Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Elite im Rahmen von „Die Finals“ krönte sich Lasse Lührs zum Deutschen Meister. In einem Rennen, das von Beginn an hohes Tempo und taktische Schärfe bot, fiel die Entscheidung erst auf der Laufstrecke.

Lasse Lührs ist Deutscher Meister auf der Sprintdistanz: Der 30-Jährige vom SSF Bonn Triathlon Team setzte sich am Sonntagvormittag am Steinhuder Meer durch und feierte damit seinen ersten großen nationalen Elite-Erfolg seit dem DM-Titel 2022 in Berlin. Die Meisterschaften wurden im Rahmen der Sportgroßveranstaltung „Die Finals“ ausgetragen und lockten entsprechend viel Aufmerksamkeit an die Strecke.
Schon früh zeigte sich, dass Lührs an diesem Tag die Kontrolle über das Rennen nicht dem Zufall überlassen wollte. Über 750 Meter Schwimmen hielt er sich in der Spitzengruppe und kam in aussichtsreicher Lage in die Wechselzone. Auf dem Rad über 20 Kilometer blieb das Feld in der Spitze eng beisammen, die entscheidenden Lücken sollten später entstehen.

Als es auf die abschließenden fünf Laufkilometer ging, machte Lührs ernst – und das nicht allein. Gemeinsam mit Justus Töpper setzte er sich zu Beginn der Laufstrecke an die Spitze des Männerfeldes. Spätestens dort war klar: Der Titel würde zwischen den beiden entschieden werden, und jede Tempoverschärfung konnte über Gold oder Silber bestimmen.
Packendes Duell mit Töpper: Gold nach 52:12 Minuten
Auf der letzten Laufrunde entwickelte sich das packende Duell um den DM-Titel. Lührs, Mixed-Relay-Olympiasieger von Paris 2024, verschärfte auf der Promenade nochmals das Tempo – ein Moment, in dem sich Erfahrung, Laufstärke und Renninstinkt auszahlten. Nach 52:12 Minuten überquerte er die Ziellinie als Deutscher Meister.

Hinter ihm musste sich Justus Töpper (HYLO Team Saar) auf den letzten Metern geschlagen geben und wurde in 52:21 Minuten Zweiter. Jaspar Ortfeld (HYLO Team) komplettierte das Podium nach 52:29 Minuten und unterstrich damit zugleich seine Klasse im Nachwuchsbereich. In der U23-Wertung holte sich Ortfeld den Titel vor Jayden Scott Koslick (Triathlon Potsdam; 52:36 Minuten) und Fabian Schönke (Sportunion Neckarsulm; 52:50 Minuten).
Im Ziel überwog bei Lührs die Erleichterung – und spürbare Emotion. „Ich bin super happy, ich kann es noch gar nicht so richtig glauben. Ich hatte schwere zwei Jahre und jetzt wieder Deutscher Meister zu sein, bedeutet mir sehr viel“, sagte er. Töpper zeigte sich trotz der knappen Niederlage zufrieden und erklärte seine offensive Herangehensweise: „Ich bin ganz schön kaputt, ich musste wirklich von vorn bis hinten alles geben. Ich wusste, dass ich im Zielsprint keine Chance gegen Lasse habe, deswegen habe ich es eher probiert. So kann es weitergehen.“
Der Sprint am Steinhuder Meer lieferte genau das, was „Die Finals“ versprechen: große Namen, enge Entscheidungen und echte Meisterschaftsdramatik. Lasse Lührs holte sich den DM-Titel in 52:12 Minuten nach einem Laufduell auf Messers Schneide, während Justus Töpper mit Silber und einer starken Leistung ein Ausrufezeichen setzte. Und auch abseits der Elite-Meisterschaft bleibt der Triathlon-Sommer spannend: Das HYLO Team Saar dominiert weiter die Triathlon-Bundesliga, das nächste Rennen steigt am 21. August im Allgäu. Bereits gestern hatte Laura Lindemann den Titel bei den Frauen gewonnen.











