducreux. Auf dem abschließenden Trailrun ließ Patiès nichts mehr anbrennen und gewann in 2:36:19 Stunden.
Die Italienerin Marta Menditto belegte mit 2:42:33 Stunden Rang zwei, die Australierin Maeve Kennedy wurde in 2:45:18 Stunden Dritte. Ducreux belegte Platz vier. Auch für Patiès war es der erste WM-Titel über die volle Distanz. Deutsche Athletinnen waren bei den Profis nicht am Start.
Insgesamt kamen Athletinnen und Athleten aus 41 Ländern zur Jubiläumsausgabe nach New Mexico. Allerdings hatte sich die Zahl der Teilnehmenden von 644 vor einem Jahr in Italien auf jetzt 422 reduziert.