TT Sports verbindet auf Hawaii Wettkampf, Training und Community. So fühlt sich die Rennwoche zwischen Ohana Retreat, Alii Drive und Ironman-WM an.
Die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii ist für viele Agegrouper das große Ziel einer langen Saison. Doch die Reise nach Big Island besteht aus weit mehr als diesem einen Renntag. Im Ohana Retreat schafft TT Sports für zwei Wochen eine Mischung aus Trainingsbase, Rückzugsort und Community: morgens mit dem Beach Cruiser zum Pier, anschließend Frühstück mit Produkten aus dem eigenen Garten, zwischendurch ein Gespräch mit Trainer Mario Schmidt-Wendling und am Nachmittag vielleicht einfach ein paar Stunden am Pool. Vieles ist möglich, wenig ist Pflicht.
Die Sonne geht langsam über dem Pazifik auf. Auf der Terrasse stehen die ersten Kaffeetassen, während ein paar Meter weiter die Beach Cruiser aus der Garage geholt werden. Gleich geht es den Alii Drive hinunter Richtung Kailua-Kona, zu jenem Pier, um den sich während der Rennwoche gefühlt die gesamte Triathlonwelt dreht. Wer keine Lust auf die Fahrt mit dem Cruiser hat, wird später mit dem Auto gefahren. Und wer heute gar nicht zum Pier möchte, bleibt einfach noch liegen.
Diese Freiheit beschreibt, wie sich die Tage im TT-Sports-Camp auf Hawaii anfühlen. Natürlich sind fast alle wegen des Sports hier. Wochen und Monate wurde auf den Saisonhöhepunkt hingearbeitet, für einige steckt hinter der Qualifikation sogar ein jahrelanger Weg. Trotzdem soll aus den Tagen vor der Ironman-Weltmeisterschaft kein Trainingscamp mit Anwesenheitspflicht werden.
Es gibt viele Angebote, aber kein Muss. Wer gemeinsam schwimmen möchte, fährt mit. Wer eine längere Radeinheit geplant hat, findet Gesellschaft. Wer nach seinem eigenen Trainingsplan unterwegs ist, macht genau das. Und wer am Nachmittag lieber die Füße hochlegt, am Pool bleibt oder noch eine Runde Pickleball beziehungsweise Basketball spielt, kann auch das machen.
Mit dem Beach Cruiser mitten hinein ins Hawaii-Gefühl
Die Fahrt nach Kailua-Kona wird schnell zu einem dieser kleinen Rituale, die hängen bleiben. Mit dem Beach Cruiser über den Alii Drive rollen, links den Pazifik sehen und beobachten, wie die Stadt von Tag zu Tag ein bisschen mehr in den Ironman-Modus wechselt. Am Pier schwimmen die ersten Athleten schon früh am Morgen, Räder und Triathleten bestimmen das Straßenbild und spätestens beim Kaffee landet jedes zweite Gespräch irgendwann bei Wattwerten, Hitze oder Rennverpflegung.
Mittendrin zu sein gehört zu Hawaii. Genauso wertvoll kann es aber sein, anschließend wieder aus diesem Trubel herauszukommen.
Im Ohana Retreat verändert sich die Atmosphäre. Hier muss nicht permanent über das Rennen gesprochen werden. Nach dem Schwimmen wartet das Frühstück, man bleibt noch einen Moment am Tisch sitzen und schaut irgendwann, was für den restlichen Tag ansteht. Einige der Lebensmittel stammen direkt von der Plantage des Retreats. Im Garten wachsen Bananen, Papayas und Zitrusfrüchte, die geerntet werden und später auf dem Frühstückstisch landen.
Das reichhaltige Frühstück schafft die Grundlage für diejenigen, die noch einmal einen längeren Trainingstag vor sich haben. Für andere beginnt damit bereits die Erholung. Jeder befindet sich wenige Tage vor dem Rennen an einem etwas anderen Punkt. Das Ziel ist zwar dasselbe, am Wettkampftag die eigene Leistung abzurufen, der Weg dorthin muss aber nicht bei allen identisch aussehen.
TT Sports auf Hawaii: Alles kann, nichts muss
Diese Mischung aus Angebot und Freiheit ist ein wesentlicher Gedanke hinter der Wettkampfreise von TT Sports. Gemeinsame Einheiten, Transfers, Frühstück, Ausflüge und Austausch schaffen einen Rahmen, ohne daraus einen festen Stundenplan zu machen. Wie viel davon jeder nutzt, bleibt individuell.
