Siegreicher Ironman-Rookie, ehemalige Agegrouperin oder einstiger U23-Weltmeister: Diese Athleten haben im vergangenen Jahr ihre Spuren hinterlassen. In zwei Teilen stellen wir Geheimfavoriten auf der Kurz-, Mittel- und Langdistanz vor, an denen 2026 kein Weg mehr vorbeiführt.

Will Draper: Junger Langdistanz-Debütant mit ETU-EM-Titel
Wenn ein Athlet prompt die erste Langdistanz seiner Karriere gewinnt, ist das ein eindeutiges Signal. Will Draper gelang 2025 genau das: Bei der ETU-Langdistanz-EM im Rahmen der Challenge Almere holte der 26-jährige Brite bei seinem Debüt über die volle Distanz den Titel – in einer Gesamtzeit von 7:41 Stunden, gekrönt von einem Marathon in 2:39 Stunden. Spätestens damit war klar: Draper ist nicht nur ein weiterer Aufsteiger auf der Mitteldistanz, sondern womöglich ein Athlet, dessen Profil auf der Langdistanz im Verhältnis sogar besser funktionieren könnte. 2025 war für den Youngster sein Durchbruchsjahr mit den ersten Siegen seiner Karriere. Er gewann die Challenge Mogán–Gran Canaria und die Challenge Samarkand (beides Mitteldistanzen) und wurde Dritter bei der World-Triathlon-Langdistanz-WM über drei Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Radfahren und 30 Kilometer Laufen. Parallel tastete er sich an die T100 heran: drei Starts in Vancouver, London und Dubai mit den Plätzen 15, elf und elf zeigten ihm auf, dass zur Weltspitze noch die entscheidenden Prozente fehlen. Draper Schwäche bleibt bislang das Schwimmen: Er schafft aktuell nicht den Sprung in die Spitzengruppen bei der ersten Disziplin. Darauf folgt seine Stärke: die Rad-Lauf-Kombination. Auf der Mitteldistanz läuft er derzeit eher im Bereich um 1:10 Stunden, beim Rad verliert er nicht viel Zeit, aber dennoch einige Minuten auf die besten Fahrer in der Konkurrenz. Deshalb ist sein EM-Erfolg für 2026 eventuell ein Wegweiser: Auf der Langdistanz kann er dieses Athletenprofil besser ausspielen als in den hochverdichteten Mitteldistanz- und T100-Feldern. Diese Saison wird mit möglichen Langdistanz-Starts zeigen, wo Draper im direkten Vergleich zur starken Konkurrenz tatsächlich steht. Kann er die Leistung aus Almere replizieren und zugleich kleine Fortschritte im Schwimmen erzielen, ist er ein Überraschungskandidat für Podiumsplatzierungen bei den großen Langdistanzen.










