NEU! triathlon-News Ausgabe vom 29. Oktober, 06:02 Uhr · 1:03 Min · Kurzfassung

Automatisch produzierte Sendung mit KI-Stimme. Die Meldungen stammen aus der Redaktion von tri-mag.de.

🔒 Die komplette Sendung mit allen Meldungen hörst du mit triathlon+. Jetzt Mitglied werden →

Kommen und Gehen: Die Geschichte der Ironman-70.3-Rennen in Deutschland

Erkner, Leipzig, Kraichgau, Duisburg: Vier Ironman-70.3-Rennen stehen aktuell im deutschen Kalender. Doch die Mitteldistanz des Branchenriesen war hierzulande von Anfang an ein ständiges Kommen und Gehen: mal Neugründung auf der grünen Wiese, mal Übernahme eines etablierten Rennens, mal glanzvoller Dauerbrenner, mal Eintagsfliege. Wir erzählen die Geschichte.

Frank Wechsel / spomedis Ironman 70.3 Wiesbaden 2007

Der Pionier: Wiesbaden

Am Anfang stand Wiesbaden. Von 2007 bis 2016 war der Ironman 70.3 Germany in der hessischen Landeshauptstadt das erste Rennen der Marke 70.3 in Deutschland überhaupt – eine Neugründung unter dem damals noch jungen Mitteldistanz-Label der World Triathlon Corporation. Die ersten beiden Austragungen organisierte die Xdream Sports & Events GmbH, die auch den Ironman Germany in Frankfurt verantwortete. Ab 2009 übernahm die WTC die Organisation selbst. Vermarktet wurde das Rennen über Jahre vollmundig als „European Championship“, auch wenn es sich nie um eine offizielle Europameisterschaft mit Qualifikationsnormen nach Verbandskriterien handelte. Nach der Austragung im August 2016 war Schluss: Am Raunheimer Waldsee, seit 2011 Schauplatz des Schwimmens, standen Bauarbeiten an, und eine geeignete Alternative für die Schwimmstrecke fand sich nicht.

- Anzeige -

Das Traditionsrennen: Kraichgau

Das dienstälteste der heutigen Rennen hat die wohl spannendste Vorgeschichte, denn es ist eine klassische Übernahme. Die Wurzeln reichen bis 2006 zum Kraichgau Triathlon-Festival zurück, aus dem von 2009 bis 2014 die Challenge Kraichgau als Teil der Challenge Family wurde. Ende 2013 kaufte die WTC den bisherigen Veranstalter und führte die Veranstaltung ab 2015 unter dem Namen Ironman 70.3 Kraichgau weiter – bei weitgehend unveränderter Strecke rund um Bad Schönborn. Seitdem ist das Rennen, das Heimrennen von Ex-Weltmeister Sebastian Kienle, eine feste Größe im Kalender; nur 2020 fiel es der Corona-Pandemie zum Opfer. Kraichgau ist damit das Rennen, das die gesamte wechselhafte Ironman-70.3-Ära in Deutschland überdauert hat.

Jan Frodeno Ziel Ironman 70.3 Kraichgau
Marvin Weber / spomedis Zieleinlauf in Frodeno-Manier: Jan Frodeno siegt mehrfach im Kraichgau.

Kurze Gastspiele: Berlin und Rügen

Zwischen Pionier und Gegenwart liegen zwei Rennen, die wieder verschwanden. 2013 gab es einmalig einen Ironman 70.3 Berlin, der zu großen Teilen über das ehemalige Flughafengelände des Tempelhofer Feldes führte – ein spektakulärer Schauplatz, aber ohne Fortsetzung. Von 2014 bis 2018 lud dann Binz auf Rügen zur Mitteldistanz an der Ostsee. Das Rennen war bei den Athletinnen und Athleten ausgesprochen beliebt, ließ sich vor Ort aber organisatorisch nur schwer dauerhaft durchsetzen und wurde nach fünf Ausgaben eingestellt.

Beliebter bei Teilnehmden als bei Anwohnenden: der Ironman 70.3 Rügen.

