16 neue Streckenrekorde:
Die Zeiten des Ironman Hawaii 2018 im Vergleich zu den Vorjahren

Der Ironman Hawaii 2018 war bisher die schnellste Ironman-WM aller Zeiten. Wir vergleichen die neuen Rekorde, Gesamtzeiten, Einzelsplits und DNF-Quoten mit den Vorjahren.

“Die Inselgöttin Madame Pele hat uns heute einfach den perfekten Tag geschenkt und damit dieses Rekordrennen überhaupt erst ermöglicht. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich derjenige sein darf, der diese idealen Bedingungen dazu genutzt hat, um als Erster die Acht-Stunden-Marke hier zu brechen”, sagte Ironman-Weltmeister Patrick Lange bei der Pressekonferenz nach dem diesjährigen Rekordrennen auf Hawaii, bei dem so viele Rekorde fielen, dass man beim Zählen kaum hinterherkommt. Alleine 14 neue Streckenrekorde bei den Agegroupern gab es zu verzeichnen. Außerdem die beiden deutlichen Streckenrekorde bei den Profimännern und -frauen sowie neue Schwimm- und Radstreckenrekorde in beiden Wertungen. 

Das Radfahren als entscheidender Faktor

Mit seiner oben genannten Aussage trifft Patrick Lange voll ins Schwarze. Denn wie man in den folgenden Grafiken sehen wird, sind die schnellen Zeiten vor allem auf die idealen Bedingungen beim Radfahren und den daraus resultierenden Radsplits zurückzuführen. Kaum Wind, moderate Temperaturen um die 25 Grad und die Tatsache, dass es auf der Radstrecke anfangs durch bewölkte Verhältnisse nicht einmal eine direkte Sonneneinstrahlung gab, führten dazu, dass die typischen Hawaiibedingungen in diesem Jahr schlichtweg nicht gegeben waren. Und wenn die äußeren Bedingungen das Rennen auf dem Rad nicht erschweren, ist der technisch nicht sehr anspruchsvolle Radkurs trotz der 1.500 Höhenmeter alles andere als langsam. Das bewies unter anderem Cameron Wurf eindrucksvoll mit seinem Radstreckenrekord von 4:09:06 Stunden. Derartig starke Leistungen wurden allerdings nicht nur bei den Profis aufgestellt. Schaut man sich im Nachfolgenden die Spitzenleistungen der besten Agegrouper an, wird deutlich, dass die Ergebnisse und Zeiten des Ironman Hawaii 2018 in der Spitze und im Durchschnitt deutlich schneller waren als in den Vorjahren. Und in vielen Fällen sogar schneller als jemals zuvor. 

