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Neues PTO-Punktesystem vorgestellt

JMitchell

Die Professional Triathletes Organisation (PTO) hat ihr bestehendes World Ranking System durch ein neues Prinzip ersetzt. Die Weltrangliste, die am Ende des Jahres über die Höhe der Boni für die 100 bestplatzierten Athleten sowie die Berechtigung zur Teilnahme an PTO-Rennen wie dem Collins Cup oder den US Open entscheidet, soll künftig nach eigener Aussage transparenter und fairer werden.

Am alten System war immer wieder Kritik laut geworden, da es den Profis im Vorfeld eines Rennens nicht möglich war, vorab eine ungefähre Punktzahl zu ermitteln, mit der man rechnen konnte. Dies soll sich mit dem neuen System ändern, das in Zusammenarbeit mit dem Athlete Rankings Committee der PTO entwickelt wurde. Von Profiseite waren Ruth Astle (GBR), Antony Costes (FRA), Renee Kiley (AUS), Jackson Laundry (USA) und Danielle Lewis (USA) an der Ausarbeitung beteiligt.     

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Für das neue System wurden Rennen, bei denen PTO-Punkte vergeben werden, in die Stufen Diamond, Platinum, Gold, Silver und Bronze eingeteilt. Die Einordnung ergibt sich größtenteils durch das gezahlte Preisgeld, es sind aber auch Faktoren wie Prestige, Medienaufkommen und Übertragung eingeflossen, sowie Dinge wie Unterbringung und Unterstützung der Profis vor Ort.

Die Stufe, auf der sich ein Rennen befindet, sorgt für die Basis der Punkte im sogenannten Position Score (40 Prozent an der endgültigen Punktzahl). Zudem werden die Stärke des tatsächlichen Feldes (30 Prozent) sowie die erreichte Platzierung und die Zielzeit im Verhältnis zu den besten Athleten des Rennens berücksichtigt (30 Prozent).

Das Stufenprinzip

Jede Stufe garantiert eine Anzahl an Basispunkten zwischen 100 (Diamond) und 70 (Bronze). Der Sieger erhält die volle Punktzahl, während die folgenden Positionen (je nach Stufe) prozentual weniger Punkte erhalten. So fällt die Basispunktzahl bei Toprennen in Zweiprozent-Schritten, während der Abzug bei niedriger eingestuften Rennen bis zu elf Prozent von Rang zu Rang bedeuten kann. Da im Vorfeld bekannt ist, auf welcher Stufe sich ein Rennen befindet, ist es für die Profis künftig leichter, sich eine ungefähre Punktzahl auszurechnen.

Stärke des Feldes

Die Punkte aus der sogenannten Strength of field (SOF) soll Athleten dafür belohnen, wenn sie sich starker Konkurrenz stellen. Egal, ob bei einem prestigeträchtigen Rennen oder bei einem unbekannteren Wettkampf, der aber mit einem extrem starken Feld aufwarten kann. Zum Hintergrund: Die Eingruppierung eines Rennens in eine hohe Stufe bedeutet nicht automatisch, dass es „schwierig“ ist, eine Topplatzierung zu erreichen. Dem trägt die SOF Rechnung. Sie ergibt sich aus dem Durchschnitt der Punkte, die die fünf besten Athleten im Starterfeld (basierend auf dem aktuellen Stand des PTO-Rankings) haben. Das heißt: Je besser das Feld, desto mehr Punkte gibt es zu ergattern. Die SOF fließt mit 30 Prozent in die Kalkulation des Endergebnisses ein.

Die Bedeutung der Zielzeit

Im Gegensatz zum bisherigen System wird die Bewertung der Zielzeit (Race Time Score) nicht mehr an einer theoretisch zu erreichenden Bestzeit gemessen, sondern ins Verhältnis zu den Leistungen der übrigen Athleten in eben jenem Rennen gesetzt. Die Grundlage für die Ermittlung sind zwei Baselines: der Baseline Score (Durchschnitt aus den Punkten für die jeweilige Stufe des Rennens und der SFO) und die Baseline Time, die sich aus dem Durchschnitt der Zielzeiten der maximal fünf ersten Finisher ergibt. 

Der finale Race Time Score nimmt den Baseline Score als Ausgangsbasis. Diese Zahl vergrößert oder verkleinert sich um jeweils sechs Punkte für jedes Prozent, das die erreichte Zeit besser beziehungsweise schlechter ist als die Baseline Time. Der so ermittelte Race Time Score geht mit 30 Prozent in die Endberechnung ein.

Bonus für die Langdistanz

Profis, die sich auf die Langdistanz spezialisiert haben, sollen nach dem neuen Prinzip fairer behandelt werden. So erhalten sie künftig einen Fünfprozent-Bonus für das beste Langdistanzergebnis, das sie bei einem Bronze, Silver oder Gold-Rennen erzielt haben. Dies soll berücksichtigen, dass es zum einen deutlich mehr hoch bewertete Mittel- als Langdistanzen gibt, und dass Mitteldistanzspezialisten in der Regel mehr Rennen machen. Dadurch ergeben sich für sie mehr Chancen, ihren jeweiligen Punktschnitt für die Gesamtwertung zu verbessern.

Das neue PTO World Ranking System berücksichtigt berechtige Rennen (länger als olympische Distanz und Preisgeld von mehr als 10.000 US-Dollar) in einem rollenden Zeitraum von 52 Wochen. Für die Athleten zählt der Durchschnitt aus ihren drei besten in diesem Zeitraum erzielten Ergebnissen. Hat ein Profi beispielsweise nur zwei Rennergebnisse, wird das dritte Ergebnis mit null gleichgesetzt. 

Alle Details zum PTO World Ranking System gibt es auf der Erklärseite der PTO.

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6 Kommentare

  1. Könnte sein, dass es dadurch für die Athleten einfacher wird, abzuschätzen, wieviel Punkte es zu holen gibt. Und ggf. auch fairer, in der Hinsicht absolut richtig, dass man die Stärke des Feldes berücktsichtigt.
    Aber eines wird es ganz bestimmt nicht: Einfacher zu verstehen bzw. nachzuvollziehen.
    In der Hinsicht war die alte Regelung im Vergleich ja geradezu simpel!

  2. Meiner Meinung nach ist das System völlig daneben. Schon alleine die Kategorisierung von Diamond, Platinum, etc. zeigt für mich die wahre Absicht der PTO: Auf lange Sicht die eigenen Rennen (PTO Tour) besser zu stellen und die anderen Rennen zu diskreditieren und somit früher oder später das Zepter komplett in die Hand zu nehmen. Das PTO System ist für mich (bei allem Respekt, wie die für die Profis Kohle ausschütten, was ja super ist) sowieso etwas suspekt. Denn ursprünglich sollte es ja eine Art (Profiathleten) Gewerkschaft sein, oder täusche ich mich? Aber seit wann schreibt eine Athletenvertretung eigene Events bzw. sogar eine Event Serie aus ?

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Nils Flieshardt
Nils Flieshardt
Nils Flieshardt ist Chefredakteur der Zeitschrift triathlon und seit über 15 Jahren als Radexperte im Einsatz. Wenn er nicht am Rechner sitzt, findet man ihn meist hinter der Kamera auf irgendeiner Rennstrecke oder in Laufschuhen an der Elbe. Als Triathlet ist er mehr finish- als leistungsorientiert, aber dafür auf allen Distanzen zu Hause.

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