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Anne Reischmann bloggt
Die Gedanken einer Profiathletin zur Saisonplanung

Während bei den meisten Agegroupern die Saisonplanung zum jetzigen Zeitpunkt größtenteils abgeschlossen sein dürfte, können sich Profis etwas länger Zeit lassen. Anne Reischmann erzählt euch, welche Gedanken sie dazu beschäftigen.

Joel Reischmann

Es ist schon verrückt, dass es vor nicht allzu langer Zeit ganz normal war, sich in der Saisonpause oder bei Trainingsstart zu überlegen, welche Rennen man machen möchte und man dann eine relativ sichere Jahresplanung hatte, in die man auch nicht sportliche Events und Urlaube gut einsortieren konnte. Nach zwei Jahren Covid, Absagen und sich spontan ergebenden Rennmöglichkeit, fällt es mir nun wiederum fast schwer, eine feste Rennplanung zu erstellen. Da sieht man mal, wie schnell man sich Umständen anpasst und sich an etwas Anderes „gewöhnt“.

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Mir ist natürlich bewusst, dass die Unsicherheit für die meisten Altersklassenathletinnen und -athleten ein weitaus größeres Problem darstellt: Mit den frühen Anmeldungen lässt sich oftmals noch nicht abschätzen, wie sich die Situation entwickelt und ob Rennen XY wirklich stattfinden kann. Da haben wir Triathlonprofis es bedeutend einfacher: Wir können uns bei den meisten Wettbewerben bis drei Wochen vorher für ein Rennen anmelden.

Mit der guten Saison 2021 im Rücken, bin ich voller Vorfreude auf die Rennen und habe die Kalender sämtlicher Organisationen bereits studiert und mir einige Gedanken gemacht, die ich im Blog mit euch teilen möchte.

Vorfreude im Wintertraining: Die Saisonplanung von Anne Reischmann nimmt langsam Form an.

Saisoneinstieg im Mai

Anders als im letzten Jahr, als ich bereits Anfang März in Dubai ein 70.3-Rennen absolviert habe, werde ich mir in diesem Jahr noch etwas Zeit lassen bis es an die Startlinie gehen wird. Tatsächlich bin ich erst Anfang Januar wieder ins Training eingestiegen und wie bei vermutlich vielen von euch auch, geht zu Trainingsbeginn alles etwas langsamer und schwerfälliger als vor der Saisonpause, die bei mir vier Wochen lang war. Der Weg zur Wettkampfform zieht sich also noch ein bisschen, aber um ehrlich zu sein, freue ich mich richtig darauf: Gemeinsam mit meinem Trainer Reto Brändli möchte ich in den nächsten Wochen eine gute Grundlage schaffen und Schwachstellen anpacken, für die ich Ende der letzten Saison keine Energie und Zeit hatte. Anfang Mai ist momentan das Ziel, ins Wettkampfgeschehen einzugreifen und mich für die 70.3-WM in St. George zu qualifizieren. An das Rennen habe ich besonders gute Erinnerungen und mein großes Ziel für 2022 ist es, meinen zehnten Platz zu verbessern. Für die Qualifikation habe ich einige Möglichkeiten im Mai und Juni. Momentan liebäugele ich mit dem Ironman 70.3 Mallorca, Elsinore und vielleicht auch mit einem Start im Kraichgau. Das wäre übrigens mein erster Ironman 70.3 in Deutschland als Profi und steht bei mir schon lange auf der Liste!

Wie passen Nachhaltigkeit und ferne Austragungsortungsorte zusammen?

Als Mitglied des hep Sports Teams ist Anne Reischmann das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Lässt sich das mit mehreren Wettkämpfen in den USA vereinbaren?

Ein weiterer Grund, warum es mir momentan schwerfällt, mich auf konkrete Rennen festzulegen, ist die PTO Tour. Die PTO Tour ist eine neue Wettkampfserie, bei der die Top 40 gerankten Athletinnen und Athleten gegeneinander antreten werden. Im Moment schaffe ich mit dem 40. Platz eine absolute Punktlandung, aber mir ist natürlich klar, dass das Ranking bis dahin gut durchgeschüttelt wird und ich im Mai mindestens ein gutes Rennen zeigen muss, um dort starten zu dürfen. Es wird im Übrigen auch ein Rennen für Altersklassenathleten geben. Aber: Dadurch, dass beide PTO Tour Rennen in Nordamerika stattfinden werden, ich zudem Ende Oktober bei der 70.3-WM in St. George starten möchte, müsste ich insgesamt dreimal weit fliegen. Als Teil des hep Sports Teams weiß ich natürlich, dass solche Ausflüge nicht nachhaltig sind und ich mache mir viele Gedanken über alternative Lösungen. Ich meine dabei nicht, dass ich mit dem Schiff fahren werde, aber vielleicht gibt es die Möglichkeit zwischen zwei Rennen in den USA zu bleiben. Das würde die weitere Saisonplanung komplett verändern. Es bleibt abzuwarten, wo ich im Mai im Ranking stehen werde und wie es dann weitergehen wird. Ein weiteres Projekt, das ich im Jahr 2021 bereits angesprochen habe, schwirrt bei mir zusätzlich im Hinterkopf herum: die Langdistanz. Es ist eine Distanz, vor der ich großen Respekt habe und die mich vielleicht genau deshalb extrem reizt. Aber ich möchte auch nichts überstürzen oder gar erzwingen. Ich mache Triathlon „erst“ seit fünf Jahren und merke selbst, wie mein Körper sich Jahr für Jahr besser an das Trainingsvolumen anpasst und lernt damit umzugehen. Deshalb gibt es momentan noch keine konkreten Langdistanzpläne und das fühlt sich für mich auch richtig an.

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