NEU! triathlon-News Ausgabe vom 6. Oktober, 06:01 Uhr · 0:48 Min · Kurzfassung

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Deutsche Meisterschaften Mixed Relay: Team Saar/Viernheim holt den Titel, Potsdam nach „Schuhklau“ disqualifiziert

Souveräner Erfolg: Bei den Deutschen Meisterschaften der Mixed Relay waren Selina Klamt, Valentin Wernz, Annika Koch und Luca Fahrenson für das HYLO Team Saar/Viernheim nicht zu schlagen. Das Team Potsdam um Laura Lindemann wurde wegen eines Missgeschicks aus dem Rennen genommen.

Petko Beier Erfolgreiches Team: Annika Koch, Luca Fahrenson, Valentin Wernz und Selina Klamt feiern ihren deutschen Meistertitel in der Mixed Relay.

Mit einem souveränen Erfolg ist das HYLO Team Saar/Viernheim bei den Deutschen Meisterschaften zurück auf den Thron der Mixed Relay gestiegen. Der deutsche Meister von 2024, der im vergangenen Jahr dem Team aus Darmstadt den Vortritt lassen musste, lieferte im Rahmen der Multisportveranstaltung „Die Finals“ am Steinhuder Meer eine starke Vorstellung und feierte den Titel nach 1:27:04 Stunden. Hinter dem Quartett, bestehend aus Selina Klamt, Valentin Wernz, Annika Koch und Luca Fahrenson kam das SSF Bonn Triathlon Team (1:28:24 Stunden) mit Julia Bodenschatz, Lasse Lührs, Lilly-Marie Overberg und Till Krajenski ins Ziel. Dritter wurde Absolute Teamsport KTT 01 mit Josephine Seerig, Jan Semmler, Finja Herrmann und Nicklas Hogervorst (1:28:34 Stunden). Für eine kuriose Szene sorgte das Team aus Potsdam um Laura Lindemann, das nach einem Missgeschick disqualifiziert wurde.

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Koch sorgt für die Vorentscheidung

Die Vorentscheidung über die Podestplätze auf den 4x 275 Meter Schwimmen, 7,6 Kilometer Radfahren und 1,4 Kilometer Laufen war im dritten Durchlauf eines spannenden Rennens gefallen. Annika Koch erhöhte auf der Radstrecke das Tempo und setzte sich auf der zweiten Runde von der bis dahin mit ihr in Führung liegenden Finja Loges vom später fünftplatzierten Dr. Loges Triathlon Team Lüneburg ab. Den Vorsprung baute die Staffelweltmeisterin von 2024 auf der Laufstrecke durch den Ortskern und entlang der Strandpromenade von Steinhude weiter aus. „Das Team hat einen richtig guten Job gemacht. Auch mit meinem Rennen bin ich zufrieden“, sagte Koch. „Ich wollte so viel Abstand wie möglich für Luca rausholen. Das ist mir ein Stück weit gelungen.“

Am Ende übergab die am Bundesstützpunkt Saarbrücken trainierende Triathletin mit knapp einer Minute Vorsprung auf Luca Fahrenson, der diesen souverän nach Hause brachte. „Es war eine große Ehre, als Schlussläufer laufen zu dürfen, zumal ich erst am Dienstagabend erfahren habe, dass ich starten darf“, so Fahrenson, der den aufgrund eines Infektes ausgefallenen Staffel-Olympiasieger von Paris 2024, Tim Hellwig, kurzfristig auf Position vier ersetzte.

Overberg bringt Bonn von vier auf die zwei

Vollgas gab Lilly-Marie Overberg, die den Grundstein für den Vizemeistertitel der Bonner legte. Mit einer Top-Performance beim Schwimmen und Spitzenzeiten auf dem Rad und der Laufstrecke stürmte die 21-jährige Studentin von Rang vier auf den zweiten Platz nach vorne. „Ich wollte alles raushauen. Ich wusste, dass noch etwas möglich ist. Mein Ziel war es, es vor allem auf dem Rad zu machen. Das hat auch gut geklappt“, erklärte die Perspektivkader-Athletin, für deren Team Till Krajenski den zweiten Rang nach hinten absicherte.

Der „Schuhklau“ von Steinhude

Allerdings profitierte das Team aus Bonn wie auch die drittplatzierten Kölner von einem seltenen Missgeschick der Konkurrenz. Denn lange Zeit waren beide Mannschaften in einer Zweierverfolgergruppe hinter einer vierköpfigen Spitzengruppe unterwegs, als beim Wechsel der ersten Männer von der Rad- auf die Laufstrecke Jayden Scott Koslick vom Team Potsdam sein Rad falsch abstellte und in die Schuhe von Luis Rühl vom Team aus Darmstadt schlüpfte. „Ich bin in die Wechselzone gekommen. Carlotta (Bülck, Darmstadt, Anm. d. Red.) hat ein weißes Rad, Laura (Lindemann, Potsdam, Anm. d. Red.) hat ein weißes Rad und das ist nur ein Team weiter vorne. Und dann waren da genau die gleichen Schuhe wie meine. Ich habe nur aufs Rad und auf die Schuhe geguckt und habe es übersehen. Es ist mega ärgerlich. Das ist komplett mein Fehler“, haderte Koslick, dessen Fauxpas gravierende Folgen hatte.

Petko Beier „Wo sind meine Schuhe?“ Das scheint Luis Rühl vom Team Darmstadt in der Wechselzone zu denken. Doch die waren schon auf der Laufstrecke unterwegs.

Lindemann-Team disqualifiziert, Rühl barfuß unterwegs

Während Koslick und sein Team Triathlon Potsdam um Olympiasiegerin Laura Lindemann disqualifiziert wurde, suchte Rühl zunächst noch mehrere Sekunden lang verzweifelt seine Laufschuhe, ehe er sich angefeuert vom lautstarken Publikum barfuß auf die Verfolgungsjagd machte, die am Ende der Mixed Relay Rang vier für DSW12 Darmstadt bedeutete. „Es war nicht so toll. Ich habe schon bessere Läufe gehabt. Das hat sich nicht so schnell angefühlt“, bilanzierte der 20-Jährige, nachdem seiner Mixed-Mannschaft am Ende 32 Sekunden auf das Podium fehlten.

Petko Beier Das Podium mit den Teams vom Deutschen Meister Saar/Viernheim (Mitte), Bonn (li.) und Köln.

Die kompletten Ergebnisse findest du hier.

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Bengt Lüdke
Bengt Lüdke
Bengt-Jendrik Lüdke ist Redakteur bei triathlon. Der Sportwissenschaftler volontierte nach seinem Studium bei einem der größten Verlage in Norddeutschland und arbeitete dort vor seinem Wechsel zu spomedis elf Jahre im Sportressort. In seiner Freizeit trifft man ihn in Laufschuhen an der Alster, auf dem Rad an der Elbe – oder sogar manchmal im Schwimmbecken.

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