Alessandro Zanardi ist tot. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer starb am Freitag in seiner Heimatstadt Bologna. Nach seiner Motorsportkarriere, die mit einem tragischen Unfall geendet war, finishte Zanardi zweimal als Handbiker den Ironman Hawaii.
Zwischen 1991 und 1999 war Alessandro Zanardi bei insgesamt 41 Formel-1-Rennen an den Start gegangen. Bei einem Rennen der Champ-Car-Serie verunglückte der Italiener 2001 auf dem Lausitzring schwer, woraufhin ihm beide Beine amputiert werden mussten. Zanardi stieg daraufhin auf den Rollstuhlrennsport um, gewann den New York City Marathon 2011, holte bei den Paralympischen Spielen 2012 in London (auf einer Autorennstrecke) zweimal Gold, vier Jahre später in Rio de Janiero eine weitere Gold- und eine Silbermedaille.
Zweimal Sub-10 auf Hawaii
Besondere Aufmerksamkeit erregte Zanardi aber durch seine beiden Finishes beim Ironman Hawaii: 2014 und 2015 ging er als Handbiker bei den Weltmeisterschaften an den Start und erreichte nur mit der Kraft seiner Arme und seines Willens nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und dem Marathon über 42,195 Kilometer das Ziel auf dem Alii Drive. Das Finish im Premierenjahr war zugleich sein erster absolvierter Triathlon überhaupt, er finishte ihn in 9:47:14 Stunden. 2015 konnte sich Zanardi bei seinem zweiten Start in der Lava auf 9:40:37 Stunden steigern.
Erneuter Rückschlag 2020
Ein schwerer Einschnitt folgte im Juni 2020: Bei einem Handbike-Rennen in der Toskana kollidierte Zanardi mit einem Lastwagen und erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen. Nach mehreren Operationen und langer Klinikzeit kämpft er sich zurück ins Leben, blieb jedoch weiterhin auf intensive medizinische Betreuung angewiesen.
Am Freitag ist der Italiener nach übereinstimmenden Medienmeldungen in seiner Geburts- und Heimatstadt Bologna friedlich eingeschlafen. Alessandro Zanardi, der durch sein sportliches Comeback Millionen Menschen in aller Welt inspirierte, wurde 59 Jahre alt.