Dienstag, 16. Dezember 2025

World Triathlon Hamburg: Heimspiel mit Medaillenchancen für Lisa Tertsch

Am kommenden Wochenende trifft sich die Kurzdistanzelite im Triathlon in Hamburg. Beim Rennen der World Triathlon Championship Series sind alle Augen auf Lisa Tertsch gerichtet. Sie geht als Führende des Gesamtklassements in ihr Heimrennen.

Anna Bruder / spomedis Lisa Tertsch ist Führende im Klassement der WTCS und geht in Hamburg als Mitfavoritin an den Start.

Sie ist die Frau der Stunde im deutschen Kurzdistanztriathlon: Lisa Tertsch führt nicht nur die Gesamtwertung der World Triathlon Championship Series an, sondern zeigte mit ihrem Sieg zum WTCS-Auftakt in Abu Dhabi und jüngst beim World Cup im ungarischen Tiszaujvaros, dass sie zur absoluten Weltspitze gehört. Beide Wettkämpfe fanden über die Sprintdistanz statt (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) – ein gutes Omen für das kommende Wochenende, an dem im Rahmen des World Triathlon Hamburg das vierte WTCS-Rennen der aktuellen Saison an der Alster stattfindet. Über die Sprintdistanz. Das hat mittlerweile Seltenheitswert auf der Tour: Seit Ende Juli 2023 gab es nur zwei Wettkämpfe der WM-Serie über die Sprintdistanz – in Hamburg 2024 und in Abu Dhabi 2025. Neben dem Einzelrennen der Männer (16:35 Uhr) und Frauen (18:35 Uhr) am Samstag geht es am Sonntag bei der Mixed-Relay-WM zur Sache (13:50 Uhr). Außerdem finden die Open Races für Agegrouper über die Sprint- (Samstag ab 9:30 Uhr) und Kurzdistanz (Sonntag ab 6:30 Uhr) statt.

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Alles drin im Kampf um die vorderen Plätze

Für Lisa Tertsch ist das Event rund um die Alster ein gutes Pflaster. Im vergangenen Jahr wurde sie Zweite im Einzel und verteidigte mit der Mixed Relay (zusammen mit Annika Koch, Lasse Lührs und Henry Graf) den WM-Titel aus 2023. Bei der bevorstehenden Auflage gehört die deutsche Top-Athletin im Einzel zu den Favoritinnen. Zwar gibt es stärkere Schwimmerinnen im Feld, aber Tertsch ist dicht dran und dürfte mit einem überschaubaren Rückstand aus dem Wasser kommen, um anschließend in einer größeren Radgruppe den Anschluss zu schaffen. Auf den fünf Laufkilometern ist dann alles drin – in der Disziplin gehört sie zur absoluten Weltspitze.

Cassandre Beaugrand fordert Lisa Tertsch

Zu der zählt auch Cassandre Beaugrand, ebenfalls Favoritin auf den Sieg. Die Französin ist nicht nur Olympiasiegerin, sondern auch Titelverteidigerin in Hamburg. Sie ist bekannt für ihre Explosivität beim Laufen – ein Vorteil, der auf dem flachen und schnellen Kurs der Hansestadt besonders zum Tragen kommen könnte, zumal Beaugrand im Vorjahr die schnellste Athletin in Hamburg war. Die Britinnen Beth Potter, Kate Waugh und Georgia Taylor-BrownJeanne Lehair aus Luxemburg, die Französin Léonie Périault und die US-Amerikanerin Taylor Spivey könnten unter anderem ebenfalls in den Kampf um das Podium eingreifen.

Kann Nina Eim ihre Laufstärke ausspielen?

Neben Tertsch gehen für die deutsche Equipe Tanja Neubert, Annika Koch, Nina Eim, Franka Rust, Selina Klamt und Julia Bröcker ins Rennen. Neubert belegt aktuell Rang sieben in der Gesamtwertung und zeigt Konstanz in ihren Leistungen. Bei ihren drei Starts auf der Tour kam sie jeweils unter die ersten zwölf Athletinnen. Koch steht derzeit auf Rang zehn des Klassements und zählt zu den Läuferinnen, die bei einem günstigen Rennverlauf auf das Podium schielen dürfen. Eim machte mit der schnellsten Laufzeit in Abu Dhabi zum Jahresbeginn darauf aufmerksam, dass mit ihr bis zum Schluss zu rechnen ist.

Hauser in Favoritenrolle

Im Männerfeld liegt die Favoritenrolle klar bei Matthew Hauser, der das Ranking der WTCS anführt und in Hamburg im vergangenen Jahr gewann. Seine Kombination aus Schwimmstärke und Wechselgeschwindigkeit dürfte ihn erneut von Beginn an ganz nach vorn spülen. Auf einem schnellen Kurs wie in Hamburg dürfte es dennoch beim Radfahren zu Zusammenschlüssen kommen und die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Ausreißversuche ist gering. Neben Hauser gibt es weitere Athleten mit Ambitionen auf die vorderen Plätze. Mit dem Portugiesen Vasco Vilaça und dem Brasilianer Manoel Messias sind zwei schnelle Läufer im Feld, die auf die vorderen Plätze blicken. Messias gewann bereits zwei Sprintdistanz-Medaillen in der WTCS, Vilaça war sowohl in Hamburg 2024 als auch Abu Dhabi 2025 auf dem Podium. Der Brasilianer Miguel Hidalgo hat sich in den vergangenen Rennen ebenfalls als fester Bestandteil der Spitzengruppe etabliert und gewann das WTCS-Rennen in Alghero, nachdem er in Yokohama bereits auf Rang drei gelandet war.

Deutsches Quintett nur Außenseiter

Aus deutscher Sicht steht Lasse Lührs im Blickpunkt. Der Olympiasieger mit der Mixed Relay von Paris hat erst im Juni nach einer Fersenoperation und zehnmonatiger Pause beim Europapokal Wels sein Comeback gefeiert. „Es hat sich gut angefühlt, wieder an der Startlinie zu sein und es hat auch gezeigt, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe“, erklärte Lührs anschließend. In Hamburg wird es für ihn darum gehen, vor allem eine Standortbestimmung zu erhalten. Neben ihm wird das DTU-Team vertreten durch Henry Graf, Valentin Wernz, Eric Diener und Lasse Priester. Graf war beim Auftakt in Abu Dhabi auf Rang vier gelaufen. Mit Heimpublikum im Rücken ist dem Team eine kleine Überraschung zuzutrauen, auch wenn es wohl nicht für die Plätze ganz vorn reichen wird.

Mixed Relay: Deutschland mit Podiumsperspektive?

Am Sonntag steht mit der Mixed-Relay-WM ein weiterer Höhepunkt an. Das deutsche Team, immerhin Olympiasieger von Paris im vergangenen Jahr, ist in Hamburg traditionell stark unterwegs. Die vergangenen beiden Auflagen der Weltmeisterschaften in der Mixed Relay in Hamburg gewannen die DTU-Athletinnen und -Athleten. Die Konkurrenz ist mit den Mannschaften aus Australien, Frankreich, Großbritannien oder Neuseeland groß.

Die Strecken

Beim Einzelrennen folgen auf die 750 Meter Schwimmen in der Binnenalster 20 Radkilometer, verteilt auf sechs Runden rund um die Binnenalster. Die fünf Laufkilometer führen in zwei Runden durch die Innenstadt. Bei der Mixed Relay absolvieren alle vier Teammitglieder jeweils 300 Meter Schwimmen in der Alster, sieben Kilometer auf dem Rad (zwei Runden) und 1,75 Kilometer (zwei Runden) auf der Laufstrecke.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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