Die richtige Schuhwahl im Triathlon ist mehr als ein Fashion-Statement. Sie ist die Grundlage für Leistung in der dritten Disziplin – unabhängig von den Voraussetzungen, die du als Athletin oder Athlet mitbringst. Für schwere Läuferinnen und Läufer gelten besondere Bedingungen. Wir zeigen, worauf es wirklich ankommt.

Welche Anforderungen stellst du an deinen Laufschuh? Komfort? Stabilität? Speed? Ganz allgemein sind das die wichtigsten Eigenschaften, die dein Schuh für die dritte Disziplin mitbringen sollte, ohne Berücksichtigung deiner individuellen körperlichen Voraussetzungen. Das führt unweigerlich zu einer weiteren Frage: Benötigen schwere Athletinnen und Athleten besondere Modelle, weil sie besondere Anforderungen an das Material stellen? Die Antwort ist klar. Jein.
Was bedeutet schwer?
Um die Ausgangslage besser situieren zu können, hilft eine Einordnung: Was bedeutet eigentlich „schwer“? Keine Überraschung: Eine einheitliche Klassifizierung gibt es nicht. Zwar definiert der Duden „schwer“ als „ein bestimmtes Gewicht habend“, aber in welchem Bereich sich diese Masse bewegt, hängt von unterschiedlichen Faktoren und Relationen ab. In der Praxis hat sich dennoch für das Laufen eine grobe Kategorisierung etabliert. Männer gelten dabei ab etwa 90 Kilogramm, Frauen ab etwa 80 Kilogramm als „schwer“.
Wer ab dem genannten Bereich unterwegs ist, stellt besondere Anforderungen an das Material. Warum? Vereinfacht ausgedrückt führt mehr Masse in Form von Körpergewicht zu einer höheren mechanischen Belastung. Mit jedem Fußaufsatz wirken Kräfte, die ein Mehrfaches des eigenen Körpergewichts betragen, auf Gelenke, Sehnen, Muskulatur. Je größer diese Masse ist, desto stärker ist die Belastung des Bewegungsapparats beim Laufen.
Nun gesellen sich neben dem objektiv mess- und vergleichbaren Parameter Gewicht bei Athletinnen und Athleten allerdings weitere Faktoren hinzu, die bei der Schuhwahl nicht außer Acht gelassen werden dürfen: Größe, Statur, Körperkomposition, Proportionen, Trainingshistorie, Bewegungsmuster und Ambitionen. Wobei Laufschuhe natürlich nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden und es für das Material grundsätzlich unerheblich ist, wie die Körperkomposition ausfällt.
Laufen ist multifaktoriell
Dennoch bestimmen die genannten Faktoren letztlich, welche körperliche Beanspruchung beim Laufen entsteht und wie ein Schuh darauf reagieren sollte. Vor allem die biomechanischen Komponenten beeinflussen die Wahl des passenden Modells. Für die Praxis bedeutet das: Zwei Läufer können gleich „schwer“ sein und dennoch völlig unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. „Schwer“ ist also nicht gleich „schwer“. Und es wird deutlich, dass du dem Mehr an Belastung nicht ausschließlich durch ein Mehr an Dämpfung begegnen solltest. Laufen ist eben nicht eindimensional, sondern multifaktoriell.

„Die Forschung zeigt insgesamt, dass der Körper erstaunlich anpassungsfähig ist“, sagt Dominik Fohrmann, Research Engineer im Bereich Biomechanik an der MSH Medical School Hamburg. So habe sich in einer Studie ergeben, dass Läufer mit höherer Körpermasse eine leicht reduzierte vertikale Bewegung zeigen. „Im Schnitt etwa 15 Prozent Zentimeter weniger“, so Fohrmann. Gleichzeitig verlängere sich die Standphase minimal. Beides lasse sich als instinktive Strategie des Körpers interpretieren, um Belastungsspitzen zu reduzieren, nicht nur in Bezug auf die maximale Kraft, sondern vor allem auf die Geschwindigkeit des Kraftanstiegs.














