Einmal im Jahr stellen Chefredakteur Nils Flieshardt und Publisher Frank Wechsel ihre zehn Thesen zur Profisaison auf. Und einmal im Jahr schlägt die Stunde der Wahrheit, wenn diese aufgelöst werden: Ist Triathlon doch nicht so einfach?

Dienstag, Hamburg, Dezember. Eigentlich alles wie immer – und doch klingt es ein bisschen so, als müssten sich zwei alte Bekannte erst wieder daran erinnern, wie das mit dem Podcasten eigentlich geht. Frank leicht angeschlagen, Nils ebenfalls nicht ganz frisch, aber: Stammbesetzung, Mikro an, Ego bereit. Zeit für die große Abrechnung der Saison – genauer gesagt: für die Auflösung der legendären zehn Thesen, die man Anfang des Jahres noch mit breiter Brust, Glaskugel und einer guten Portion Selbstvertrauen unters Volk gebracht hatte.
Spoiler vorweg: Die Glaskugel war nicht immer geeicht.
Die Ausgangslage
Frank, der Publisher mit Hang zu großen Linien, historischen Bögen und gelegentlich mutigen Prognosen.
Nils, der Chefredakteur, analytisch, spitz und immer bereit, im richtigen Moment leise „Hab ich doch gesagt“ zu murmeln.
Zehn Thesen, abwechselnd aufgestellt. Zehnmal die Frage: Visionär oder Kaffeesatzleser?
Runde 1: Frank jubelt früh
Frank legt los wie ein Mittelstreckenläufer auf den letzten 400 Metern: Deutsche Kurzdistanz-Weltmeisterin! Treffer. Lisa Tertsch macht genau das – und Frank darf sich kurz zurücklehnen, wissend nicken und erklären, warum das eigentlich absolut logisch war. 1:0 für den Publisher.
Runde 2: Nils schlägt zurück
Nils kontert trocken, aber effektiv: Keine Überschneidung der Top 10 zwischen T100 Tour und Ironman Pro Series. Klingt sperrig, ist aber goldrichtig. Kurz vor Schluss rettet Holly Lawrence Nils den Punkt – und vermutlich auch ein paar graue Haare. 1:1.
Danach wird’s… schwierig für Frank
Taylor Knibb unter acht Stunden in Hamburg? Nope.
Patrick Lange als letzter Nizza-Weltmeister? Leider nein.
Anne Haug verabschiedet sich mit einem Hawaii-Sieg? Tragischerweise auch nein.
Männer-Weltbestzeit auf der Langdistanz? Wieder nichts.
Frank erklärt das alles brillant, leidenschaftlich und ausführlich – aber Punkte gibt es dafür leider keine. Die Saison hatte andere Pläne.
Nils auf der Überholspur
Während Frank tapfer argumentiert, sammelt Nils Zähler:
- Hotshot holt den T100-Titel – und wie! Kate Waugh und Hayden Wilde marschieren durch die Serie wie durch den Stadtpark.
- Norwegischer Hype-Train? Nicht nur abgefahren, sondern mit Vollgas durch alle Bahnhöfe gerauscht. Blumenfelt, Iden, Stornes – Siege, Doppelsiege, Dominanz deluxe.
Spätestens hier wird klar: Nils liegt diese Saison einfach besser im Wind.
Das Endergebnis
Nach allen Diskussionen, Rückblicken, Ehrenrettungen und „aber theoretisch“-Momenten steht fest:
Nils gewinnt. Klar. Deutlich. Unumstritten.
Ob man es nun 3:1 oder großzügig 4:1 nennt – am Ende bleibt:
- Frank hatte die schöneren Geschichten.
- Nils hatte die besseren Prognosen.
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Denn Triathlon ist eben keine Mathematik. Keine Excel-Tabelle. Keine sichere Wette. Sondern Chaos, Überraschung, Drama, Comebacks, Rücktritte – und Thesen, die herrlich altern dürfen.
Die Saison 2025 war wild. Die Prognosen für 2026 werden es wieder sein.
Und eines ist jetzt schon sicher: Die nächste Glaskugel wird wieder beschlagen sein.
Fortsetzung folgt. Im Frühjahr. Mit neuen Thesen. Und neuen Chancen für Frank.









