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Last-Minute-Coup in Roth: Lucy Charles-Barclay fordert Katrina Matthews heraus

Lucy Charles-Barclay startet überraschend bei der Challenge Roth. Nach Laura Philipps Absage kommt es nun wohl zum britischen Duell mit Katrina Matthews.

Nils Flieshardt / spomedis Der Grundstein ihrer erfolgreichen Karriere – der Sieg von Lucy Charles-Barclay bei der Challenge Roth 2019.

Das Frauenrennen bei der Challenge Roth bekommt wenige Tage vor dem Start noch einmal eine völlig neue Dynamik. Die Ironman-Weltmeisterin 2023 Lucy Charles-Barclay hat ihre kurzfristige Teilnahme am größten Langdistanz-Triathlon der Welt bestätigt und sorgt damit für den wohl spektakulärsten Last-Minute-Zugang der vergangenen Jahre. Nach der krankheitsbedingten Absage von Laura Philipp deutet nun vieles auf ein britisches Duell zwischen Charles-Barclay und Ironman-Vizeweltmeisterin Katrina Matthews hin.

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Rückkehr an einen besonderen Ort

Für Lucy Charles-Barclay sei Roth weit mehr als nur ein weiteres Rennen. Hier feierte die Britin 2019 ihren bislang vielleicht emotionalsten Karrieresieg. Damals gewann sie die Challenge Roth und legte damit nach eigener Aussage den Grundstein für ihren späteren Triumph bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2023 auf Hawaii.

„Die Challenge Roth ist unglaublich besonders für mich. Der Sieg 2019 war einer der wichtigsten Momente meiner Karriere. Er hat so vieles verändert und steht für mich auf einer Stufe mit meinem Ironman-WM-Titel.“

Bereits ein Jahr zuvor hatte Charles-Barclay in Roth für ein denkwürdiges Finale gesorgt, als sie Daniela Bleymehl erst im Schlusssprint unterlag. Gerade einmal neun Sekunden trennten beide Athletinnen im Ziel. 2019 folgte schließlich der verdiente Triumph.

Nach Verletzung zurück auf der großen Bühne

Dass Charles-Barclay überhaupt in Roth an der Startlinie stehen würde, schien lange ausgeschlossen. Seit dem vergangenen Spätsommer wurde die Britin immer wieder von Beschwerden an der Achillessehne und der Plantarissehne ausgebremst. Anfang des Jahres entschied sie sich schließlich für eine Operation am Unterschenkel. Die Saisonplanung musste komplett überarbeitet werden.

Im Mai meldete sich die amtierende Ironman-70.3-Weltmeisterin jedoch eindrucksvoll zurück. Beim Ironman Lanzarote feierte sie auf Anhieb den Sieg und zeigte, dass sie wieder zur Weltspitze gehört. Nun folgt der nächste Schritt.

„Mein Körper sagt Ja“

In einer Videobotschaft erklärte Charles-Barclay, warum sie sich kurzfristig für einen Start entschieden hat.

„Anfang des Jahres musste ich meinen Traum von Roth schweren Herzens aufgeben. Mein Körper hat damals Nein gesagt. Jetzt befinde ich mich in einer ganz anderen Situation. Ich bin glücklich, gesund und mein Körper sagt Ja. Deshalb freue ich mich riesig, am Sonntag an der Startlinie zu stehen.“

Gleichzeitig machte die Britin deutlich, dass sie die Entscheidung bewusst erst sehr spät getroffen habe. „Im Triathlon ist nichts garantiert. Es gab in meiner Karriere oft Momente, in denen mein Körper erst kurz vor einem Rennen gestreikt hat. Deshalb wollte ich sicher sein, dass ich wirklich bereit bin. Jetzt freue ich mich einfach darauf, wieder in Roth zu starten und alle dort zu sehen.“

Matthews gegen Charles-Barclay

Mit der kurzfristigen Zusage verändert sich das Frauenrennen schlagartig. Nach der Absage von Vorjahressiegerin Laura Philipp galt Katrina Matthews bereits als klare Favoritin. Nun bekommt die Ironman-Vizeweltmeisterin eine Gegnerin auf Augenhöhe.

Beide Britinnen gehören seit Jahren zu den stärksten Langdistanz-Athletinnen der Welt. Während Matthews ihre Stärke vor allem über die Rad-Lauf-Kombination ausspielt, dürfte Charles-Barclay versuchen, bereits im Schwimmen entscheidende Akzente zu setzen. Damit könnte sich eines der spannendsten Frauenrennen der vergangenen Jahre entwickeln, in dem Charles-Barclay von Matthews gejagt wird.

Walchshöfer: „Ich konnte meinen Augen kaum trauen“

Auch Rennleiter Felix Walchshöfer zeigte sich von der kurzfristigen Zusage überrascht. „Was für eine Sensation. Als ich gestern Abend völlig überraschend ein Video von Lucy bekommen habe, in dem sie gesagt hat, dass sie gerne starten möchte, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Die Art und Weise, wie sich Lucy bei mir gemeldet hat, hat mich sehr berührt. Durch Lucys Start wird das Rennen qualitativ noch einmal hochklassiger. Meine Vorfreude auf Sonntag ist grenzenlos.“

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Lars Wichert
Lars Wichert
Lars Wichert ist dreimaliger Weltmeister im Rudern und nahm an den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janiero teil, bevor er zum Triathlon wechselte. 2021 gewann er sein erstes Rennen beim Ironman Hamburg in 8:12:46 Stunden, der schnellsten jemals erzielten Rookie-Zeit bei den Agegroupern.

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