Laura Philipp hat den Ironman 70.3 Zell am See kurzfristig in ihre Saisonplanung aufgenommen und kann sich damit vor den Weltmeisterschaften in eine hervorragende Position bringen. Welche Ergebnisse das Ranking verändern und wie knapp das Duell mit Solveig Løvseth werden könnte, zeigt unser Pro-Series-Rechner.
Die anstehenden Weltmeisterschaften werden über den Ausgang der Ironman Pro Series entscheiden. Darüber herrscht in der Szene Einigkeit, und das ist auch logisch, schließlich bringt die Ironman-70.3-WM 3.000 statt der sonst üblichen 2.500 Punkte für einen Sieg, und auf Hawaii sind es 6.000 statt 5.000. Entsprechend wichtig werden die beiden letzten Rennen der Serie in Nizza und auf Big Island. Denn dort besteht für die Favoriten großes Potenzial auf eine Verbesserung im Serien-Ranking – gutes Abschneiden vorausgesetzt.
Doch bereits am kommenden Sonntag können zwei aussichtsreich platzierte Kandidaten auf eine gute Platzierung im Abschluss-Ranking ihre Position nachhaltig verbessern. Laura Philipp und Trevor Foley haben sich entgegen ihrer ursprünglichen Saisonplanung für einen Start beim Ironman 70.3 Zell am See entschieden und können dort in Abwesenheit ihrer größten Konkurrenten punkten.
Doch während es für Foley in der hart umkämpften und äußerst knappen Männerkonkurrenz voraussichtlich nicht um den Sieg in der Serie gehen wird, haben sich für Laura Philipp durch die Absage ihres Starts bei der Challenge Roth komplett neue Möglichkeiten hinsichtlich der Pro Series entwickelt. Denn nur durch diesen Verzicht wurde ihr Sieg beim Ironman Kalmar erst möglich, der sie in Kombination mit dem zweiten Platz von Hamburg (4.922 Punkte) in eine fantastische Ausgangslage vor den WM-Rennen bringt.
9.259 Punkte zum Glück
Im Gegensatz zu ihrer größten Konkurrentin, Solveig Løvseth, hat sie mit Zell am See eine Gelegenheit mehr, ihr Gesamtergebnis zu verbessern. Nach aktuellem Stand mit drei eingebrachten Pro-Series-Rennen liegt die amtierende Weltmeisterin aus Norwegen mit 12.385 Punkten zwar noch knapp vor Laura Philipp, die mit ihren bisherigen drei Rennen auf 12.163 Punkte kommt. Ein Sieg in Österreich würde die Heidelbergerin aber auf den ersten Platz der Serie katapultieren und damit in eine hervorragende Ausgangslage vor den WM-Rennen.
Bezüglich der Gesamtwertung lohnt ein Blick auf das maximale Potenzial der beiden Top-Favoritinnen. Würde Løvseth in Nizza und Hawaii gewinnen, bekäme sie dafür 9.000 Punkte. Das entsprechende Endergebnis der Pro-Series-Wertung läge dann bei 21.385 Punkten. Siegt jedoch Philipp in Zell am See, bei der Ironman-70.3-WM und bei der Ironman-WM, wäre dieses Kunststück 9.259 wert, und sie würde auf 21.422 Punkte kommen – 37 mehr als ihre Konkurrentin.
Der Unterschied im Potenzial ergibt sich durch den Umstand, dass die Athletinnen drei Langdistanzen und zwei 70.3-Rennen in die Gesamtwertung einbringen können. Solveig Løvseth hätte genau diese fünf Rennen und somit keine Streichkandidaten. Laura Philipp hingegen könnte in Zell am See 2.500 Punkte einfahren (die direkt addiert würden) und mit einem guten Ergebnis von der Ironman-70.3-WM ihren dritten Platz aus Aix-en-Provence (2.241 Punkte) ersetzen. Sprich: Siegt Laura Philipp in Zell am See, müsste Solveig Løvseth bei mindestens einem WM-Rennen vor Laura Philipp landen, um die Serie noch gewinnen zu können. Fakt ist also: Es könnte ein extrem spannendes Saisonfinale werden. Und wenn Laura Philipp in Zell am See gewinnt, macht sie dies zur Favoritin auf den Sieg in der Pro Series, bei der es am Ende vielleicht wirklich auf jede Sekunde ankommt.