Das ist gerade in den Tagen vor einem Ironman wichtig. Der eine benötigt noch einen etwas längeren Trainingsreiz innerhalb seines Taperings, während der andere bewusst auf mehr Erholung setzt. Manche möchten morgens früh am Pier stehen und möglichst viel von der besonderen Rennwoche mitbekommen, andere suchen zwischendurch Abstand vom Trubel in Kona.
Zusammen kommt die Gruppe ohnehin immer wieder: beim Frühstück, am Pool, nach dem Training oder am Abend. Die Community entsteht deshalb weniger durch organisierte Programmpunkte als durch das Zusammenleben selbst.
Ein bisschen erinnert die Idee an das Campo Bahia der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Natürlich in einer völlig anderen Dimension, doch der Grundgedanke passt. Es gibt eine gemeinsame Base für Menschen, die auf dasselbe große sportliche Ziel hinarbeiten. Man lebt für einige Tage zusammen, trainiert, isst und tauscht sich aus, ohne dass dadurch der individuelle Rhythmus verloren geht.
Am Renntag ist schließlich jeder allein unterwegs. Jeder schwimmt seine Linie, fährt seine Wattwerte und versucht anschließend, den Marathon so umzusetzen, wie er ihn vorbereitet hat. Die Tage davor muss man deshalb aber nicht ebenfalls allein verbringen.
Mario Schmidt-Wendling ist nicht weit entfernt
Zu dieser Atmosphäre gehört bei TT Sports auch Mario Schmidt-Wendling. Seine Rolle im Camp besteht nicht darin, den gesamten Tagesablauf vorzugeben. Vielmehr ist er jemand, der verfügbar ist, wenn Fragen entstehen.
Und die entstehen automatisch. Beim Frühstück geht es plötzlich um das geplante Pacing. Nach einer Radeinheit um das Gefühl in den Beinen. Am Pool vielleicht um die Ernährung oder um die Frage, ob die letzte Laufeinheit zwei Tage vor dem Start wirklich noch notwendig ist.
Normalerweise findet Coaching im Agegroup-Sport häufig digital statt. Der Trainingsplan landet in einer App, absolvierte Einheiten werden hochgeladen und Fragen per Nachricht geklärt. Auf Hawaii wird daraus für einige Tage unmittelbarer Austausch. Mario sitzt am gleichen Frühstückstisch, ist nach der Einheit ansprechbar oder kann eine kurze Einschätzung geben, wenn wenige Tage vor dem Rennen plötzlich Unsicherheit aufkommt.
Gerade kurz vor dem Saisonhöhepunkt kann das wertvoll sein. Zusätzliche Fitness lässt sich jetzt ohnehin nicht mehr aufbauen. Die Trainingsarbeit ist erledigt. Vielmehr geht es darum, Ruhe zu bewahren, den eigenen Plan nicht plötzlich infrage zu stellen und keine unnötigen Experimente zu beginnen. Manchmal besteht gutes Coaching zu diesem Zeitpunkt gerade darin, nichts mehr zu verändern.
Hawaii darf trotzdem Hawaii bleiben
Bei aller sportlichen Bedeutung wäre es schade, Big Island ausschließlich durch die Brille von Trainingsdaten, Materialcheck und Rennvorbereitung zu erleben. Für viele Agegrouper ist allein die Qualifikation für die Weltmeisterschaft ein Erlebnis, auf das sie lange hingearbeitet haben. Wenn man schließlich hier angekommen ist, darf man diesen Ort auch wahrnehmen.
Vielleicht bedeutet das einen Nachmittag am Pool oder einen Kaffee auf der Terrasse. Vielleicht eine Tour zu einer Kaffeeplantage, das Erlebnis mit Mantarochen im Wasser oder einen Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea. Auch solche Erlebnisse gehören deshalb zum Angebot rund um die TT-Sports-Reise, ohne dass daraus ein Pflichtprogramm entsteht.
Diese Momente nehmen dem Rennen nichts von seiner Bedeutung. Sie können vielmehr dabei helfen, genau jene Ruhe zu finden, die in den letzten Tagen vor dem Start häufig wichtiger wird als eine zusätzliche Trainingseinheit.
Hinzu kommt, dass bei einer organisierten Wettkampfreise viele Dinge im Hintergrund verschwinden, um die man sich sonst selbst kümmern müsste. Transfers, Wege zu Trainingsmöglichkeiten oder organisatorische Fragen sind jeweils für sich keine großen Herausforderungen. In Summe kosten sie bei einer Fernreise trotzdem Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn vieles davon geregelt ist, bleibt mehr Kopf für Training, Erholung und eben auch für Hawaii.
