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Bei der diesjährigen Auflage der Challenge Roth am 5. Juli

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Challenge Roth 2026: Rekordjagd, Debüts und ein britisches Duell

Die Challenge Roth 2026 bietet ein hochkarätiges Profifeld, deutsche Debüts und ein britisches Duell bei den Frauen. Bei den Männern rückt vor allem eine Frage in den Fokus: Wie schnell wird es im Frankenland?

Frank Wechsel / spomedis Sam Laidlow ist nach seinem Sieg aus dem vergangenen Jahr auch diesmal Teil des Roth-Starterfelds. Kann er seinen Erfolg wiederholen?

Die Challenge Roth 2026 verspricht eines der spannendsten Langdistanzrennen des Jahres zu werden. Am 5. Juli trifft im Frankenland ein außergewöhnlich starkes Profifeld auf eine Strecke, die seit Jahrzehnten für schnelle Zeiten, große Emotionen und spektakuläre Entscheidungen steht. Die 3,8 Kilometer im Main-Donau-Kanal, die 180 Kilometer durch den südlichen Landkreis Roth mit dem legendären Solarer Berg und der Marathon entlang des Kanals und durch Büchenbach machen das Rennen auch in diesem Jahr zu einem der Höhepunkte der Triathlonsaison.

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Besonders bei den Männern ist die Ausgangslage hochkarätig. Vorjahressieger Sam Laidlow kehrt an den Ort zurück, an dem er 2025 nach schwierigen Monaten wieder in die Erfolgsspur fand. Der Franzose gewann im vergangenen Jahr in 7:29:35 Stunden vor Jonas Schomburg und Jan Stratmann und machte damit deutlich, wie gut ihm die schnelle Strecke und die einmalige Atmosphäre liegen. 2026 geht es für Laidlow nicht nur um die Titelverteidigung, sondern auch um die Frage, ob Roth erneut Schauplatz einer außergewöhnlichen Zeit werden kann.

Doch der wohl prominenteste Starter in diesem Jahr ist Kristian Blummenfelt. Der Norweger startet erstmals bei der Challenge Roth und bringt eine Langdistanz-Bestzeit aus 2026 mit, die automatisch jede Rekorddebatte befeuert: 7:21:24 Stunden, aufgestellt beim Ironman Texas. In Roth trifft Blummenfelt nun auf eine Strecke, die traditionell schnelle Rennen ermöglicht, gleichzeitig aber ein Profifeld, das ihm kaum Freiheiten lassen dürfte. Sein Profil passt dennoch ideal: solides Schwimmen, starke Radleistung, ein Marathon auf Weltklasse-Niveau.

Auch aus deutscher Sicht ist das Männerfeld außergewöhnlich spannend besetzt. Jonas Schomburg kehrt nach seinem starken Langdistanzdebüt zurück. 2025 wurde er in Roth Zweiter und zeigte, dass er seine Kurzdistanzqualitäten auch über 226 Kilometer übertragen kann. Für 2026 zählt er erneut zum Kreis der Athleten, die das Rennen aktiv mitgestalten können. Patrick Lange bringt noch mehr Erfahrung mit: Der dreifache Ironman-Weltmeister kennt Roth, hat das Rennen 2021 gewonnen und stand dort mehrfach auf dem Podium. Für ihn ist der Start auch ein wichtiges Kräftemessen auf dem Weg in Richtung Hawaii.

Was bringt die neue Windschattenregel

Mit Frederic Funk und Rico Bogen stehen zwei weitere deutsche Namen im Fokus. Funk absolvierte 2025 in Roth seine erste Langdistanz und finishte in 7:40:07 Stunden auf Platz fünf. Nun geht es darum, den nächsten Schritt zu machen und aus dem starken Debüt eine Platzierung ganz vorn zu entwickeln. Bogen wagt hingegen erstmals den Sprung auf die volle Distanz. Der Ironman-70.3-Weltmeister von 2023 hat auf der Mitteldistanz längst bewiesen, dass er zur internationalen Spitze gehört. Roth wird zeigen, wie gut er seine Stärken über den Marathon konservieren kann.

