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„50 Days of Roth“: Anna Held kämpft mit Problemen und kann den Start des Weltrekordprojekts kaum erwarten

Am 5. Juli startet nicht nur die Challenge Roth, sondern für Anna Held zugleich auch ihr Projekt „50 Days of Roth“. 50 Langdistanzen in 50 Tagen. Eineinhalb Wochen vor dem Startschuss hat sie wichtige Erkenntnisse gewonnen und Hürden gemeistert. Sie will endlich loslegen.

Markus Killinger Vielversprechende Vorbereitung: Anna Held blieb körperlich ohne Beschwerden und kann die „50 Days of Roth“ kaum erwarten.

Sie zählt bereits die Stunden, bis sie endlich loslegen darf. Anna Held steht vor ihrer größten sportlichen Heruforderung. Am 5. Juli fällt der Startschuss für ihr Projekt „50 Days of Roth“ – 50 Langdistanzen an 50 aufeinanderfolgenden Tagen. Den aktuellen Bestwert hält die Britin Laura Massey-Pugh, die Anfang Juni nach 32 Langdistanzen an 32 Tagen verletzungsbedingt aufhören musste. Die Vorbereitung auf ihren Rekord verlief für Anna Held in den vergangenen Wochen insgesamt durchwachsen. Das hatte allerdings weniger sportliche Gründe. Am Ende stehen wichtige Erkenntnisse und die Gewissheit: „Ich bin am Anschlag und merke, das Projekt muss beginnen, ich will endlich eingreifen.“

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Noch keine Aufregung

Wer sich auf so ein Weltrekordprojekt vorbereitet, muss allerlei Entbehrungen in Kauf nehmen. „Die vergangenen zwei Monate waren extrem“, sagt Anna Held. „Ich hatte so gut wie keine sozialen Kontakte und habe nichts anderes getan als schlafen, essen, arbeiten, Sport – und die Kinder ab und zu zu sehen. Es lief aber alles sehr gut.“

Eines verwundert sie: „Ich spüre noch gar keine richtige Aufregung.“ Das liege auch daran, dass private Herausforderungen den Fokus teilweise auf andere Dinge als den Sport gezogen haben. „Das war schwierig und nervenaufreibend“, erklärt die Extremsportlerin, die sich – so ehrlich ist sie – am Anschlag befindet. Das bedeutet: körperlich fit, mental angespannt. „Man merkt die Veränderungen. Geräusche von Motorrädern haben mich nie gestört, wenn sie an mir vorbeigefahren sind. Jetzt schon. Das ganze Drumherum mit Arbeit, Kindern, Problemen ist nicht ohne. Die Kunst besteht darin, einen Weg zu finden, dass es einen nicht zu sehr ablenkt und mitnimmt.“

Gelungene Generalprobe

Ablenkung gab es stattdessen in sportlicher Hinsicht. Anstatt nur Trainingseinheiten zu absolvieren, spulte Anna Held in den Pfingstferien drei Langdistanzen in drei Tagen ab. Eine kleine Generalprobe, auch um zu ermitteln, ob ihre ketogene Ernährung – also sehr kohlenhydratarm und fettreich – bei dem Projekt Probleme bereiten könnte. „Bisher ging es super. Ich hätte am liebsten sogar gleich weitergemacht und hatte einen Riesenspaß.“ Die Ernährungsform ist aber nicht in Stein gemeißelt. Sollte Anna Held im Laufe des Weltrekordprojekts feststellen, dass sie ohne Kohlenhydrate nicht mehr leistungsfähig sein sollte, würde sie die Ernährung umstellen und Kohlenhydrate zuführen.

Neue Erkenntnisse

Die Generalprobe hat auch im logistischen Bereich zu Erkenntnissen geführt und die Abläufe optimiert. „Wir haben festgestellt, dass einige Dinge, die wir vorbereitet hatten, gar keinen Sinn ergeben, andere dagegen schon.“ Das Team hat sich weiter eingespielt. Fünf Freundinnen kümmern sich um die Verpflegung und die Motivation. Zum Staff zählen unter anderem auch ihr Manager und Partner Markus Killinger und Sportmediziner Dr. Bernd Langenstein, der bereits Jonas Deichmann bei seinen 120 Langdistanzen in 120 Tagen betreut hat. Laut Anna Held hat der nach der Generalprobe eine beruhigende Botschaft bereitgehalten: „Wir haben nach den drei Langdistanzen Blut abgenommen. Meine Werte sind tiptop und auch nach der Belastung nicht erhöht. Das hatte Deichmann-Style.“

Markus Killinger Einsamer Trainingslauf: Die Vorbereitung war mental eine Herausforderung.

Körperlich gehe es ihr gut. „Ich habe überhaupt keine Wehwehchen. Muskulär stehe ich perfekt da. Die Voraussetzungen sind hervorragend. Da kann ich mich absolut glücklich schätzen und froh sein, dass bisher alles so reibungslos gelaufen ist. Ich hatte auch keine Unfälle mit Autofahrern – aber man muss als Radfahrer sehr vorausschauend fahren.“

Grenzenlose Vorbereitung

Ihr Fazit, 11 Tage vor dem Projektstart von „50 Days of Roth“: „Es kann losgehen, ich freu mich richtig darauf und bin bereit.“ Wenn sie am Freitag den vorerst letzten Arbeitstag hinter sich gebracht hat, liegt der Fokus nur noch auf dem 5. Juli und die 50 Tage. „Ich glaube, dann kann ich mich da richtig darauf einlassen, dann wird die Aufregung kommen. In dieser Woche haue ich im Training noch einmal richtig drauf, nächste Woche fahre ich herunter und tapere.“ Bei aller gewissenhaften Vorbereitung ist es ein Start ins Ungewisse. „Die Frage wird lauten, wie weit mein Körper mitmacht. Kommt irgendwann die Grenze, die ich verschieben muss? Ich bin gespannt.“ Denn bisher gab es diese Grenze noch nicht.

Markus Killinger Willkommene Abwechslung: Wer Anna Held bei ihrem Projekt begleiten möchte, kann das gern tun.

Wer Anna Held bei ihrem Rekordprojekt im Rothsee und rund um Roth begleiten möchte, darf das gern machen. Über die komplette Langdistanz, oder nur über kleinere Teilstrecken. Eine Begleitung am ersten Projekttag ist nicht möglich, da dieser im Rahmen der Challenge Roth stattfindet. Da das Projekt selbst keine organisierte Veranstaltung ist, erfolgt die Teilnahme freiwillig eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko. Anna Held übernimmt keine Haftung für Schäden, Verletzungen oder sonstige Nachteile jeglicher Art, die im Zusammenhang mit der Teilnahme entstehen können.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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