Laura Philipp wird nicht bei der Challenge Roth 2026 an den Start gehen. Die Vorjahressiegerin begründet ihren Verzicht mit einem Satz, der im Profisport oft zu spät kommt: „Gesundheit geht vor.“
Es falle ihr „unglaublich schwer, diese Zeile zu schreiben“, äußert sich die frischgebackene Ironman-Vizereuropameisterin auf Instagram – und genau so liest sich auch ihre Entscheidung: Nach vielen Gesprächen, gründlicher Abwägung und einer ehrlichen Bestandsaufnahme ihres aktuellen Gesundheitszustands, gemeinsam mit dem medizinischen Team, sagt Laura Philipp ihren Start bei der Challenge Roth ab.
Kräftezehrendes Frühjahr
„Als Titelverteidigerin hätte ich natürlich nichts lieber getan, als auch in diesem Jahr an den Start zu gehen und um den Sieg mitzukämpfen“, so Philipp. Aber: „Die vergangenen Wochen haben mehr Spuren hinterlassen, als ich mir lange eingestehen wollte. Nach meinem Krankenhausaufenthalt bin ich früh ins Renngeschehen eingestiegen, weil ich die Qualifikation für die Weltmeisterschaftsrennen holen wollte.“ Ihr Körper habe ihr nach dem Ironman 70.3 Aix-en-Provence und der Ironman-EM in Hamburg gezeigt, dass er „noch nicht dort ist, wo er sein müsste, um eine weitere Langdistanz auf dem Niveau zu bestreiten, das ich zeigen möchte“.
Roth ist für Philipp weit mehr als ein Termin im Kalender. Der Ort steht für Emotionen, für Erinnerungen, für dieses besondere Gefühl, das nur ein Rennen wie die Challenge Roth auslösen kann – und eben auch für ihren Triumph im vergangenen Jahr. Als Titelverteidigerin hätte sie „natürlich nichts lieber getan“, als wieder an der Startlinie zu stehen und um den Sieg zu kämpfen. Gerade deshalb wirkt die Absage nicht wie ein Rückzug, sondern wie ein bewusstes Innehalten, das zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird.
Verzicht als Stärke
Dass diese Absage wehtut, verschweigt sie nicht: „Diese Entscheidung fühlt sich keineswegs leicht an. Im Gegenteil: Sie schmerzt.“ Gleichzeitig setzt Philipp einen Akzent, der über den Einzelfall hinausreicht. Stärke, sagt sie sinngemäß, bestehe manchmal nicht darin, immer weiterzumachen, sondern bewusst auf etwas zu verzichten, das man eigentlich unbedingt möchte. Und als Profisportlerin betont sie ihre Vorbildfunktion: Sie möchte zeigen, dass Gesundheit Vorrang hat – selbst wenn große Ziele, Erwartungen und Emotionen etwas anderes verlangen. Auch ohne Startnummer wird Laura Philipp in Roth präsent sein: Sie kündigt an, vor Ort zu sein, die Atmosphäre aufzusaugen, Fans zu treffen und die Athletinnen und Athleten am Renntag zu unterstützen.