Ein Triathlonjahr verabschiedet sich. Und einer der Protagonisten unseres Sports: Hier ist unsere letzte Podcastfolge 2025 – mit Niclas Bock.

triathlon talk verabschiedet sich mit einer Folge aus dem Jahr 2025, die sich anfühlt wie ein langer Zieleinlauf: ein bisschen Wehmut, ein bisschen Selbstironie – und ganz viel Triathlon-DNA. Frank Wechsel trifft Niclas Bock, zwei alte Bekannte, die im Sport (und in der Szene) über zwei Jahrzehnte so ziemlich alles gesehen haben. Und ja: Die beiden hatten in den vergangenen 20 Jahren auch ihre Differenzen. Genau das macht dieses Gespräch so hörenswert – weil hier nichts geschniegelt klingt, sondern wie das, was Triathlon eben oft ist: ehrlich, kantig, manchmal widersprüchlich, aber immer mit Herz.
Der Anlass ist besonders: Niclas beendet seine „Ära im Triathlon“ – zumindest vorerst. Mit 35 klingt „Schluss“ eigentlich zu früh, aber seine Begründung ist entwaffnend klar: Er hat das Gefühl, es fehlen keine Episoden mehr. Bevor er nur noch weitermacht, ohne den letzten Funken, zieht er die Reißleine. Nicht aus Trotz, sondern aus Anspruch. Und weil die Mechanik der Gegenwart ihn nicht mehr catcht: mehr Tempo, mehr Plattformen, mehr Reels, mehr „immer schneller“. Wer nicht konsumiert, was er produzieren soll, verliert irgendwann die Freude – und Niclas will nicht für eine Welt arbeiten, die ihn selbst nicht interessiert.
Spannend wird’s, als die beiden den großen Blick wagen: Wächst Triathlon wirklich – oder wird er nur lauter? Niclas sieht 2025 als Influencer-Jahr, Frank hält dagegen: Die Follower sind noch nicht automatisch Finisher. Stattdessen beobachtet er eine Konzentration auf Leuchtturm-Events, während kleinere Rennen an Helferkapazitäten und Strukturen hängen. Triathlon sei bekannter geworden – aber ob Frodeno, Lange & Haug wirklich „mehr Triathleten“ erzeugt haben oder „nur“ mehr Aufmerksamkeit, bleibt offen. Und genau da liegt der Kern: Triathlon braucht Commitment – Zeit, Geld, Geduld. Das ist die größte Hürde, nicht der Bekanntheitsgrad.
Dann kippt das Gespräch elegant ins Persönliche: Niclas’ Buch „Die Kunst des Triathlons“ ist keine Chronik, kein Technikratgeber, kein Heldenalbum. Es ist der Versuch, den Sport zu erklären – als Spiegel, als Ventil, als Selbstwirksamkeit. Warum tun Menschen sich das an? Warum kann Triathlon ein Liebesbeweis sein – oder ein einsames Parallelleben? Frank beschreibt die Quadratur des Kreises bei Triathlon-Büchern (zu nerdig vs. zu banal) – Niclas antwortet: Er wollte nicht „Neues“ liefern, sondern „Verständnis“. Der Adressat ist nicht die eine Zielgruppe. Der Adressat ist der Sport.
Und dann kommt das nächste Kapitel: Niclas geht auf Tour – „Made of Dreams“, mit Gästen, Kurzfilmen, Gesprächen, Abschied. Hamburg startet am 2./3. Januar, danach einmal quer durch Deutschland, bis zum Finale. Wehmut? „Immer mehr“, sagt er. Erst befreiend – jetzt, wo es konkret wird, schluckt er öfter.
Zum Schluss liefern beide diese Podcast-Magie, die man nicht skripten kann: Gänsehaut-Momente. Niclas erzählt vom Challenge-Roth-Sieg von Nils Frommhold 2015 – ein Tag wie ein Film. Frank kontert mit einer Szene, die nur Triathlon schreibt: Er schiebt eine Ikone seiner frühen Triathlonjahre (Madonna Buder) am Berg wieder in den Tritt. Kreis geschlossen.
Das ist keine „letzte Folge“ zum Abhaken eines Triathlonjahres. Das ist ein Gespräch über Triathlon als Lebensgefühl – und darüber, warum man manchmal genau dann gehen muss, wenn man am meisten erlebt hat. Wer Triathlon liebt, wer Triathlon kritisch sieht, wer Triathlon gerade erst entdeckt: Diese Episode lohnt sich.