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Ironman Hawaii 2018 Statistik
Simon Müller / spomedis Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Endzeiten der Top-10-Agegroup-Frauen der vergangenen elf Jahre. Im Gesamtdurchschnitt ergibt sich eine Zeit von 9:57:23 Stunden. Klar erkennbar ist, dass die mit Abstand schnellsten Zeiten in den Jahren 2013 (9:39:20 Stunden) und 2018 (9:39:28 Stunden) erzielt wurden. Dieser Umstand zeigt auf, was für viele bereits bekannt ist: Nämlich, dass die äußeren Bedingungen in diesen beiden Jahren deutlich besser waren als es für gewöhnlich der Fall ist.
Ironman Hawaii Statistik
Simon Müller / spomedis Diese Grafik zeigt den Durchschnitt der schnellsten zehn Radzeiten der Agegroup-Frauen und die durchschnittlichen Radzeiten der 10 schnellsten Agegroup-Frauen insgesamt in den vergangenen elf Jahren. Auch hier wird klar: Die Zeiten aus diesem Jahr sind deutlich schneller als in den zehn Jahren zuvor. Dass die schnellsten zehn Damen auf dem Rad im Schnitt unter fünf Stunden gefahren sind, spricht für sich.
Ironman Hawaii Statistik
Simon Müller / spomedis Hier sind die durchschnittlichen Splits der verschiedenen Altersklassen in allen Disziplinen aus den Jahren 2007 bis 2017 abgebildet. Im Vergleich dazu finden Sie in der Grafik darunter die durchschnittlichen Splitzeiten vom Ironman Hawaii 2018.
Ironman Hawaii Statistik
Simon Müller / spomedis Beim Vergleich wird auch hier wieder deutlich, dass die Zeiten aus diesem Jahr deutlich schneller sind als in den Vorjahren. Auffällig ist dabei, dass bei den Profimännern und -damen jede Disziplin schneller war als der sonstige Durchschnitt. Bemerkenswert ist außerdem, dass die ersten fünf Altersklassen der Männer im Schnitt auf dem Rad alle unter fünf Stunden geblieben sind, was deutlich unter dem Durchschnitt der vorherigen zehn Jahre liegt. Auch die durchschnittliche Radzeit der männlichen Profis von 4:20:07 Stunden (2007-2017 im Schnitt 4:41:41 Stunden) untermauert, dass das Rennen insbesondere durch das Radfahren so schnell gemacht wurde.
ALTERSKLASSEJAHR DES ALTEN REKORDSEHEMALIGE REKORDHALTEREHEMALIGE REKORDZEITNEUE REKORDHALTERNEUE REKORDZEITDEFIZIT
W30-342011Maree Hufe09:37:09Tessa Kortekaas09:36:2643 sec
W35-392013Stefanie Adam09:33:29Christina Svejstrup09:28:484:41 min
W45-492010Lisbeth Kenyon10:01:30Janette Dommer09:23:2538:05 min
W50-542013Christine Heidemann10:19:37Michelle Enslin10:12:027:35 min
W60-642013Beverly Watson11:50:41Julia Daggett11:41:448:57 min
W65-692013Cullen Goodyear12:57:17Missy Lestrange12:28:4328:34 min
M18-242015Malte Bruns08:52:30Timo Schaffeld08:51:503:12 min
M25-292010Trevor Delsaut08:40:43Rasmus Svenningsson08:346:42 min
M30-342013Kyle Buckingham08:37:26Mikkel Hojborg Olsen08:37:1511 sec
M35-392013Sam Gyde08:45:00Dan Plews08:24:3620:24 min
M45-492013Rene Rovera09:02:51Koen Van Rie08:55:337:18 min
M50-542013Wolfgang Schmatz09:16:38Carl Brummer09:05:3711:01 min
M55-592013Christian Bodson09:18:18Richard Sweet09:14:233:55 min
M75-792005Bob Scott13:27:50Robert Plant13:06:0321:47 min

Bei den Agegroupern wurden sage und schreibe 14 neue Streckenrekorde in diesem Jahr aufgestellt. Hier gibt es die Auflistung von den alten und neuen Zeiten sowie die Namen der ehemaligen und amtierenden Rekordhaltern.

JAHRGELISTETE ATHLETENSCHWIMMEN GESCHAFFTSCHWIMMEN DNFRADFAHREN GESCHAFFTRADFAHREN DNFLAUFEN GESCHAFFTLAUFEN DNFDNF GESAMT
2003171316255,10%16100,90%15682,60%8,40%
2004179717055,10%16602,60%15755,10%12,20%
2005179717244,10%17240%16862,20%6,10%
2006178616875,50%16691,10%16202,90%9,10%
2007183517773,20%17382,20%16823,20%8,20%
2008180817334,10%16972,10%16333,80%9,50%
2009185318042,60%17324%16494,80%10,80%
2010192718414,50%18141,50%17682,50%8,10%
2011191818513,50%18321%17703,40%7,50%
2012198319830%19521,60%18863,40%4,80%
2013206720640,10%20401,20%19703,40%4,40%
2014218721083,60%20572,40%19843,50%9,20%
2015230822950,60%22402,40%21374,60%7,30%
2016231522084,60%21851%21143,20%8,60%
2017234723390,30%22912,10%22143,40%5,80%
2018238523790,30%23491,30%23061,80%3,30%

Die günstigen Bedingungen spiegeln sich auch in der DNF-Quote wider: Nur 3,3 Prozent der 2.385 Athleten mussten dieses Jahr aussteigen. Auch die Hypothese, dass 2013 ein eher “einfaches” Rennen war, wird hier bestätigt. Dort stiegen nur 4,4 Prozent der Teilnehmer aus. In allen anderen Jahren liegt die Quote meistens sogar sehr deutlich über diesen Zahlen.

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