Routine bei der Challenge 120: Die mentale Herausforderung für Jonas Deichmann steigt

Jeden Tag das Gleiche. Mit eingespielten Abläufen erhöht sich die Gefahr von Unachtsamkeit. In Woche sieben schärfte Jonas Deichmann daher den Blick für das Wesentliche. Leichte körperliche Beschwerden melden sich derweil zurück.

Guntram Rudolph Keine Zeit verlieren: Die Pausen müssen genau geplant sein, damit Jonas Deichmann jede Minute effizient nutzt.

Überraschung: Das zu Erwartende tritt gerade ein. Nach 50 Langdistanzen in 50 Tagen hält eine gewisse Monotonie Einzug in den Tagesablauf von Jonas Deichmann bei seiner Challenge 120. Bei aller körperlicher Belastung stellt diese Entwicklung die größte Herausforderung dar. „Weil es seit Tag 30 gut läuft und kaum Veränderungen passieren, merke ich, dass ich konstant 100 Prozent den Fokus halten muss“, erklärte Jonas Deichmann heute Morgen vor dem Schwimmstart zur 51. Etappe gegenüber tri-mag.de. „Die Pausen dürfen nicht zu lang werden. Jede Minute zählt am Ende. Denn jede Minute, die ich nicht Sport treibe, esse oder schlafe, ist eine verlorene Minute, was die Recovery angeht.“ Dass diese Routine irgendwann (hoffentlich) erreicht sein würde, davon war auszugehen. Wann dies aber passieren würde, war nicht vorherzusagen. Jetzt also bricht eine entscheidende Phase des Weltrekordprojekts mit 120 Langdistanzen in 120 Tagen an. Das Mentale rückt immer mehr in den Fokus. Da ist jede Abwechslung willkommen. „Die Raceweek der Challenge Roth kommt genau zur richtigen Zeit“, so Deichmann.

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Vorbereitungen bremsen Jonas Deichmann aus

„Ich merke, wie sich Roth herausputzt. Überall sehe ich Mäharbeiten und es werden Schilder aufgehängt.“ Die Vorboten des Highlights, das zugleich die Halbzeit beim Projekt Challenge 120 markiert. Die Vorbereitungen wirken sich allerdings auf Deichmann aus. „Es sind viele Autos unterwegs. Der ganze Landkreis freut sich auf die Challenge. Das bedeutet aber auch, dass meine Radzeiten langsamer sind, weil ich öfter anhalten muss.“

Südwind bringt Geschwindigkeit

Insgesamt aber haben auch die konstanten Splits in den drei Disziplinen für eine gewisse Monotonie gesorgt. Wie gut, wenn es Details gibt, die Deichmann aus dieser Monotonie ausbrechen lassen. „Im Neo wird mir manchmal mittlerweile ein bisschen warm“, erklärt der 37-Jährige. Weiter in der bewährten Routine? Oder doch mal ohne zweite Haut in den Rothsee springen? Lassen wir uns überraschen. Auf dem Rad ist der Extremsportler mittlerweile so routiniert auf der Strecke unterwegs, dass er ziemlich genau vorhersagen kann, wie sich der Bikesplit an einem Tag entwickeln wird. „Ich hatte zuletzt ein paar Tage mit Nordost-Wind. Das ist der auf der Roth-Strecke der Wind, der mit Abstand am langsamsten macht. Der kommt gefühlt immer von vorn. Wenn man mal Rückenwind hat, ist man im Wald versteckt. Wenn man Gegenwind hat, ist man auf den offenen Feldern. Der Wind hat gestern aber gedreht, heute ist wieder Westwind – das ist etwas angenehmer. Man braucht aber eine Südkomponente beim Wind, damit es wirklich schnell wird.“

Das Knie bereitet leichte Probleme

Körperlich melden sich zumindest leichte Beschwerden zurück. Eine Grundmüdigkeit nach so vielen Langdistanzen am Stück ist wenig verwunderlich. Nachdem in Woche zwei bereits das Knie Probleme bereitet hatte, ist die Entzündung in den vergangenen Tagen zurückgekehrt. „Es hat sich ein bisschen Flüssigkeit im linken Knie angesammelt. Aber es ist nicht so stark wie zu Beginn des Projekts“, so Deichmann. „Ich mache mir da keine großen Gedanken. Es wird gut, wir steuern gegen.“

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Wer Jonas Deichmann per Livetracker verfolgen möchte, kann das auf der Website des Abenteurers an jedem der 120 Tage seiner Challenge tun. Begleitung auf der Strecke ist ebenfalls willkommen. Damit nichts schiefläuft, hat er Regeln und Hinweise für Begleiter auf seiner Homepage zusammengefasst.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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