Die neue Welle: Duisburg, Dresden, Erkner – und Leipzig

Nach dem Wiesbaden-Aus blieb Kraichgau einige Jahre das einzige deutsche 70.3 – bis Ironman ab 2019 kräftig expandierte. Der Ironman 70.3 Duisburg wurde im Oktober 2019 angekündigt, die für August 2020 geplante Premiere verschob sich pandemiebedingt, sodass das Rennen im Rhein-Ruhr-Revier erst 2022 erstmals über die Bühne ging. Es ist eine Neugründung und gehört bis heute zum Kalender.

DIETMAR_TIETZMANN Ruhrpott-Charme beim Ironman 70.3 Duisburg.

Ebenfalls 2022 feierte der Ironman 70.3 Dresden seine Premiere. Das Rennen in der Barockstadt galt vielen jedoch als Enttäuschung, kämpfte mit der Streckenführung und blieb eine Eintagsfliege: Für 2023 sagte Ironman die Austragung ab – offiziell wegen des frühen WM-Termins und der schwierigen Terminfindung –, eine weitere Auflage folgte nicht. Dresden war damit das kürzeste Kapitel der jüngeren Geschichte.

Deutlich besser lief es für Erkner vor den Toren Berlins. Im Oktober 2021 angekündigt und erstmals im September 2022 ausgetragen, ist das Rennen am Dämeritzsee streng genommen keine komplette Neugründung, sondern eine Übernahme: Ironman führt es gemeinsam mit den Veranstaltern des früheren Erkner Triathlons weiter. Jüngster Neuzugang ist schließlich der Ironman 70.3 Leipzig, der 2026 seine gut aufgenommene Premiere erlebte und als Neugründung in die Ironman European Tour aufgenommen wurde.

Getty Images for IRONMAN Ironman 70.3 Erkner

Der Zeitstrahl: Wer kam, wer ging

Ironman 70.3 in Deutschland
Erstes Austragungsjahr unter der Marke Ironman 70.3 · Stand Oktober 2026
2007–2016
Wiesbaden Geschichte
Erstes deutsches 70.3, Neugründung. Aus für das als „European Championship“ beworbene Rennen wegen Bauarbeiten an der Schwimmstrecke.
2013
Berlin Geschichte
Einmaliges Gastspiel, größtenteils auf dem Tempelhofer Feld.
2014–2018
Rügen (Binz) Geschichte
Bei Athleten beliebtes Ostsee-Rennen, lokal aber schwer durchsetzbar. Nach fünf Ausgaben eingestellt.
seit 2015
Kraichgau aktiv
Übernahme der Challenge Kraichgau (Wurzeln 2006). Das Traditionsrennen rund um Bad Schönborn, Heimrennen von Sebastian Kienle.
seit 2022
Duisburg aktiv
Neugründung, 2019 angekündigt, Premiere coronabedingt auf 2022 verschoben.
2022
Dresden Geschichte
Neugründung, die zur Eintagsfliege wurde: 2023 abgesagt, keine weitere Auflage.
seit 2022
Erkner aktiv
Übernahme des früheren Erkner Triathlons, am Dämeritzsee vor den Toren Berlins.
seit 2026
Leipzig aktiv
Jüngster Neuzugang, Neugründung in der Ironman European Tour mit erfolgreicher Premiere.
aktuell im Kalender eingestellt

Neugründung oder Übernahme? Ein Muster

Wer die Historie nebeneinanderlegt, erkennt ein Muster: Ironman ist in Deutschland beide Wege gegangen. Die großen Traditionsstandorte kamen per Übernahme ins Portfolio – Kraichgau aus der Challenge Family, Erkner aus dem gewachsenen Erkner Triathlon. Reine Neugründungen auf neuem Terrain – Wiesbaden, Berlin, Duisburg, Dresden, Leipzig – waren dagegen ein gemischtes Geschäft: Manche etablierten sich (Duisburg, Leipzig), andere verschwanden schnell wieder (Berlin, Dresden). Auffällig ist, dass ausgerechnet die Übernahmen bestehender Szene-Rennen die beständigsten Standorte hervorgebracht haben.

