Beim Unwetter in Barcelona gab es am Wochenende wohl keine zwei Meinungen: Der Ironman musste kurzfristig abgesagt werden. Für rund 3.000 Athletinnen und Athleten war dies eine Riesenenttäuschung. Das Rennen reiht sich ein in eine Serie von Absagen und Teilabsagen.
Erst Leeds, dann New York, jetzt Waco – und am Wochenende auch noch Barcelona: In den vergangenen Wochen fielen gleich mehrere Ironman- oder Ironman-70.3-Rennen ganz oder teilweise aus. Vielleicht ist es nur ein subjektiver Eindruck, doch aktuell kommt es für den Veranstalter ziemlich geballt. Mal macht die Wasserqualität einen Strich durch die Rechnung, mal das Wetter. In Barcelona war die Lage am Wochenende sogar so ernst, dass die Behörden die komplette Veranstaltung untersagten.
Einen Tag vor dem geplanten Start, die ersten Athletinnen und Athleten hatten ihre Räder bereits abgegeben, machte in Barcelona die Absage die Runde. Über Instagram und per Mail informierte der Veranstalter die rund 3.000 Teilnehmer über die Entscheidung. Wegen einer Unwetterwarnung ordnete der spanische Zivilschutz an, alle Outdoor-Sportveranstaltungen zwischen Samstag, 20 Uhr, und Sonntag, 14 Uhr, in der Region abzusagen. Genau in diesen Zeitraum wäre der Start des Ironman gefallen.
Ironman will alternative Rennen in diesem Jahr anbieten
Für die Athletinnen und Athleten kam die Entscheidung denkbar spät. Wer sein Equipment bereits abgegeben hatte, sollte es nach Möglichkeit bis 19 Uhr am Samstag wieder abholen. Sollte dies nicht möglich sein, wurden die Sachen bis Sonntagnachmittag verwahrt. Am Montag teilte Ironman mit, den betroffenen Athleten nach Möglichkeit eine Renn-Alternative noch für dieses Jahr anzubieten. Gleichzeitig wurde die Anmeldung für den Ironman Barcelona 2027 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Bei schlechtem Wetter sind einem Veranstalter die Hände gebunden. Doch Barcelona reiht sich ein in eine Serie von Ironman-Events, die zuletzt ganz oder teilweise ausfielen.
Ironman 70.3 Waco: Der Brazos River wird zum Problem
Ebenfalls am Wochenende wurde das Schwimmen beim Ironman 70.3 Waco abgesagt. Nach heftigen Regenfällen in Zentral-Texas waren die Bedingungen im Brazos River zu unsicher. Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität, Treibgut und der Strömungsverhältnisse führten dazu, dass die erste Disziplin kurzfristig gestrichen wurde. Stattdessen starteten die Athleten mit einem Einzelzeitfahren. Die WM-Slots für Chattanooga 2027 wurden trotzdem vergeben.
Augusta statt New York
Eine Woche zuvor hatte das Wetter bereits ein Rennen an der US-Ostküste getroffen. Der Ironman 70.3 New York in Jones Beach wurde wegen eines schweren Küstensturms abgesagt. Die Entscheidung fiel in Abstimmung mit den Behörden. Etwa 4.000 Athletinnen und Athleten waren betroffen. Immerhin bekamen die Profis die Möglichkeit, kurzfristig beim Ironman 70.3 Augusta anzutreten. Der Kanadier Jackson Laundry bei den Männern und Lydia Russell (USA) bei den Frauen sicherten sich dort den Sieg.
Leeds: Blaualgen lassen Schwimmen ins Wasser fallen
Den Auftakt der Absagen-Serie bildete Mitte August der Ironman Leeds. Wegen einer starken Belastung mit Blaualgen wurde das Schwimmen im Waterloo Lake am Tag vor dem Rennen abgesagt. Starke Hitze und eine lange Trockenperiode hatten die Algenblüte begünstigt. Aus dem Ironman wurde ein Duathlon über 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.