Eine zusätzliche sportliche Dimension erhält das Rennen durch die neue Windschattenregel im Profifeld. Statt zwölf Metern gelten auf der Radstrecke 20 Meter Abstand. Dadurch könnten Gruppen weniger effizient zusammenarbeiten und Attacken mehr Wirkung entfalten. Gerade in einem Feld mit Blummenfelt, Laidlow, Schomburg, Funk, Bogen, Menno Koolhaas und Kristian Høgenhaug könnte diese Regel den Rennverlauf spürbar beeinflussen.

Geänderte Ausgangslage im Frauenfeld

Bei den Frauen hat sich die Ausgangslage kurz vor dem Rennen noch einmal deutlich verändert. Laura Philipp, die Siegerin von 2025, wird in diesem Jahr nicht an den Start gehen. Nach ihrem kräfteraubenden Frühjahr, dem Krankenhausaufenthalt und den Starts beim Ironman 70.3 Aix-en-Provence sowie bei der Ironman-EM in Hamburg entschied sie sich gegen einen weiteren Langdistanzstart. Die Absage nimmt dem Rennen eine große deutsche Favoritin, öffnet aber zugleich den Blick auf ein neues Spitzenduell.

Durch die kurzfristige Zusage von Lucy Charles-Barclay bekommt das Frauenrennen eine neue Dynamik. Die Britin verbindet mit Roth besondere Erinnerungen: 2018 verlor sie nach einem dramatischen Finale nur knapp gegen Daniela Bleymehl, 2019 gewann sie das Rennen. Nach Verletzungsproblemen und einer Operation am Unterschenkel meldete sie sich im Mai mit dem Sieg beim Ironman Lanzarote zurück. Nun kehrt sie nach Roth zurück.

Ihre größte Gegnerin dürfte Katrina Matthews sein. Die Ironman-Vizeweltmeisterin gehört seit Jahren zu den stärksten Langdistanzathletinnen der Welt und bringt mit ihrer Kombination aus Radstärke und Laufqualität genau das Profil mit, das in Roth gefragt ist. Nach Philipps Absage galt Matthews zunächst als klare Favoritin. Mit Charles-Barclay ist daraus ein britisches Duell geworden, das taktisch besonders interessant werden könnte: Charles-Barclay wird versuchen, schon im Schwimmen und auf dem Rad Druck aufzubauen, Matthews dürfte darauf setzen, den Abstand kontrollierbar zu halten und im weiteren Rennverlauf ihre Konstanz auszuspielen.

Auch Caroline Pohle wird viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Leipzigerin gibt in Roth ihr Langdistanzdebüt und hat angekündigt, das Rennen mutig angehen zu wollen. Auf der Mitteldistanz hat sie sich längst in der erweiterten Weltspitze etabliert, unter anderem mit dem EM-Titel beim Ironman 70.3 Tallinn 2024 und starken Auftritten in der T100-Serie. Die Frage lautet, wie gut sie ihr starkes Swim-Bike-Profil über 226 Kilometer tragen kann. Gerade in einem Rennen mit Charles-Barclay, Matthews und Alanis Siffert dürfte Pohle von Beginn an gefordert sein.

TV-Übertragung

Wer die Challenge Roth nicht vor Ort verfolgt, kann das Rennen mit Start um 6:30 Uhr auch live anschauen. Los geht es bereits um 6:15 Uhr im BR Fernsehen bis 11:00 Uhr. Nach einer kurzen Unterbrechung wird die Live-Berichterstattung von 12:00 Uhr bis 15:30 Uhr fortgesetzt. Parallel dazu sind der Zieleinlauf der Männer von ca. 13:20 Uhr bis 14:00 Uhr sowie der Zieleinlauf der Frauen von 14:15 Uhr bis 14:45 Uhr auch im Ersten zu sehen. Wer das Rennen digital verfolgen möchte, kann den gesamten Renntag von 6:15 Uhr bis 15:30 Uhr im kostenlosen Livestream in der ARD Mediathek, auf BR24Sport und auf sportschau.de verfolgen.

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Jan Luca Grüneberg
Jan Luca Grüneberg
Nach dem Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln ist Jan Luca Grüneberg seit 2022 bei spomedis und wurde dort zum Redakteur ausgebildet. Wenn er gerade mal nicht trainiert, hört oder produziert er wahrscheinlich Musik.

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