Ein ganzes Jahr verbrachte Luca Parmitano bereits im Weltall. 2027 hebt er erneut von der Erde ab, um mit der Mission Artemis III die nächste Mondlandung vorzubereiten. Doch zwischendurch bekommt der Italiener die Schwerkraft noch einmal so richtig zu spüren: bei der Ironman-WM am 10. Oktober auf Hawaii, für die sich der 49-Jährige in Texas qualifiziert hat.

Luca Parmitano schloss 1995 die Schule am Liceo Scientifico in Catania ab, studierte Politikwissenschaft an der Universität Neapel und beendete 2000 seine Ausbildung an der Luftwaffenakademie in Pozzuoli. 2001 absolvierte er die Pilotengrundausbildung in Texas, 2002 folgte die Qualifikation auf dem Kampfjet AMX. Nach Ausbildungen in Elektronischer Kampfführung und Luftkriegstaktik wurde er 2007 Testpilot und erhielt 2009 in Toulouse ein Diplom in experimenteller Flugtest-Technik. Er sammelte über 2000 Flugstunden auf 40 Flugzeugtypen und wurde 2019 Oberst. 2009 setzte er sich bei der ESA-Auswahl gegen 8.413 Bewerber durch; nach der Ausbildung in Köln wurde er 2010 zum Astronauten ernannt – zusammen mit dem Deutschen Alexander Gerst.
Wir sprachen mit dem Astronauten, der auch leidenschaftlicher Triathlet ist und im Oktober bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii starten wird.
Luca, jeder von uns Triathleten erinnert sich an den einen Moment, an die Entscheidung, Triathlet zu werden. Welcher war deiner?
2012, ich war Mitte 30 und gerade wegen meiner Arbeit in die USA gezogen. Ich sah meinen Nachbarn in seinem Trisuit. Er hatte gerade einen Ironman 70.3 absolviert. Ich fand das faszinierend. Er erklärte mir alles über das Format, über seine Leidenschaft. Das wollte ich auch. Ich kaufte mir ein gebrauchtes Fahrrad und fuhr zum 5150 Galveston, wurde Dritter in meiner Agegroup – und war sofort süchtig. Ich machte einige Sprints, dann eine olympische Distanz und 2013 flog ich hoch, zu meiner ersten Mission auf der ISS. Mein Crew-Kollege war Chris Cassidy, ein Navy SEAL und einer meiner besten Freunde. Wir machten zusammen zwei Weltraumspaziergänge. Als wir auf die Rückkehr zur Erde warteten – er landete im September, ich im November –, stellten wir uns die Frage: What’s next? Ich sagte ihm: „Ich habe meinen Nachbarn angerufen und mich für den Ironman Arizona anmelden lassen.“ Chris war sofort Feuer und Flamme. Also bat ich meinen Nachbarn, auch Chris anzumelden. Der hatte eine bessere Idee: Er schrieb direkt an Ironman – und verschaffte uns eine Einladung zur WM 2014 in Kona.
Eine Herausforderung nach Monaten in der Schwerelosigkeit. Wie war die Rückkehr zum Training nach deinem Flug?











