Cassandre Beaugrand und Matt Hauser gewinnen das Supertri Pro Series Final 2026 in Jersey. Tim Hellwig wird Siebter, Alex Yee scheitert an einem Defekt.
Cassandre Beaugrand und Matt Hauser haben das Supertri Pro Series Final 2026 in Jersey gewonnen und sich jeweils den größten Zahltag der Triathlonsaison gesichert. Auf der Kanalinsel setzten sich die Französin und der Australier in den entscheidenden Momenten der letzten Rennphase durch. Beide kassierten für ihren Sieg jeweils 100.000 US-Dollar.
Das Finale war der Höhepunkt einer Supertri-Saison, in der drei Pro-Series-Rennen in das Endspiel auf Jersey geführt hatten. Das Format blieb dabei typisch Supertri: kurz, brutal intensiv, taktisch aufgeladen und anfällig für Fehler. Genau davon gab es am Finaltag einige.
Beaugrand setzt sich auf der letzten Laufstrecke ab
Im Frauenrennen lieferte Cassandre Beaugrand eine nahezu perfekte Vorstellung ab. Die Olympiasiegerin aus Frankreich blieb über die frühen Rennphasen kontrolliert in der Spitzengruppe und setzte sich auf der letzten der neun Teilstrecken entscheidend ab. Auf dem finalen Lauf zog Beaugrand früh davon und ließ ihren Konkurrentinnen keine Möglichkeit mehr zur Reaktion.
Georgia Taylor-Brown aus Großbritannien folgte mit 19 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Jeanne Lehair aus Luxemburg komplettierte das Podium mit 27 Sekunden Rückstand auf Beaugrand.
„Es war eine gute Entscheidung, hier zu starten. Ich könnte meine Saison jetzt beenden, weil ich alles erreicht habe, was ich wollte. Es war eine ziemlich besondere Saison“, sagte Beaugrand im Ziel. Für die Französin war es ein weiterer Höhepunkt in einem Jahr, in dem sie bereits vier Rennen der World Triathlon Championship Series in Folge gewonnen hatte.
Stürze, Pannen und ein Helm auf der Laufstrecke
Hinter Beaugrand entwickelte sich ein Rennen voller Zwischenfälle. Eve Whitaker stürzte auf der Radstrecke gleich zweimal. Jess Fullagar krachte auf dem letzten Radabschnitt in das Hinterrad ihrer britischen Teamkollegin Georgia Taylor-Brown. Damit war der Versuch, Beaugrand auf dem Rad entscheidend unter Druck zu setzen, endgültig vorbei.
Auch Jeanne Lehair wurde von einem kuriosen Missgeschick ausgebremst. Die Luxemburgerin verfing sich in der Wechselzone mit ihren Haaren im Helm und musste den ersten Teil der abschließenden Laufstrecke mit Helm in der Hand absolvieren. „Ich vermute Sabotage, Georgia Taylor-Brown hat mir die Haare gemacht“, scherzte Lehair im Ziel. Gleichzeitig ärgerte sie sich über die verpasste Chance: Ohne das Problem hätte sie möglicherweise noch stärker um Silber kämpfen können.
Hauser holt sich den Sieg vor Wilde
Bei den Männern setzte sich Matt Hauser durch. Der Australier ging als einer der Favoriten ins Rennen und nutzte auf der finalen Laufstrecke seine Stärke. Hauser distanzierte Hayden Wilde aus Neuseeland um sieben Sekunden. Mitch Kolkman aus den Niederlanden belegte Rang drei.
Für Hauser war der Sieg auch eine Reaktion auf ein schwieriges Wochenende zuvor. Eine Woche nach einem Sturz bei einem World-Triathlon-Rennen in China zeigte sich der Weltmeister wieder in Topform. „Es ging heute von Beginn an zur Sache, und ich weiß, dass es in diesem Enduro-Format darum geht, im Rennen zu bleiben“, sagte Hauser. Er sei froh, das Rennen vollendet und sich sein Selbstvertrauen zurückgeholt zu haben. Jersey bezeichnete er zudem als „Heimat von Supertri“.
Yee verliert das Duell durch Defekt
Besonders viel Aufmerksamkeit hatte im Vorfeld das Wiedersehen von Alex Yee und Hayden Wilde erzeugt. Der Olympiasieger aus Großbritannien und sein neuseeländischer Rivale standen erstmals seit mehr als einem Jahr wieder gemeinsam an der Startlinie. Das erhoffte Duell wurde jedoch früh beendet.
Yee riss auf dem zweiten Radabschnitt seine goldene SRAM-Kette und verlor damit den Anschluss an die Entscheidung. „Es war einfach Pech, aber solche Dinge passieren“, sagte Yee nach dem Rennen. Die Atmosphäre und das Event lobte er dennoch. Er sei enttäuscht, nicht mehr Teil der entscheidenden Rennphase gewesen zu sein, da er sich bis dahin gut gefühlt habe.
Wilde wiederum zeigte sich nach seinem Comeback im Supertri-Format zufrieden. Der Neuseeländer, der bereits mehrere Einzelrennen und zwei Gesamtwertungen der Serie gewonnen hat, sprach von etwas Rost in diesem speziellen Rennformat, nahm aus Jersey aber positives Gefühl mit. Nach einer enttäuschenden Kurzdistanzsaison gebe ihm der Auftritt wieder Selbstvertrauen.
Hellwig als einziger Deutscher auf Rang sieben
Aus deutscher Sicht war Tim Hellwig der einzige Starter im Männerfeld. Der Olympiasieger von Paris 2024 mit der Mixed Relay belegte beim Supertri Pro Series Final Rang sieben und ordnete sein Rennen anschließend nüchtern ein. „Solid 7th“, schrieb Hellwig nach dem Rennen. Den entscheidenden Rückstand habe er sich bereits im ersten Schwimmen eingehandelt: „Beim ersten Schwimmabschnitt habe ich etwas den Anschluss verloren, habe versucht, auf dem Rad wieder aufzuholen, habe aber den größten Teil des Rennens im Niemandsland verbracht.“
Hellwig hatte sich zuvor mit seinem Sieg beim Auftaktrennen der Supertri Pro Series in Austin für das Finale qualifiziert und brachte damit bereits den Nachweis mit, dass ihm das Format liegt. In Jersey fehlte ihm nach eigener Einschätzung jedoch die letzte Explosivität zu Beginn des Rennens. „Es hat einfach etwas an Geschwindigkeit gefehlt“, schrieb er.
Zufrieden war er dennoch mit dem Einsatz: „Glücklich mit dem Einsatz heute.“ Gleichzeitig lobte Hellwig die Veranstaltung und die Rückkehr des kompakten, schnellen Formats. Er habe die „back-to-back tri action“ erneut genossen. Für ihn steht nun zunächst Erholung an, bevor es in der kommenden Woche bei der WTCS in Karlovy Vary weitergeht.