Eigentlich wollte Lisa Femerling beim Ironman 70.3 Agadir nur ihre persönliche Bestleistung angreifen. Am Ende stand die Hamburgerin als schnellste Frau ganz oben auf dem Podium. Für die ambitionierte Agegrouperin war es der größte Erfolg seit ihrer Hawaii-Teilnahme 2023.

Ein Wettkampf zum Saisonabschluss, anschließend Urlaub in Marokko: Mit diesem Plan reiste Lisa Femerling gemeinsam mit ihrem Freund zum Ironman 70.3 Agadir. Sportlich hatte die Hamburgerin hohe Erwartungen. Das Rennen gehörte zu ihren beiden Saisonhöhepunkten, und sie wollte möglichst nah an ihre persönliche Mitteldistanz-Bestzeit herankommen. Dass sie am Ende in 4:44:48 Stunden das Agegroup-Rennen der Frauen gewinnen würde, war dennoch eine besondere Überraschung.
Dabei lief es von Beginn an nach Plan. „Nachdem ich die letzten Monate immer mal Schwierigkeiten beim Schwimmen hatte, konnte ich hier endlich wieder die Leistung zeigen, für die ich trainiert hatte“, berichtet Femerling gegenüber tri-mag.de.
Ein Führungsfahrrad als besondere Motivation
Bereits nach dem Schwimmen hatte Femerling erfahren, dass sie auf dem vierten Platz der Frauen lag. Allerdings waren die Zwischenstände durch den Rolling Start nicht immer eindeutig. Als sie nach dem Radfahren die zweite Wechselzone verließ, wartete plötzlich eine besondere Überraschung auf sie: ein Führungsfahrrad mit der Aufschrift „1st Female“. „Das wollte ich schon immer mal haben“, erzählt sie. Trotz hoher Temperaturen fand sie auf der Laufstrecke einen guten Rhythmus und konzentrierte sich vor allem darauf, sich ausreichend zu kühlen.
Besonders in Erinnerung blieb ihr die Unterstützung entlang der Strecke. „Insbesondere die weiblichen Volunteers vor Ort sind jedes Mal durchgedreht, als ich vorbeikam – das habe ich so noch nicht erlebt!“ Als die Begleiträder der zweit- und drittplatzierten Frau auf der zweiten von drei Laufrunden zunehmend zurückfielen, wurde ihr bewusst, dass der Gesamtsieg tatsächlich möglich war. Wenig später durfte sie einen stimmungsvollen Zieleinlauf als Siegerin genießen.
Neue Ziele nach Hawaii und Marbella
Bereits 2023 hatte tri-mag.de die Hamburgerin auf ihrem Weg zur Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii porträtiert. Damals absolvierte sie in der Vorbereitung auf die Langdistanz teilweise mehr als 20 Trainingsstunden pro Woche. Inzwischen konzentriert sich die Athletin auf die olympische Distanz und die Mitteldistanz. Ihr wöchentlicher Trainingsumfang liegt weiterhin bei zwölf bis 17 Stunden. „An meinen sportlichen Ambitionen hat sich in den letzten Jahren nichts verändert: Ich liebe einfach unseren Sport und das tägliche Training mit allem, was dazugehört.“
Nach ihrer Hawaii-Premiere 2023 folgten weitere sportliche Höhepunkte. Im vergangenen Jahr startete Femerling bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Marbella, 2026 gewann sie den deutschen Meistertitel über die Sprintdistanz in der Altersklasse 30. Der Sieg in Agadir steht für sie dennoch ganz oben. „Ein Gesamtsieg ist natürlich das i-Tüpfelchen von einem gelungenen Rennen. Ich kann nicht leugnen, dass ich mich sehr darüber freue und mir das eine ordentliche Portion Motivation mit ins Wintertraining gibt.“ Ihr nächstes großes Ziel steht bereits fest: 2027 möchte sie bei der Heim-WM in Hamburg starten und dort erneut ihre bestmögliche Leistung abrufen.


