Hawaii muss kein unbezahlbarer Traum bleiben
An diesem Punkt verfolgt TT Sports noch einen weiteren Gedanken: Die Reise zur Ironman-Weltmeisterschaft soll nicht automatisch zu einem finanziellen Ausnahmeprojekt werden.
Alexander Törpsch-von der Heide, Geschäftsführer von Topteam Sports, begegnet immer wieder demselben Vorbehalt. Athleten träumen von einer möglichen Hawaii-Qualifikation, befürchten gleichzeitig aber, sich die anschließende Reise nicht leisten zu können.
„Ganz vordergründig geht es uns darum, es ein bisschen günstiger zu gestalten“, sagt Törpsch-von der Heide. Viele Athleten würden sofort sagen: „Oh, Hawaii. Wenn ich mich qualifiziere, dann kann ich mir die Reise nicht leisten.“
Mit seiner Hawaii-Wettkampfreise möchte TT Sports genau an dieser Wahrnehmung ansetzen. Für rund zweieinhalb Wochen auf Big Island zahlen die Athleten nach Angaben des Veranstalters etwa 2.500 Euro inklusive Doppelzimmer und Frühstück. Mittag- und Abendessen kommen hinzu. Nach den Erfahrungen von Törpsch-von der Heide lässt sich die gesamte Reise inklusive Flug damit in einer Größenordnung von etwa 5.000 Euro realisieren.
Hawaii bleibt damit etwas Besonderes, soll aber nicht zwangsläufig etwas Unerreichbares sein.
Von Hawaii in die TT-Sports-Community
Der Gedanke endet künftig nicht am Abreisetag. Ab November will TT Sports das, was im Camp fast automatisch entsteht, stärker in den Trainingsalltag übertragen. Gemeinsam mit Mario Schmidt-Wendling entsteht eine TT-Sports-Trainingscommunity mit strukturierten Trainingsplänen, App-Anbindung und dem Austausch unter den Athleten. Trainingssteuerung und Leistungsentwicklung bilden dabei das sportliche Fundament, gleichzeitig soll die Community zusätzliche Motivation schaffen.
Es ist die logische Verlängerung des Camp-Gedankens. Jeder trainiert individuell für sein eigenes Ziel, bleibt aber Teil einer Gruppe. Fragen müssen nicht ausschließlich zwischen Athlet und Trainingsplan stattfinden, Erfahrungen können geteilt werden und aus digitalen Kontakten entstehen bei Camps, Seminaren oder Wettkampfreisen reale Begegnungen.
Damit bekommen auch das Trainingscamp auf Mallorca im April oder Wettkampfreisen nach Südafrika und Hawaii einen anderen Charakter. Im besten Fall trifft man dort künftig nicht auf eine Gruppe völlig Fremder, sondern auf Menschen, mit denen man bereits Monate zuvor trainiert und sich ausgetauscht hat.
Genau dieser Dreiklang soll TT Sports in Zukunft prägen: Camps schaffen gemeinsame Erlebnisse, Coaching gibt dem Training Struktur und die Community verbindet beides über die Saison hinweg.
Der eigentliche Luxus ist die Ruhe
Am Ende sind es trotzdem nicht unbedingt die einzelnen Leistungen von TT Sports, die den Charakter dieser Reise ausmachen. Es ist ihre Kombination.
Morgens mit dem Beach Cruiser über den Alii Drive zum Pier rollen. Danach ins Ohana Retreat zurückkommen und gemeinsam frühstücken. Eine Banane essen, die wenige Meter entfernt im Garten gewachsen ist. Mario beim Kaffee eine Frage stellen. Später noch einmal aufs Rad steigen oder einfach am Pool bleiben.
Der eigentliche Luxus besteht darin, dass all das möglich ist, ohne dass daraus eine Verpflichtung entsteht. Kurz vor dem Saisonhöhepunkt ist diese Freiheit besonders wertvoll. Die Vorbereitung ist abgeschlossen, der große Tag rückt näher und plötzlich geht es nicht mehr darum, möglichst viel zu machen. Sondern im richtigen Moment das Richtige zu tun und ansonsten auch einmal loszulassen.
Vielleicht beschreibt das den Spirit der Reise am besten: Man ist nach Hawaii gekommen, um Rennen zu machen. Aber man darf Hawaii dabei trotzdem erleben.
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