NEU! triathlon-News Ausgabe vom 8. Oktober, 19:01 Uhr · 0:49 Min · Kurzfassung

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Hohe Wellen vor Hawaii: Wie sehr schwanken die Schwimmzeiten?

Zwei Tage vor dem Start der Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii zeigt sich der Pazfik von seiner kabbeligen Seite. Wie unterschiedlich sind die Schwimmzeiten in den vergangenen Jahren ausgefallen?

Frank Wechsel / spomedis Das Coffee Boat tanzt am Donnerstagmorgen auf den Wellen der Kailua Bay.

Die Haisichtungen an der Schwimmstrecke der Ironman-Weltmeisterschaften sind schon fast in Vergessenheit geraten, als sich am Donnerstagmorgen erneut entsetzte Gesichter am Dig Me Beach zeigten: „Ein Rennen bei diesem Seegang? Da werde ich doch seekrank“, war eine oft gehörte Zusammenfassung.

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3,86 Kilometer ohne Neoprenanzug, Dünung, Strömung, Massenstart vom Pier: Das Schwimmen in Kona hat seine eigenen Gesetze. Doch wie sehr unterscheiden sich die Schwimmzeiten in den einzelnen Jahren – und wohin geht der Trend? Für die Auswertung haben wir die Median-Schwimmzeiten aller Finisher ausgewertet. Der Median ist die Zeit, nach der genau die Hälfte des Feldes aus dem Wasser ist – die Schnellsten knapp über 40 Minuten, die Langsamsten am Zeitlimit von 2:20 Stunden. Anders als der Durchschnitt wird er von einzelnen Ausreißern kaum verzerrt. Berücksichtigt sind nur die Rennen auf Hawaii. 2020 und 2021 fiel die WM in Kona aus. 2023 und 2025 starteten dort nur die Frauen, 2024 nur die Männer.

Profimänner: Sieben Minuten schneller als 2008

Bei den Profimännern ist der Trend eindeutig. 2008 lag die Median-Schwimmzeit noch bei 56:02 Minuten. 2024, beim bislang letzten Männerrennen in Kona, waren es nur noch 48:18 Minuten. Das ist der schnellste Wert der gesamten Datenreihe und entspricht einem Tempo von rund 1:15 Minuten pro 100 Meter im Mittel des Profifeldes. Die Entwicklung verlief in Stufen. Bis 2009 pendelte der Median meist zwischen 54 und 56 Minuten. Von 2010 an lag er bei rund 52 Minuten. Seit 2016 bleibt er fast immer unter 51 Minuten.

Noch auffälliger ist, wie eng das Feld zusammengerückt ist. 2003 lagen zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Viertel des mittleren Feldes über fünf Minuten (50:43 bis 55:58). 2018 waren es nur noch 1:25 Minuten (49:31 bis 50:56), 2019 ebenfalls knapp anderthalb Minuten. Im Klartext: Wer bei den Profis nicht in der großen Gruppe aus dem Wasser kommt, hat ein Problem. Schwache Schwimmer gibt es im Männerfeld praktisch nicht mehr.

Profifrauen: Vom 1:03-Feld zur 55-Minuten-Marke

Bei den Profifrauen ist die Entwicklung ähnlich deutlich. Zwischen 2004 und 2008 lag der Median durchweg über einer Stunde, 2008 sogar bei 1:03:21 Stunden. Seit 2016 bleibt er stabil unter 59 Minuten. 2023 waren es 56:48 Minuten, 2025 dann 55:54 Minuten. Auch das ist ein Bestwert in dieser Datenreihe und gut siebeneinhalb Minuten schneller als 2008.

2025 lohnt sich ein genauerer Blick. Das 25-Prozent-Quantil lag bei 55:40 Minuten, nur 14 Sekunden vor dem Median. Ein großer Teil des Feldes kam also in einer einzigen Gruppe aus dem Wasser. Das gab es bei den Frauen früher so nicht. Bei den reinen Frauenrennen 2023 und 2025 waren mit 46 und 44 Finisherinnen zudem deutlich mehr Profis im Ziel als in den Jahren davor, als es meist 26 bis 36 waren. Das Feld war also größer und trotzdem schneller. Für diese Auswertung haben wir nur die Daten der Finisherinnen genutzt.

Der Abstand zu den Männern hat sich dagegen kaum verändert. Im gemeinsamen Rennen 2019 lagen zwischen den beiden Medianen 7:19 Minuten, 2022 waren es 8:24 Minuten. Beide Felder sind schneller geworden, aber etwa im gleichen Maß.

Ironman-WM Hawaii – Median-Schwimmzeiten Profis

Linie = Median (p50), schattiertes Band = Interquartilsabstand (p25 – p75).

Werte tabellarisch
Median M / F
Halbe-Feld-Zeit (50-%-Quantil) für Männer bzw. Frauen.
p25 – p75 M / F
Interquartilsabstand: Zeitfenster zwischen dem 25. und dem 75. Quartil — Streuungsmass des mittleren Feldes.
n M / n F
Anzahl Finisher pro Geschlecht in diesem Jahr.
JahrMedian Mp25–p75 Mn MMedian Fp25–p75 Fn F
200352:3350:43 – 55:586856:1655:08 – 58:4332
200456:2853:15 – 1:01:08561:01:181:01:05 – 1:06:5635
200554:5752:22 – 58:43741:02:2558:49 – 1:08:1644
200654:4454:04 – 1:00:06691:03:0859:53 – 1:10:2049
200755:2753:16 – 59:41661:00:2858:07 – 1:03:1344
200856:0251:56 – 59:07671:03:2158:50 – 1:09:2243
200954:3251:06 – 58:567759:5957:23 – 1:04:5938
201052:2551:34 – 57:40551:01:0457:23 – 1:03:4240
201152:0851:54 – 57:14351:01:0257:17 – 1:06:5726
201253:4551:36 – 1:00:03391:00:0457:39 – 1:06:1826
201351:2451:11 – 54:134158:5654:10 – 1:06:1227
201451:5051:08 – 54:38361:00:1256:47 – 1:06:2432
201552:3552:25 – 56:473859:5456:14 – 1:05:1826
201650:4548:49 – 53:524358:5652:52 – 1:01:5936
201749:0248:41 – 53:414157:5653:10 – 1:00:1028
201850:3949:31 – 50:564458:2354:18 – 58:3932
201951:4750:53 – 52:224059:0654:20 – 1:02:4635
202249:4448:25 – 51:484458:0854:52 – 1:04:1432
2023–––56:4854:00 – 59:5546
202448:1847:18 – 50:4142–––
2025–––55:5455:40 – 1:00:4744

Agegroup-Männer: Schnelle Jahre, dann wieder 1:10

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Frank Wechsel
Frank Wechselhttps://tri-mag.de
Frank Wechsel ist Publisher der Medienmarken SWIM und triathlon. Schon während seines Medizinstudiums gründete er im Oktober 2000 zusammen mit Silke Insel den spomedis-Verlag. Frank Wechsel ist 15-facher Langdistanz-Finisher im Triathlon – 1996 absolvierte er erfolgreich den Ironman auf Hawaii.

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