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Nach Operation am Unterschenkel: Lucy Charles-Barclay meldet sich zurück – Fokus auf Nizza und Kona

Lucy Charles-Barclay meldet sich mit einem Gesundheitsupdate und spricht offen über anhaltende Probleme im Unterschenkel. Wie es für die Britin nun weitergeht und welche Rolle ihre Saisonziele dabei spielen.

Frank Wechsel / spomedis

Ironman-Weltmeisterin Lucy Charles-Barclay hat sich einer Operation am Unterschenkel unterzogen. Die Britin ließ sich einen Teil der Plantaris-Sehne entfernen, nachdem sie seit dem Spätsommer immer wieder mit Beschwerden im Bereich der Achillessehne zu kämpfen hatte. Ihr großes Ziel: langfristige Beschwerdefreiheit und die Rückkehr zu alter Stärke bei der Ironman- und 70.3-WM.

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Reizung nach Tempoläufen

Die Probleme begannen nach der Ironman-70.3-WM im vergangenen Jahr. Immer wenn Charles-Barclay intensivere Laufeinheiten mit höherem Tempo absolvierte, reagierte der untere Unterschenkel mit deutlicher Reizung. „Ich dachte zunächst, es sei die Achillessehne“, erklärte sie in einem Video-Update. Nach schnellen Einheiten sei die Region mehrere Tage lang irritiert gewesen – bis die Symptome wieder abklangen. Doch mit dem nächsten Temporeiz kehrten die Beschwerden zurück.

Zunächst versuchte sie gemeinsam mit ihrem medizinischen Team, die Probleme konservativ in den Griff zu bekommen. Eine Hyaluronsäure-Injektion brachte zunächst Besserung. Durch gezieltes exzentrisches Krafttraining sollte die Sehne belastbarer werden und die Entzündung kontrolliert bleiben. Doch die Wirkung hielt nicht dauerhaft an. Eine zweite Injektion zum Jahresende brachte keine nachhaltige Lösung.

Entscheidung für Operation

Eine erneute Bildgebung zeigte schließlich eine deutliche Verdickung im Bereich der Plantaris-Sehne. Diese lag so nah an der Achillessehne, dass es offenbar zu mechanischer Reibung kam. „Diese Bereiche sind notorisch hartnäckig“, habe ihr medizinisches Team erklärt – eine Operation sei wahrscheinlich die sinnvollste Option.

Charles-Barclay zögerte zunächst. „Ich will nie vorschnell in eine Operation gehen“, betonte sie. Doch selbst nach Laufpause und vorsichtigem Wiedereinstieg flammten die Beschwerden sofort wieder auf, selbst bei ruhigem Tempo. Nach Rücksprache mit Sportärzten, Chirurgen, ihrem Trainer Dan Lorang sowie Ehemann und Coach Reece Barclay entschied sie sich schließlich für den Eingriff.

Bei der Operation wurden rund zwölf Zentimeter der Plantaris-Sehne entfernt. In diesem Abschnitt habe sich eine massive Verdickung gezeigt, die laut Charles-Barclay „deutlich machte, dass konservative Maßnahmen das Problem nicht hätten lösen können“.

Interessant: Nicht jeder Mensch besitzt überhaupt eine Plantaris-Sehne. Sie gilt als funktionell entbehrlich – insbesondere für Ausdauersportler auf hohem Niveau. „Die Experten haben mir klar gesagt, dass ich diese Sehne nicht brauche, um als Eliteathletin zu funktionieren“, so die 32-Jährige.

Saisonplanung bleibt ambitioniert

Trotz des Eingriffs bleibt die Saisonplanung grundsätzlich bestehen. Nach einer ohnehin langen Wettkampfsaison 2025 hatte Charles-Barclay eine verlängerte Offseason eingeplant. Ihre Hauptziele liegen in der zweiten Saisonhälfte: die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft sowie die Ironman-WM auf Hawaii in Kona.

Einen negativen Einfluss auf diese Rennen erwartet sie derzeit nicht. Im Gegenteil: „Ich glaube, dass mich das langfristig stärker zurückbringen wird“, sagt sie. Rückschläge kenne sie aus ihrer Karriere und habe gelernt, strukturiert und geduldig damit umzugehen.

Wie schnell sie ins Lauftraining zurückkehren kann, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Britin verfolgt einen langfristigen Ansatz. „Der Hauptgrund für die Operation war Langlebigkeit in meiner Karriere“, erklärt sie.

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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