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Die Wechselzone der Jedermannrennen der World Triathlon Championship Series Hamburg

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WM-Triumph für Frankreich: Deutsche Mixed Relay in Hamburg auf Platz fünf

Die französische Mannschaft hat sich den WM-Titel bei der Mixed Relay im Rahmen des World Triathlon Hamburg gesichert. Ein unnachahmlicher Endspurt brachte die Entscheidung. Die deutsche Staffel kam nach einem durchwachsenen Rennen auf Rang fünf.

Frank Wechsel / spomedis WM-Triumph: Die französische Mixed Relay hat sich durch den Erfolg in Hamburg zugleich die Qualifikation für die kommenden Olympischen Spiele gesichert.

Früh am Morgen musste der aktuelle Olympiasieger umdisponieren: Die Mixed Relay der Deutschen Triathlon Union (DTU) musste ohne Henry Graf ins Rennen um den Weltmeistertitel am Sonntagabend gehen. Der Dritttplatzierte des Einzelrennens vom Vortag hatte Achillessehnenbeschwerden und konnte seinen Staffelplatz nicht wahrnehmen. Stattdessen sprang kurzfristig Valentin Wernz ein. Für das deutsche Team mit Lisa Tertsch, Franka Rust, Wernz und Tim Hellwig reichte es am Ende für Platz fünf (1:19:54 Stunden). Weltmeister wurde Frankreich. Für die Équipe Tricolore sorgte Dorian Coninx als Schlussathlet mit einem starken Finish für den Triumph (1:18:37 Stunden), der der französischen Staffel zugleich die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sicherte. Silber ging an Ungarn in 1:18:41 Stunden, Bronze sicherte sich Großbritannien (1:18:50 Stunden).

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Verheißungsvoller Auftakt

Der Auftakt war für das deutsche Team noch verheißungsvoll gewesen. Startathletin Lisa Tertsch hatte auf den 300 Metern Schwimmen zwar mit leichten Problemen zu kämpfen, kam als Siebte aus dem Wasser, orientierte sich aber mit knappem Rückstand umgehend nach vorn. Dort war die Brasilianerin Vittoria Lopes nach 4:18 Minuten als Erste aus der Alster gestiegen.

Erneut Laufduell zwischen Lisa Tertsch und Léonie Périault

Auf den beiden Radrunden über je 3,3 Kilometer hielt sich Tertsch in der Spitzengruppe um die Luxemburgerin Jeanne Lehair und die Französin Léonie Périault zurück, wechselte aber zeitgleich in die Laufschuhe und ging als Zweite hinter Lehair auf die zweimal 800 Meter. Zusammen mit der Siegerin des Vortags, Périault, forcierte Tertsch das Tempo. Ein Laufduell wie im Einzelrennen entwickelte sich, dieses Mal war Tertsch aber schneller und übergab nach 20:11 Minuten als Erste an Valentin Wernz, für die Franzosen sprang Tom Richard als erster Athlet in die Alster. Die Britin Beth Potter wechselte als Dritte auf Max Stapley, während die mitfavorisierenden Weltmeister aus Australien das Rennen nach einem Radsturz früh beenden mussten.

Valentin Wernz übergibt als Vierter

Das Spitzentrio kam, angeführt von Stapley, nach 24:28 Minuten aus dem Wasser. Auf dem Rad blieben die drei nicht lang allein und mussten früh die Teams aus den USA, Ungarn und Luxemburg aufschließen lassen. Nach 33:51 Minuten ging es für das Sextett in die Laufschuhe. Die Verfolgergruppe um Vasco Vilaça und die Portugiesen hatte Ende der zweiten Runde einen Rückstand von 25 Sekunden. Vorn verschärften Stapley und Richard das Tempo, Seth Rider und Wernz verloren an Boden. 38:50 Minuten zeigte die Uhr an, als Stapley seine Teamkollegin Jessica Fullagar ins Rennen schickte.

Franka Rust fährt einsames Rennen

Franka Rust durfte als Vierte mit einem Rückstand von neun Sekunden auf die Strecke und musste in der Binnenalster nicht nur das vor ihr liegende Trio, sondern auch die Ungarin Fanni Szalai ziehen lassen. Die US-Amerikanerin Taylor Spivey kam nach 43:38 Minuten in Führung liegend in die erste Wechselzone. Franka Rust nahm die zweite Disziplin zwölf Sekunden später in Angriff und fuhr ein einsames Rennen hinter dem Quartett, das gut zusammenarbeitete und durch regelmäßiges Kreiseln Tempo machte. Kein Zweifel: Die vier Athletinnen wollten ein ordentliches Polster auf die Konkurrenz herausfahren. Das gelang. Rust investierte viel auf dem Rad, wechselte aber 33 Sekunden nach dem Quartett (53:47 Minuten) auf die Laufstrecke. Immerhin hielt sie den Vorsprung von knapp 50 Sekunden auf die weiteren Konkurrentinnen.

Tim Hellwig geht als Verfolger ins Rennen

Vorn zogen Spivey, Fullagar, Szalai und die Französin Emma Lombardi unbeirrt ihre Bahnen und schickten nach 59:25 Minuten Oliver Conway, Dorian Coninx, Csongor Lehmann und Morgan Pearson ins Rennen. Rust hielt den Abstand konstant. Tim Hellwig sprang 39 Sekunden später in die Alster. Das Führungsquartett ging nach 1:03:52 Stunden auf die Radstrecke. Der Deutsche schaffte es, zunächst nicht weiter zurückzufallen. An der Spitze aber brachte Coninx  richtig Druck auf das Pedal und wagte einen Ausreißversuch, der nach wenigen Hundert Metern aber wieder vorbei war. Hellwig verlor derweil gegenüber der Spitze an Boden, die nach 1:13:42 Stunden auf die letzten Laufmeter gingen.

Frank Wechsel / spomedis Abklatschen mit den Zuschauern: Tim Hellwig läuft als Fünfter ins Ziel.

Attacke von Dorian Coninx

Der Ausreißversuch hatte Coninx offenbar keine entscheidenden Körner gekostet. Nach leichten Problemen von Morgan Pearson beim Wechsel attackiert der Franzose sofort. Der Ungar Csongor Lehmann konterte die Attacke und zog vorbei. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Duo. Vor der letzten Kurve verschärfte Coninx abermals das Tempo und setzte sich leicht vom Ungarn ab. Nach 1:18:37 Stunden feierte so Frankreich den WM-Triumph und die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Ungarn auf Rang zwei mit vier Sekunden Rückstand und Großbritannien als Dritter (1:18:50 Stunden) komplettierten das Podium. Hinter den USA (1:19:03 Stunden) kam die deutsche Staffel auf Rang fünf ins Ziel.

Ergebnisse: 2026 World Triathlon Mixed Relay Championships Hamburg

12. Juli 2026 · Hamburg, GER
300 m Swim · 6,6 km Bike · 1,6 km Run
28°C
teils bewölkt
15km/h
aus NW
16
Starter
15 93,8 %
Finisher

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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