Sonntag, 27. November 2022
€ 0,00

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

SzeneFür Emese Möhring ist dieses Rennen wie ein Geschenk

Für Emese Möhring ist dieses Rennen wie ein Geschenk

blank
Silke Insel / spomedis Steht der Name an der Wand? Emese Möhring ist bei der WM dabei.

Als sich Emese Möhring im März mit Platz drei beim 70.3 in Dubai und etwas Glück bei der Slotvergabe für die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft qualifizierte, war die Freude groß und die Reise in die Staaten noch weit weg. “Ich dachte, das würde schon irgendwie klappen, und wir wären bis dahin alle geimpft”, erzählt die 52-jährige Agegrouperin aus Münster. So war die Traumreise schnell geplant. Ihr Bruder ist US-Amerikaner und wohnt in San Diego. Bei ihm würde sie zwei Wochen bleiben und die letzten Einheiten absolvieren, um dann die 800 Kilometer mit dem Auto über Los Angeles und Las Vegas und durch den Mojave Nationalpark nach St. George zu reisen. Was für ein schöner Trip. Darauf freute sich Emese bis zum Sommer.

Emese Möhring - 04
Silke Insel / spomedis Die Agegrouperin ist gut gelaunt und voller Vorfreude.

Dann stellte sich heraus, dass die Einreise in die USA fast noch schwieriger werden würde als die Quali. Die US-Verwandtschaft nutzte nichts, das Land lässt wegen der Coronapandemie bis heute keine Bürger aus dem Schengen-Raum einreisen, die in den letzten 14 Tagen in Europa waren oder keine speziellen Visa haben. Man könnte versuchen, eine Ausnahmegenehmigung (NIE) zu beantragen. Begründung: Die Reise liege im nationalen Interesse der USA. So machen es die Profis über Ironman und die PTO, wobei sie mit ihren Starts die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft auf amerikanischem Boden unterstützen. Für eine Agegrouperin ist dieser Weg schwierig. Es kann klappen, oder eben nicht.

Über Dubai in die USA

- Anzeige -

Was sollte Emese tun? Der WM-Slot war angenommen, die Lust auf Racing groß und eine dreiwöchige Reise eingeplant. Wie gut, dass die Mutter von vier erwachsenen Kindern als aktive power & pacerin einen großen Freundeskreis im Triathlon hat. Mit einer Bekannten, ebenfalls für St. George qualifiziert, entwickelte sie einen kühnen Plan. Statt San Diego würden sie erneut nach Dubai reisen und dort zwei Wochen lang mit einer internationalen Gruppe mit Brasilianern und Südafrikanern trainieren. Wenn sie im Anschluss direkt in die USA einreisten, könnten sie die 14-Tage-Regel umgehen. Gesagt, getan. Die Zeit in Dubai war wunderschön, sagt Emese, die als selbstständige Logistik-Unternehmerin nebenbei vom Laptop aus arbeiteten konnte. “Ich liebe diese Stadt schon lange und man kann dort wunderbar trainieren. Es ist sehr sicher, auch in der Nacht. Allerdings war es noch heißer als in St. George, deswegen sind wir teilweise schon morgens um zwei Uhr in die Berge gestartet.”

Emese Möhring - 01
Silke Insel / spomedis

“Hier sind so viele liebe Menschen”

Zu Hause bereitet sich Emese normalerweise mit den Qualifier-Plänen auf ihre Rennen vor. Seit November ist sie bei power & pace dabei und tauscht sich über Discord mit der Community aus. Morgens um sechs geht sie schwimmen, abends häufig laufen oder Rad fahren. Seitdem die Kinder groß sind, hat die frühere Jugendmeisterin im Streckentauchen wieder mehr Zeit fürs Training. Nach Langdistanzen in Roth und Hamburg träumt sie von einem Start auf Hawaii. In ein oder zwei Jahren könnte es so weit sein.

Am Samstag geht es in St. George aber erstmal auf die 70.3-Distanz. Über Doha, Dallas und einen kurzen Stopp beim Bruder in San Diego hat es Emese tatsächlich in die WM-Stadt in Utah geschafft. Dort wird es für sie um 9.35 Uhr im Wasser des Sand Hollow Reservoir ernst. Besondere Ziele habe sie nicht, sagt Emese, die für Ungarn antreten wird. “Ich mache mir keinen Zeitdruck und muss aufpassen, die Ausblicke auf die Berge nicht zu sehr zu genießen. Für mich ist dieses Rennen ein echtes Geschenk. Meine Gefühle lassen sich kaum beschreiben, ich weine fast seit einer Woche. Die Menschen hier sind so lieb und ich freue mich, jeden Tag so viele positive Athletinnen und Athleten zu treffen.”

Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.
- Anzeige -

Kommentiere den Artikel

Bitte gib hier deinen Kommentar ein (und bitte sei dabei fair anderen gegenüber)!
Bitte gib deinen Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Artikel

Léo Bergère gewinnt WTCS-Finale und WM-Titel in Abu Dhabi

0
Überraschend hat sich der Franzose Léo Bergère mit dem Tagessieg beim WTCS-Finale in Abu Dhabi den Kurzdistanz-WM-Titel 2022 gesichert. Die favorisierten Alex Yee und Hayden Wilde belegten die Plätze vier und sechs und musste sich mit WM-Silber und -Bronze zufriedengeben.

Zwift: Alles, was du wissen musst!

3
Der dritte Teil des Zwift-Guides erklärt dir, wie du dein Rennen am besten gestaltest, um Energie zu sparen und wie du Freunde auf ein Meetup einlädst.

Marathon in 2:30:32 Stunden: Patrick Lange siegt mit Laufrekord – Ruth Astle vor Bleymehl und Riveros

13
Mit einer Marathonzeit von 2:30:32 Stunden hat Patrick Lange eindrucksvoll die erste Ausgabe des Ironman Israel gewonnen. Bei den Frauen siegte Ruth Astle, Daniela Bleymehl sicherte sich Rang zwei.

Abu Dhabi: Flora Duffy verteidigt mit Finalsieg WM-Titel, Lena Meißner wird Dritte

0
Mit einem Sieg im letzten Saisonrennen hat sich Flora Duffy erneut zur Siegerin der World Triathlon Championship Series gekrönt. Lena Meißner landet in Abu Dhabi als Dritte auf dem Podium.

Nachhaltigkeit: Deutsche Triathlon Union stellt Startpass und Verbandsmagazin auf Digitalversion um

5
Ab 1. Dezember 2022 können Triathletinnen und Triathleten ihren Basis- oder Premium-Startpass für die Saison 2023 beantragen. Das Dokument wird 2023 erstmals in einer App-Version ausgestellt.

Eric Diener wird WM-Vierter bei U23-Sieg des Briten Bentley

0
Der Brite Connor Bentley hat sich in Abu Dhabi zum U23-Weltmeister gekürt. Gergely Kiss und Hamish Reilly komplettieren das Podium, Eric Diener belegt Platz vier.

ePaper | Kiosk findenAbo

58,399FansGefällt mir
52,473FollowerFolgen
23,900AbonnentenAbonnieren

Aktuelle Beiträge

Léo Bergère gewinnt WTCS-Finale und WM-Titel in Abu Dhabi

0
Überraschend hat sich der Franzose Léo Bergère mit dem Tagessieg beim WTCS-Finale in Abu Dhabi den Kurzdistanz-WM-Titel 2022 gesichert. Die favorisierten Alex Yee und Hayden Wilde belegten die Plätze vier und sechs und musste sich mit WM-Silber und -Bronze zufriedengeben.