Fast alle Sportlerinnen und Sportler haben eine stärkere Körperseite. Warum das meist normal ist, wann es Leistung kostet und wie man muskuläre Ungleichgewichte sinnvoll erkennt und ausgleicht.
Frank Wechsel / spomedis Mit Krafttraining kann ein muskuläres Ungleichgewicht gezielt angegangen werden.
Die meisten Triathleten kennen dieses Gefühl: Eine Seite arbeitet scheinbar sauberer, stabiler, kraftvoller. Beim Schwimmen zieht ein Arm etwas besser, auf dem Rad fühlt sich ein Bein „runder“ oder sogar spürbar kräftiger an, beim Laufen kippt das Becken minimal weg – immer zur gleichen Seite. Oft ist das kaum sichtbar, aber deutlich spürbar.
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Muskuläre Ungleichgewichte sind im Triathlon keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Jeder Mensch bringt eine natürliche Dominanz mit: eine bevorzugte Hand, ein stärkeres Standbein, eine Seite, die Bewegungen leichter organisiert. Dazu kommen Alltagsmuster – Sitzen, Tragen, Arbeiten – und frühere sportliche Prägungen. Wer lange Fußball gespielt hat, entwickelt andere Schwerpunkte als jemand, der aus dem Schwimmen kommt.
Problematisch wird diese Einseitigkeit zunächst nicht. Der Körper ist erstaunlich gut darin, Unterschiede auszugleichen. Erst der Triathlon mit seinen hochgradig zyklischen Bewegungen macht sie sichtbar – und manchmal auch spürbar. Dann geht es nicht mehr um die Frage, ob ein Ungleichgewicht existiert, sondern darum, wie gut man damit umgehen kann.
Warum Triathlon muskuläre Ungleichgewichte verstärken kann
Triathlon ist eine Sportart der Wiederholungen. Tausende Armzüge, zigtausend Trittumdrehungen, unzählige Laufkontakte – meist in sehr ähnlichen Bewegungsmustern und über lange Zeiträume hinweg. Genau das macht den Sport effizient, aber auch gnadenlos ehrlich. Kleine Unterschiede zwischen rechter und linker Seite verschwinden nicht, sie summieren sich. Im Schwimmen fällt das oft zuerst auf. Eine leicht stärkere Zugseite reicht aus, um die Wasserlage minimal zu verschieben. Der Körper rotiert ungleichmäßig, die Atmung
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Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.
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