Tomás Rodríguez Hernández wollte nach Ablauf seiner zweijährigen Dopingsperre in den Wettkampfsport zurückkehren. Dazu kam es nicht. Seit dem 23. Juni ist der Mexikaner erneut vorläufig suspendiert. Nun hat er sich erstmals ausführlich zu dem laufenden Verfahren geäußert.

Warum ist Tomás Rodríguez Hernández auch drei Monate nach Ablauf seiner Dopingsperre noch nicht an die Startlinie zurückgekehrt? Diese Frage bekommt jetzt eine konkretere Antwort. Nachdem die International Testing Agency (ITA) den Mexikaner in ihrem öffentlichen Register erneut als vorläufig suspendiert führt, hat sich Rodríguez Hernández selbst zu dem laufenden Verfahren geäußert.
Demnach wollte der 29-Jährige, dem 2024 der Sieg beim Ironman Texas – inklusive Marathon-Streckenrekord – aberkannt worden war, nach Ablauf seiner Sperre tatsächlich wieder in den Wettkampfsport einsteigen. Nach eigener Darstellung beantragte er zunächst erneut die notwendige Freigabe seines Verbandes und versuchte anschließend, sich für ein Ironman-Rennen anzumelden. Zu einem Start kam es jedoch nicht.
„Die ITA teilte mir über ihren Rechtsvertreter mit, dass eine Untersuchung wegen eines möglichen Falls von Manipulation läuft und dass ich von diesem Zeitpunkt an vorläufig suspendiert bin, bis diese Untersuchung abgeschlossen ist“, erklärt Rodríguez Hernández in einem Statement.
Seit dem 23. Juni erneut suspendiert
Die offizielle ITA-Datenbank führt Rodríguez Hernández seit dem 23. Juni 2026 als vorläufig suspendiert. Als mögliche Anti-Doping-Regelverstöße werden Artikel 2.5 („Tampering“) sowie Artikel 10.14 (Verstoß gegen das Teilnahmeverbot während einer Sperre) genannt. Nähere Angaben zu den Vorwürfen veröffentlichte die ITA bislang nicht.
Rodríguez Hernández sagt ausdrücklich, dass er während seiner Sperre keinen Wettkampf bestritten habe. Der genannte Artikel des Welt-Anti-Doping-Codes umfasst allerdings nicht ausschließlich Wettkämpfe. Während einer Sperre ist grundsätzlich auch die Teilnahme an bestimmten organisierten sportlichen Aktivitäten untersagt.
Was bedeutet „Tampering“?
Im Mittelpunkt seiner eigenen Erklärung steht der Vorwurf des möglichen „Tampering“. Artikel 2.5 des Anti-Doping-Regelwerks betrifft Manipulation beziehungsweise versuchte Manipulation von Bestandteilen der Dopingkontrolle oder des Anti-Doping-Verfahrens. Welche konkrete Handlung die ITA bei Rodríguez Hernández untersucht, ist nicht öffentlich bekannt. Auch der Athlet selbst will dazu derzeit keine Details nennen.
„Mein Anwaltsteam und ich arbeiten an diesem Verfahren und stellen die entsprechenden Informationen und Unterlagen zur Verfügung“, sagt er. „Aus rechtlichen Gründen werde ich weder auf Einzelheiten der Untersuchung noch auf Beweismittel eingehen, die Bestandteil des Verfahrens sind.“
Rodríguez Hernández berichtet von zwei negativen Kontrollen
In seinem Statement nennt der Mexikaner noch einen weiteren Aspekt. Nach seinen Angaben sei er zuletzt zweimal getestet worden – beide Kontrollen seien negativ ausgefallen. Er trainiere weiter und tue alles dafür, „zurückzukehren, sobald es mir möglich ist“. Eine neue Sperre ist damit bislang nicht ausgesprochen. Rodríguez Hernández selbst zeigt sich überzeugt davon, irgendwann wieder an die Startlinie zurückkehren zu können.
„Ich werde mich weder an Spekulationen noch an einem medialen Krieg beteiligen“, sagt er. „Ich vertraue darauf, dass das juristische Verfahren zu einer Entscheidung kommt und dass ich wieder Wettkämpfe bestreiten und das tun kann, was ich am meisten liebe.“


