RennenZeitraumHerkunftStatus
Wiesbaden2007–2016Neugründungeingestellt
Berlin2013Neugründung (einmalig)eingestellt
Rügen (Binz)2014–2018Neugründungeingestellt
Kraichgauseit 2015Übernahme (Challenge Kraichgau)aktiv
Duisburgseit 2022Neugründungaktiv
Dresden2022Neugründung (einmalig)eingestellt
Erknerseit 2022Übernahme (Erkner Triathlon)aktiv
Leipzigseit 2026Neugründungaktiv

Ausblick: Ein fünftes Rennen?

Mit Kraichgau, Duisburg, Erkner und Leipzig ist der deutsche Ironman-70.3-Kalender so gut gefüllt wie seit Jahren nicht. Und er könnte noch voller werden: Deutschland ist ein lukrativer Markt für Ironman, eine Volldistanz am Ammersee für 2028 in der Diskussion. Auch für weitere Rennen unter der Marke Ironman 70.3 gibt es einen Markt, wie man an den immer schnelleren Ausbuchungen von Mitteldistanzen im ganzen Land sieht. Ob Neugründung oder erneut die Übernahme eines etablierten Rennens – die Geschichte der vergangenen zwei Jahrzehnte legt nahe, dass gerade Letzteres die besseren Chancen auf Beständigkeit hätte.

triathlon+
Zahl des Tages
4 zu 4

In Deutschland gibt es aktuell 4 aktive Rennen unter der …

Weiterlesen mit triathlon+ Jetzt triathlon+ abschließen

Mehr zum Thema

206 angezeigt
Partner und Sponsoren
ROUVY
OMNi-POWER Hannes Hawaii Tours Topteam Sports
Erdinger alkoholfrei Uvex feels.like Incylence Zaosu
Fehler gefunden oder Feedback zu diesem Artikel? Bitte teile uns hier mit, was du loswerden möchtest oder was wir verbessern können!
Feedback unter Artikel

Tauche ein in die spannende Welt von triathlon+ und erfahre mehr Hintergründe, mehr Service und mehr Triathlonerlebnis – digital hier und auf Wunsch ohne Aufpreis monatlich in deinem Briefkasten.

Monatsabo

€ 9,95€ -
Jetzt mitmachen bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • volle Flexibilität
  • € 9,95 pro Monat
  • monatlich kündbar
Empfehlung!

Jahresabo

€ 94,95€ -
Größte Ersparnis bei triathlon+
  • Zeitschrift inklusive!
  • Mindestlaufzeit 12 Monate
  • danach monatlich € 9,95
  • nach 1 Jahr monatlich kündbar
- Anzeige -
Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

Verwandte Artikel

Ironman-Profikalender 2027: Nur Frauen im Kraichgau, nur Männer in Hamburg

Ironman hat den vorläufigen Profikalender für 2027 veröffentlicht. Insgesamt 42 Rennen sind bislang aufgeführt. Besonders in Deutschland gibt es Änderungen bei der Verteilung der Profi-Felder, den Preisgeldern und der Bedeutung einzelner Veranstaltungen.

TEAM GERMANY KONA26: Die deutschen Agegrouper bei der Ironman-WM

263 deutsche Agegrouper starten am 10. Oktober bei der Ironman-WM auf Hawaii – und hinter jedem Namen steckt eine Geschichte. Mit dem TEAM GERMANY KONA26 bekommen sie eine eigene Plattform: Auf tri-mag.de/kona26 findest du alles über die Athletinnen und Athleten und kannst ihnen sogar Grußbotschaften nach Kona schicken.

Community-Chat aktuell

triathlon+

Mehr erleben.

  • Alle Online-Inhalte
  • 30.000 Seiten Archiv
  • Trainingspläne 2027 (ab Nov.)
  • Zeitschrift inklusive

ePaper | Abo

Unser Newsletter

Newsletter triathlon

Aktuelle Beiträge