Als Mitfavoritin war Lucy Charles-Barclay bei der Ironman-WM gestartet, nach eigener Aussage auf nahezu alle Szenarien vorbereitet. Dann kam das vorzeitige Aus. Wie im vergangenen Jahr verließen die Britin im Energy Lab die Kräfte. Auch eineinhalb Wochen nach dem Rennen ist sie ratlos, wie es dazu kommen konnte.

Ein Déjà-vu, das nachwirkt. Lucy Charles-Barclay wird im Energy Lab langsamer, kann sich nicht mehr auf den Beinen halten und sitzt am Ende frustriert am Streckenrand. Ihr Ehemann Reece kümmert sich um die 33-Jährige, während die Konkurrentinnen vorbeiziehen und Taylor Knibb letztlich in einer dramatischen Entscheidung neue Ironman-Weltmeisterin wird. Für Lucy Charles-Barclay folgte dagegen wie im vergangenen Jahr auch bei der Ironman-WM 2026 das vorzeitige Aus im Glutofen der Marathonstrecke. Eineinhalb Wochen war es still um die Britin, jetzt hat sie auf ihrem Social-Media-Account ein erstes Fazit gezogen. „Ich habe Zeit gebraucht“, schreibt Lucy Charles-Barclay dort. Und: „Ehrlich gesagt: Es tut immer noch weh.“
Auf viele Szenarien vorbereitet
Eine Erklärung, weshalb das Rennen erneut diesen Verlauf genommen hat, habe sie nicht. „Ich weiß immer noch nicht, was passiert ist. Ich habe an die Arbeit geglaubt. An mich selbst. An mein Team. Vielleicht ist genau das am schwersten zu akzeptieren“, schreibt die Britin auf ihrem Instagram-Kanal. „Wir haben uns auf so viele Szenarien vorbereitet. Nur nicht auf dieses.“
Einen bedeutenden Unterschied zum vergangenen Jahr gebe es dieses Mal allerdings. 2025 nutzte Lucy Charles-Barclay die Ironman-70.3-WM in Marbella zur Wiedergutmachung und erhielt durch den Titel einen versöhnlichen Saisonabschluss. „Dieses Jahr gibt es keinen schnellen Weg, das geradezurücken. Kona wird mich durch den Winter begleiten, und langsam fange ich an, das zu akzeptieren.“
Analyse dauert an
Die Analyse der Ereignisse beim wichtigsten Rennen des Jahres sei noch nicht abgeschlossen. „Ich werde mir alles ehrlich anschauen, die unbequemen Fragen stellen und ändern, was sich ändern muss. Ich werde mich genau daran erinnern, wie sich das anfühlt – auch lange nachdem es aufgehört hat wehzutun. Das brauche ich, glaube ich“, schreibt sie. Die 33-Jährige sei lieber offen und ehrlich in ihrer Bestandsaufnahme, als so zu tun, als ginge es ihr gut. Und sie schiebt ehrlich hinterher: „Noch geht es mir nicht gut. Aber das wird wieder.“


















