Ironman-Weltmeisterin vor Start in der Super League:
Anne Haug – “Es würde mich wundern, wenn ich ganz vorn mitmischen könnte”

Ironman-Weltmeisterin auf Abwegen: Anne Haug will sich bei den “Arena Games” der Super League Triathlon am 23. August in Rotterdam mit der aktuellen Elite der Kurzdistanz messen. Im Interview erklärt die 37-Jährige, warum sie sich eher wenig Chancen auf eine Topplatzierung ausrechnet, sich aber dennoch riesig auf das neuartige Rennformat und die Einladung freut.

Anne Haug, wie wirst du dich auf dieses sehr spezifische Format der Arena Games der Super League Triathlon vorbereiten?

Da ich erst ziemlich kurzfristig davon erfahren habe, kann ich mein Training nicht von heute auf morgen umstellen. Natürlich werde ich in den kommenden Tagen schnellere Sachen mit einbauen. Ich bin auf jeden Fall schon super nervös und habe gehörigen Respekt vor dem Wettkampf.

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Man weiß von dir, dass du sehr an der Kurzdistanz hängst. Wie groß ist die Freude, auch noch einmal bei einem Rennen wie diesem teilzunehmen?

Mein Herz hängt immer noch an der Kurzdistanz, das ist ein offenes Geheimnis. Ich liebe einfach diesen Kampf „Mann gegen Mann“. Ich fühle mich sehr geehrt, dass die Super League mich jetzt zu dem Event eingeladen hat und ich mich mit vielen ehemaligen Kollegen und den aktuellen Topsportlern aus der Kurzdistanz messen kann.

Glaubst du, dass du gegen die „jungen Wilden“ eine Chance hast?

Man muss auf jeden Fall die Kirche im Dorf lassen. Spezialisten sind Spezialisten. Und ich bin nun Spezialist auf der Langdistanz und aus diesem Grund denke ich, dass ich da keine Chance haben werde. Es wäre schon verwunderlich, wenn ich da dann ganz vorn mitmischen würde. Ich versuche einfach, mich so gut es geht zu verkaufen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich nicht mehr 25 Jahre alt bin und dass ich dieses ganz spezifische High-Speed-Training nicht mehr in den Beinen habe. Ich bin trotzdem total motiviert und habe Lust darauf, den Motor einmal komplett durchzupusten und zu schauen, wo ich stehe.

Hast du die Corona-bedingte Zeit genutzt, um auch in den sehr schnellen Tempobereichen noch einmal an der „Spritzigkeit“ zu arbeiten?

Nein, da bisher noch nicht absehbar gewesen ist, dass ich bei so einem Format starten kann, stand das eher weniger auf meinem Trainingsplan. Ich habe die Corona-Zeit bisher dazu genutzt, eine ganz solide Grundlage aufzubauen und habe ohne Unterbrechungen gut durchtrainieren können. Das Ziel war es, in einen möglichst hohen „Standby-Modus“ zu kommen, um dann schnell ein sehr hohes Niveau erreichen zu können, wenn wieder Wettkämpfe am Horizont sind.  

Wie sehr sind die Arena Games auch ein Lichtblick in einem Jahr, in dem es sonst bisher keine großen Höhepunkte gab?

Das ist auf jeden Fall super. Das Format der Super League ist perfekt geeignet, um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Die Organisatoren haben sich da wirklich etwas ganz Tolles ausgedacht. Ich habe da überhaupt keine Bedenken, dass der Wettkampf für die Athleten und Beteiligten ein Risiko darstellen könnte. Aus diesem Grund habe ich mich riesig über die Anfrage gefreut und dass es nun die Möglichkeit gibt, dort an den Start zu gehen. Dieses innovative Format könnte der Anfang von etwas Neuem sein, in einer Zeit, in der es immer noch sehr ungewiss ist, wie die nächsten Wochen so weitergehen. Das Rennen ist daher ein großer Lichtblick, auf den ich mich sehr freue.

Super League Triathlon Einer der beiden deutschen Starter bei dem Event in Rotterdam: Jonas Schomburg.

Die Arena Games der Super League Triathlon

Bereits Mitte Juli hatten die Veranstalter der Super League Triathlon verkündet, dass man mit einem neuartigen Format nach der langen Pause, bedingt durch die Corona-Pandemie, zurückkommen wolle. Mit einer Mischung aus realen und virtuellen Bestandteilen soll der Wettkampf am 23. August in Rotterdam über die Bühne gehen. Die Athleten sollen in drei Runden über das “Triple Mix”-Format an den Start gehen. Dabei ändert sich bei jedem Durchlauf die Reihenfolge der einzelnen Disziplinen. Geschwommen wird in einem 50-Meter-Pool, das Radfahren und das Laufen soll virtuell auf Smarttrainern und Laufbändern auf der Plattform Zwift ausgetragen werden. Zu den genauen Distanzen gibt es bisher noch keine Angaben vom Veranstalter.

Neben der Ironman-Weltmeisterin stehen zahlreiche weitere Topathleten an der Startlinie: Bei den Männern treten unter anderem Javier Gomez (ESP), Jonathan Brownlee (GBR), Richard Murray (RSA), die beiden deutschen Athleten Jonas Schomburg und Justus Nieschlag, Pierre Le Corre, Anthony Pujades (beide FRA), Alois Knabl (AUT), Marco van der Stel und Donald Hillebregt (beide NED) an. Konkurrenz bekommt Anne Haug durch Cassandre Beaugrand (FRA), Rachel Klamer (NED), Georgia Taylor-Brown (GBR), Quinty Schoens (NED), Jessica Learmonth (GBR), Léonie Périault (FRA), Ilaria Zane (ITA) und Maya Kingma (NED).

Der Wettkampf wird auf superleaguetriathlon.com am Sonntag, 23. August, von 14 bis 16 Uhr (CEST) übertragen.

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